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Sonstige Werbungskosten locker absetzen

Alle weiteren Werbungskosten, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihren Mieteinnahmen sonst noch entstehen und nicht bereits an anderer Stelle in die Anlage V eingetragen sind, werden in den Zeilen 55 und 56 berücksichtigt.

Reisekosten

Kosten für Reisen zwischen Ihrem Wohnort und dem Mietobjekt sind als Werbungskosten abziehbar, wenn sie der Erhaltung und Sicherung der Mieteinnahmen dienen.

Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie einen neuen Mietvertrag abschließen, Reparaturen am Haus durchführen, Baumaterial besorgen, mit Sachverständigen oder Handwerkern Besichtigungstermine im Mietobjekt durchführen oder – im Falle einer vermieteten Eigentumswohnung – die Eigentümerversammlung besuchen.

Fahrtkosten sind in der nachgewiesenen Höhe abzugsfähig. Reisen Sie mit dem eigenen Pkw, so sind sämtliche Kosten im Einzelnen durch Belege nachzuweisen.

Sie können aber stattdessen auch auf den Einzelnachweis verzichten und die Fahrtkosten in Höhe eines Pauschbetrags geltend machen. Dieser beträgt 0,30 Euro je gefahrenem Kilometer. Darüber hinaus sind auch Verpflegungsmehraufwendungen und gegebenenfalls Übernachtungskosten als Werbungskosten abzugsfähig.

Praxis-Tipp: Die Finanzämter und Finanzgerichte prüfen sehr kritisch, ob die von Ihnen angegebenen Reisekosten angemessen sind. Das gilt insbesondere dann, wenn Sie überdurchschnittlich oft ein eher weit entfernt gelegenes Mietobjekt aufgesucht haben.


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In einem solchen Fall empfiehlt es sich deshalb, über die Fahrten im Zusammenhang mit dem Mietobjekt ein Fahrtenbuch zu führen. Es wird Ihnen dann wesentlich leichter fallen, die Anerkennung der Fahrtkosten beim Finanzamt durchzusetzen.

Telefonkosten

Die auf die Verwaltung des Mietobjekts entfallenden Telefongebühren können Sie ebenso wie einen entsprechenden Anteil an den Grundgebühren, als Sonstige Werbungskosten abziehen. Den Anteil an den Telefonkosten, der mit den Mieteinkünften zusammenhängt, müssen Sie grundsätzlich nachweisen oder glaubhaft machen. Den Nachweis können

Sie beispielsweise dadurch führen, dass Sie über einen repräsentativen Zeitraum von mindestens drei Monaten die als Vermieter geführten Telefongespräche aufzeichnen.

Praxis-Tipp: Lassen Sie einen ISDN-Anschluss installieren. Dadurch haben Sie dann die Möglichkeit, Ihre Telefongespräche und Ihre Faxschreiben als Vermieter über getrennte Telefonnummern laufen zu lassen.

Für Ihre privaten Gespräche stehen Ihnen dann immer noch weitere Telefonnummern zur Verfügung. Von der Telekom lassen Sie außerdem einen Einzelgesprächsnachweis erstellen. So lässt sich dann auch die Grundgebühr im Verhältnis der privat und nicht privat veranlassten Gebühren leicht aufteilen.

Abstandszahlungen

Sie zahlen an Ihren Mieter einen Geldbetrag, damit er vorzeitig aus der Wohnung auszieht. Ob diese Zahlung zu den Werbungskosten gehört, hängt davon ab, wie Sie die Wohnung nach dem Auszug des Mieters weiter nutzen. Um Werbungskosten handelt es sich immer dann, wenn

  • Sie die Wohnung nach der Räumung wieder neu vermieten
  • Sie Modernisierungs- oder Umbauarbeiten durchführen und die Wohnung anschließend wieder neu vermieten

Ihre Abstandszahlungen gehören zu den sonstigen Werbungskosten, die Sie in den Zeilen 55 und 56 der Anlage V angeben (Sonstige Werbungskosten)

Wollen Sie die Wohnung freibekommen, um bei einem anschließenden Verkauf des Mietobjekts einen höheren Preis erzielen zu können, handelt es sich bei der Abstandszahlung nicht um Werbungskosten. In diesem Fall wird die Geldleistung an den Mieter steuerlich überhaupt nicht erfasst.

15. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.