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Soviel Rente steht Hinterbliebenen zu

Den Ehepartner zu verlieren, mit dem man viele Jahre gemeinsam verbracht hat, ist tragisch. Um neben Trauer nicht auch noch finanzielle Sorgen haben zu müssen, gibt es für Hinterbliebene eine spezielle Rente, die ihnen unter bestimmten Umständen zusteht.

Entscheidend für die Witwen- beziehungsweise Witwerrente sind zwei Kriterien. Nur wenn eines der beiden erfüllt ist, kann der Hinterbliebene eine Rente beziehen, die ihm die Übergangszeit erleichtert.

Wann die Hinterbliebenenrente ausgezahlt wird

Ein Kriterium für eine Hinterbliebenenrente ist, dass der verstorbene Partner die fünfjährige Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt hat. Wartezeit bedeutet nichts anderes als die Zugehörigkeit zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Diese Mindestversicherungszeit erfüllt sich neben der Zeit der Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenkasse auch durch Kindererziehungszeiten, Zeiten geringfügiger Beschäftigung, in denen der Arbeitgeber Beiträge gezahlt hat, oder Zeiten aus dem Versorgungsausgleich.

Das zweite Kriterium für den Bezug einer Rente, die nach dem Tod des Ehepartners ausgezahlt wird, ist der Anspruch des Partners auf eine Alters-, Berufsunfähigkeits-, Erwerbsminderungs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente zum Todeszeitpunkt.

So funktioniert die Rente nach dem Tod des Ehepartners

Ein Beispiel: Bernhard May stirbt am 01. Juni 2015 im Alter von 51 Jahren. Er hat noch keine Altersrente bezogen. Seine Frau erhält nun als Hinterbliebene drei Monate lang Auszahlungen in Höhe des bisherigen Rentenanspruchs ihres Mannes. Dieses sogenannte Sterbevierteljahr soll die finanzielle Absicherung direkt nach dem Tod garantieren und den Übergang erleichtern. Um diese Zahlungen zu erhalten, muss Frau May einen Antrag bei der Rentenversicherung stellen.

Hätte Herr May bereits Rentenzahlungen erhalten, hätte sich Frau May diese Beträge sogar auf einen Schlag für drei Monate im Voraus ausbezahlen lassen können. Dafür müsste sie allerdings bis zu 30 Tage nach dem Tod ihres Mannes den Antrag bei der Rentenversicherung gestellt haben.

Anspruch auf die große Witwenrente

Ob Frau May ein eigenes Einkommen hat, ist im Sterbevierteljahr nicht relevant. Erst nach Ablauf der drei Monate wird ihr Einkommen bei der Berechnung der Hinterbliebenenrente berücksichtigt. Dann entscheidet sich nämlich, ob Frau May die große oder die kleine Witwenrente erhält.

Da Herr May das 45. Lebensjahr bereits vollendet hatte und die beiden erst 2002 geheiratet haben, erhält seine Frau die große Witwenrente in Höhe von 55 % seiner Rentenansprüche. Diese lagen zu seinem Todeszeitpunkt bei 1.500 € netto, weshalb Frau May ab jetzt monatlich 825 € zustehen.

So hätte die Rente in einer anderen Konstellation ausgesehen

Hätten die beiden vor dem 31.12.2001 geheiratet, stünden ihr nach seinem Tod 60 %, also 900 € zu. Wäre Herr May bei einer Heirat nach Dezember 2001 vor seinem 45. Geburtstag gestorben, hätte seine Frau nur Anspruch auf 25 %, also 375 € gehabt. Diese Hinterbliebenenrente nennt sich kleine Witwen- bzw. Witwerrente und die Auszahlung ist auf 24 Monate beschränkt.

Ein eigenes Einkommen von Frau May wird dann relevant, wenn es den Freibetrag von 771,14 € in West- und 714,12 € in Ostdeutschland (Stand 2015) überschreitet. Das eigene Einkommen wird dann auf die Rente angerechnet.

Besonderheiten bei der Hinterbliebenenrente

Die Hinterbliebenenrente gilt seit dem 01. Januar 2005 nicht nur für Eheleute, sondern auch für Personen, die in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt haben. Eheleute, die sich noch zu Lebzeiten für ein Rentensplitting entschieden haben, können keine Hinterbliebenenrente beim Tod des Partners erhalten. Beim Rentensplitting werden die Rentenansprüche von Partnern gleichermaßen aufgeteilt, was sich bei der Witwen- bzw. Witwerrente dann negativ auswirkt.

Wichtig ist, dass der Antrag auf Hinterbliebenenrente bei der Rentenversicherung gestellt wird. Von alleine erhält der Hinterbliebene keine Auszahlung. Zwar besteht in dem Sinne keine Frist für die Antragsstellung, die Rente wird rückwirkend aber nur für 12 Monate vor dem Antragsmonat ausbezahlt.

29. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.