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Sozial geförderte Wohnungen als Antwort auf die Wohnungsknappheit

Seit über 10 Jahren nehmen sozial geförderte Wohnungen in Deutschland immer mehr ab. Doch jetzt kommen sie wieder stärker in die Diskussion. Denn besonders sozial schwache Haushalte leiden unter der Gentrifizierung in den Großstädten.

Das Problem: Besonders in den 10 größten Städten in Deutschland herrscht das Problem vor, dass die Wohnungsnachfrage die verfügbaren Wohnungen weit übersteigt und der Wohnungsbau nicht hinterherkommt. Das Resultat sind überteuerte Mietpreise.

Im Zuge der Gentrifzierung werden Anwohner aus ihren Wohnräumen gedrängt. Das Vorgehen ist bekannt: Altbauwohnungen werden saniert, aufgehübscht und für den doppelten Mietpreis auf den Markt gebracht. Eine 130qm Berliner Altbauwohnung im Szenestadtteil Kreuzberg kostet somit heute zwischen 1.500 € und 2.000 € (Warmmiete). Altverträge für die gleiche Wohnung vor 10 Jahren lagen bei 900 € Miete im Monat.

Diese Entwicklungen stellen nicht nur für sozial schwache Haushalte ein Problem dar. Auch die Mittelschicht hat zu kämpfen und muss in Randgebiete ausweichen, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten kann.

Für diese Probleme wird nach Lösungen gesucht. Mit der Mietrechtsreform 2013 wurde zum Beispiel die Kappungsgrenze, die den Spielraum von Vermietern für die Erhöhung von Bestandsmieten innerhalb von drei Jahren festlegt, in Ballungsräumen auf 15% reduziert.


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Doch auch der bewusstere Einsatz und der Ausbau des sozial geförderten Wohnungsraums ist  wieder Thema.

Sozial geförderte Wohnungen: Was ist das eigentlich?

Der soziale Wohnungsbau bezeichnet die staatliche Förderung für den Bau von Wohnungen und soll vor allem sozial Benachteiligten zugutekommen.

Seit dem Jahr 2007 ging das Recht der sozialen Wohnraumförderung im Rahmen der Föderalismusreform auf die Länder über. Diese müssen die ihnen zur Verfügung gestellten Ressourcen auf schwierige Märkte und Ballungsräume verteilen. Die staatlichen Leistungen für sozial geförderte Wohnungen liegen laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln etwa bei 520 Mio. €.

Sozial geförderter Wohnungsbau rückläufig

Seit der Wiedervereinigung hat der Bestand sozial geförderter Wohnungen stark abgenommen: Von rund 3,6 Mio. Wohnungen im Jahr 1990 hat sich das Angebot bis heute auf 1,6 Mio. Wohnungen stark reduziert.

Das zeigt auch ein Blick auf die Großstädte. München hat einen Bestand von circa 77.000 Wohnungen, die über das Amt für Wohnen und Migration vergeben werden. Darunter gibt es 44.000 Sozialwohnungen in Bindung – also sozial geförderten Wohnungsbau. Allerdings stehen davon jährlich nur 2.200 Wohnungen zur Verfügung.

In München versucht man dem mit einem neuen Modell entgegenzuwirken. Nach diesem werden Baugenehmigungen und zinsvergünstigte Darlehen unter dem Aspekt vergeben, dass die Investoren bei ihren Neubauprojekten mindestens 30% der Wohnungen als Sozialwohnungen anbieten.

An diesem Lösungsansatz will sich auch die Stadt Köln orientieren. In der Karnevalshochburg sind erschwingliche Wohnungen ebenfalls Mangelware. In Köln gibt es knapp 40.000 Sozialwohnungen, denen über 80.000 Hartz-IV und Wohngeldempfänger gegenüberstehen.

Auch in Köln nahm der Anteil sozial geförderter Wohnungen immer mehr ab. Anfang der 90er Jahre lag der Anteil der öffentlich geförderten Mietwohnungen noch bei 22%. Heute liegt er nur noch bei knapp 7%.

Ähnlich ist es in Hamburg: Es wird zwar mehr gebaut, allerdings werden Sozialwohnungen zwar häufig angekündigt, aber nicht umgesetzt.

Mehr zum Thema: Sozialer Wohnungsbau – Deutschland schafft mehr Platz

Fazit: Sozial geförderte Wohnungen als Geldanlage? Immer mehr Unternehmen und Investoren nutzen die staatliche Förderung, um große Bauvorhaben in zentralen Stadtteilen großer Städte umzusetzen. Wenn dabei zwei Drittel der Wohnungen für Sozialwohnungen vorgesehen ist, bekommt man die staatliche Förderung.

2. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.