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Sondertilgung bei Eigentumswohnung: Das müssen Sie beachten

Bei der Finanzierungsplanung Ihrer Eigentumswohnung begegnen Sie früher oder später der Frage nach der Sondertilgung. Darunter versteht man die Möglichkeit, bei einem Darlehen außerplanmä- ßige Zahlungen leisten zu können, mit dem Ziel, schneller schuldenfrei zu werden.

Doch Vorsicht, die Möglichkeit der Sondertilgung ist nicht in jedem Fall vorteilhaft für Sie.

Zunächst einmal: Ein gesetzliches Recht, Sondertilgungen auf Darlehen leisten zu können, gibt es nicht. Sie müssen dieses Recht in den Darlehensvertrag mit aufnehmen. Die Möglichkeit des Nachverhandelns gibt es für Sie hier nicht.

Sondertilgung: Schnellere und günstigere Tilgung

Die regelmäßige Leistung von Sondertilgungen wird sich für Sie bezahlt machen. Konkret bringt sie folgende Vorteile für Sie:

  • Die fälligen Zinszahlungen werden durch den Zinseszinseffekt gemindert. Mit anderen Worten: Sie zahlen weniger Zinsen.
  • Die Gesamtlaufzeit Ihres Darlehens wird sich erheblich verkürzen. Da durch die Sondertilgungen die Darlehensschuld sofort verringert wird, steigt zugleich der Tilgungsanteil der monatlichen Rate. Die Entschuldung wird hierdurch beschleunigt.

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  • Ein weiterer Vorteil: Möchten Sie frühzeitig aus dem Darlehensvertrag aussteigen, ist die verbleibende Restschuld aufgrund der geleisteten Sondertilgungen geringer, sodass auch die zu leistende Vorfälligkeitsentschädigung geringer ausfallen wird.

Da die derzeitigen Zinsen auf Geldanlagen, beispielsweise auf einem Fest- oder Tagesgeldkonto, niedriger als der Kreditzins sind, lohnt es sich mehr für Sie, Sondertilgungen zu leisten, als zu sparen.

Sondertilgung ist oft nicht umsonst

In der Regel bieten Ihnen die Banken 5–10% der anfänglichen Darlehenssumme, die Sie einmal jährlich zusätzlich abbezahlen dürfen. Teilweise finden sich auch Banken, die Ihnen festgeschriebene Höchstbeträge, etwa 5.000 oder 10.000 € pro Jahr, zubilligen.

Allerdings lassen sich die Banken die Möglichkeit der Sondertilgung mitunter auch bezahlen. Das geschieht bei einigen Banken durch einen einmaligen Aufschlag. In der Regel wirkt sich die Vereinbarung einer Sondertilgungsmöglichkeit aber auch nachteilig auf die Höhe Ihrer Zinsen aus.

Um das richtig einschätzen zu können, ist es wichtig, dass Sie sich von Ihrer Bank 2 Finanzierungsangebote vorlegen lassen: eins mit und eines ohne Sondertilgungsoption.

Sondertilgungsmöglichkeit realistisch einschätzen

Bevor Sie „Ja“ zu Sondertilgungen sagen, überlegen Sie sich bitte 2 Dinge:

  1. Erwarten Sie konkrete Sondereinkünfte in der Zukunft? Gibt es Sonderzahlungen, Erbschaften oder andere Zuwendungen, die Sie tatsächlich erhalten werden?
  2. Ist es realistisch, dass Sie diese zusätzlichen Einkünfte Ihrer Finanzierung zukommen lassen werden? Bedenken Sie: Oft gönnt man sich dann doch lieber etwas Schönes von den zusätzlichen Geldmitteln, etwa einen Urlaub oder ein schönes Einrichtungsstück.

Wenn Sie eine der beiden Fragen mit „Nein“ beantworten oder unsicher sind, sollten Sie von der Möglichkeit der Vereinbarung einer Sondertilgung zumindest dann Abstand nehmen, wenn sich Ihre Zinskonditionen hierdurch verschlechtern.

Fazit: Sondertilgungen können Ihnen erhebliche Vorteile bieten. Das gilt aber nur dann, wenn Sie die Sondertilgungsoption auch tatsächlich nutzen und nicht teuer bezahlen. Prüfen Sie beides unbedingt vor Abschluss Ihres Darlehensvertrags.

16. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Tobias Mahlstedt. Über den Autor

Dr. Tobias Mahlstedt ist Chefredakteur vom „Immobilien-Berater“, „VermieterRecht aktuell“ und „Der Eigentümer Brief“. Außerdem ist er Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht und Wirtschaftsmediator. Dr. Mahlstedt ist Rechtsanwalt in der auf das gesamte Bau- und Immobilienrecht spezialisierten Kanzlei BÖRGERS Fachanwälte & Notare in Berlin und Herausgeber/Fachautor zahlreicher Publikationen zum Immobilienrecht.