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Software und IT: Hohe EBIT-Margen im Branchenvergleich

  • EBIT-Margen sind vom Geschäftsmodell abhängig.
  • Gewinnmargen können auch innerhalb der Branche stark schwanken.
  • Die IT-Branche weist oft höhere EBIT-Margen auf als die klassische Industrie.

Die Gewinnmarge ist eine wirtschaftliche Kennzahl und gibt Auskunft über die tatsächliche Ertragskraft eines Unternehmens. Die EBIT-Marge (Abkürzung für Earnings Before Interest and Taxes) setzt dabei das operative Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im Verhältnis zum Umsatz und lässt sich damit leicht berechnen.

Durch die EBIT-Marge, auch gern als operative Gewinnmarge bezeichnet, lässt sich zum Beispiel ermitteln, wie viel ein Autohersteller letztendlich pro verkauftem Fahrzeug verdient oder wie viel Gewinn einer Fluglinie nach Abzug der Kosten pro Passagier noch übrig bleibt.

EBIT-Marge – ein Branchenvergleich

Insgesamt wird die EBIT-Marge oft dazu verwendet, um die Ertragskraft eines Unternehmens international mit anderen Konkurrenten der gleichen Branche zu vergleichen. Eine zweistellige EBIT-Marge spricht in der Regel für ein gesundes und profitables Unternehmen.

Jedoch sind ist EBIT-Margen von Branche zu Branche unterschiedlich. Dies hängt zum einen mit dem Geschäftsmodell zusammen, aber auch mit dem Kosten-Management, so dass es auch innerhalb der jeweiligen Branchen zu großen Unterschieden kommt.

EBIT-Marge in der Automobilindustrie: Porsche fährt vorne weg

Auch in der Automobilindustrie gehen die Gewinnmargen weit auseinander. Während Luxus-Marken wie Porsche und Mercedes EBIT-Margen von 10 bis 15% aufweisen, muss sich die Kernmarke Volkswagen (VW) mit Gewinnmargen von 2 bis 3% begnügen.

Dass die mangelnde Profitabilität wohl eher ein individuelles Problem von VW ist, beweist der Massenhersteller Toyota, der ebenfalls eine zweistellige EBIT-Marge (10,6%) vorweisen kann.

EBIT-Marge bei Airlines: Der Kranich fliegt hinterher

Auch bei den Fluglinien zeigt sich ein ähnliches Bild. Große Marken wie die Air France-KLM und die Lufthansa weisen vergleichsweise niedrige Gewinnmargen (EBIT-Margen ca. 3%) auf, während Billig-Flieger wie EasyJet und Ryanair mit deutlich zweistelligen EBIT-Margen (12 bis 18%) glänzen.

„Schuld“ an den eher schwachen Gewinnmargen der großen Airlines sind die vergleichsweise hohen Betriebs- und Personalkosten. Bei keiner Fluglinie ist der Anteil der Personalkosten an den operativen Kosten so hoch wie bei Air France-KLM (30%). Insgesamt gehen Marktprognosen von EBIT-Margen von im Schnitt 7% für die Airlines-Industrie aus.

Konsumgüter-Industrie kämpft mit rückläufigen EBIT-Margen

Die Konsumgüterbranche rund um Henkel, Nestlé, Unilever und Danone kämpft seit Jahren mit sinkenden Gewinnmargen. Laut Unternehmensberatung OC & C hat die durchschnittliche Umsatzrendite der Branche (50 größten Konsumgüterkonzerne) im Jahr 2007 mit 17,6% seinen Höhepunkt erreicht. Seitdem kämpft die Branche mit sinkenden Margen. Ein Grund für die niedrigen EBIT-Margen dürfte der steigende Wettbewerb und der knallharte Preiskampf bei den Discountern sein.

Dem größten Lebensmittelhersteller Nestlé ist es zuletzt gelungen, seine EBIT-Marge wieder etwas zu steigern. Für die kommenden Jahre erwarten Analysten eine operative Gewinnmarge von 15 bis 16% bei Nestlé. Auch bei Unilever erholten sich die Gewinnmargen nur langsam – die Niederländer müssen sich mit einer EBIT-Marge von 13 bis 14% begnügen, ebenso wie Danone.

Software-Industrie glänzt mit hohen Gewinnmargen

Bekannt für hohe Gewinnmargen ist dagegen die Software-Industrie. Im Schnitt sind hier EBIT-Margen von 25% möglich. Große Softwarekonzerne wie Microsoft und Oracle schaffen auch schon mal operative Gewinnmarge von 30 bis 40%, die Margen schwanken hier saisonbedingt stärker.

Der Trend in Richtung Cloud Computing dürfte die Gewinnmargen der Softwareindustrie in der Zukunft eher noch weiter steigen lassen. Der Grund: Durch Cloud Computing und Abo-basierte Geschäftsmodelle sind weniger Raubkopien möglich, zudem sinken die Vertriebs- und Anpassungskosten für Softwareanbieter.

Fazit: Niedrige Margen in der Automobilindustrie, hohe Gewinnmargen in der Technologiebranche

Mit Blick auf einzelne Branchen und EBIT-Margen stellt man fest, dass insbesondere in klassischen Industriebereichen (Automobilindustrie, Konsumgüter), in denen der Umsatz über die Masse bzw. Menge erzielt wird, oft niedrige EBIT-Margen vorherrschen.

In modernen Industriebereichen wie zum Beispiel in der IT-Industrie Medizin- und Biotechnologie sowie in der Softwareindustrie sind dagegen höhere EBIT-Margen von weit über 20% an der Tagesordnung.

Gleiches gilt übrigens auch für die Immobilienbranche, die zuletzt insbesondere durch das niedrige Zinsumfeld und steigende Immobilienpreise in den Großstädten profitierte.

22. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands