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Sozialer Wohnungsbau: Wird er wieder aufleben?

Zehn Jahre nach der Wiedervereinigung gingen die Förderungen im Rahmen „sozialer Wohnungsbau“ und damit der Wohnungsbau im Allgemeinen immer weiter zurück. Doch die Zuwanderer in Berlin – und auch in anderen Großstädten – sorgen für eine Wohnungsknappheit, die gelöst werden muss.

Neues Förderprogramm geplant

Deshalb will der Berliner Senat ein neues Förderprogramm für den sozialen Wohnungsbau auflegen. Staatssekretär für Stadtentwicklung Ephraim Gothe zum Tagesspiegel: „Ab 2014 könnten wir in die Neubauförderung einsteigen“.

Bisher hatte der Senat Forderungen nach einer Neuauflage des sozialen Wohnungsbaus immer mit dem Verweis auf die schwierige Haushaltslage und eine nicht vorhandene Notlage auf dem Wohnungsmarkt abgelehnt.

Gothe sieht den Neubau als einzige Lösung, um die ansteigende Bevölkerungslast zu stemmen. Das Ziel sei weiterhin, rund 6000 Wohnungen pro Jahr zu bauen. Dabei wird allerdings ein Großteil von privater Seite gebaut. Das Problem: Der Einfluss auf die Mietpreise ist gering.

Öffentliche Mittel sollen dem entgegenwirken. Der Wohnungsbau soll schrittweise auf die Jahre verteilt gefördert werden, sodass sich die Zuschüsse durch die Rückzahlungen refinanzieren und der Haushalt nicht so stark belastet wird.

Der soziale Wohnungsbau und seine Geschichte

Ausgelöst wurde das Phänomen sozialer Wohnungsbau durch das Wirtschaftswunder in den 60er-Jahren. Ganze Großsiedlungen wie zum Beispiel die Gropiusstadt im Stadtteil Neukölln wurden im Rahmen staatlicher Förderungsprogramme realisiert.

Der soziale Wohnungsbau wurde schnell zum gängigen Instrument der Städteentwicklung. Von 1961 bis 1990 wurden fast 90% aller neugebauten Wohnungen als sozialer Wohnungsbau gefördert.

Nach der Wende kamen nochmals knapp 70.000 Wohnungen im Rahmen der Förderung hinzu. Seit der Wiedervereinigung verringert sich die Zahl der Sozialwohnungen Jahr für Jahr. Sie sind bis heute um …% gesunken. Im Jahr 2010 machte der Anteil der Sozialwohnungen in Berlin nur noch 10% aus.

Was besagt der Status „sozialer Wohnungsbau“?

Eine Wohnung oder ein Bauprojekt wird nur solange als sozialer Wohnungsbau bezeichnet, wie Rückzahlungsperiode der Förderkredite anhält. Hat der Eigentümer die Finanzierung zurückgezahlt, entfällt auch der Status sozialer Wohnungsbau.

Und nicht nur dieser. Auch die Mietpreisbindung hat damit keinen weiteren Bestand mehr. Die Eigentümer der Bauprojekte können die ehemaligen Sozialwohnungen anschließend ohne Einschränkungen auf dem Mietermarkt anbieten.

Sozialer Wohnungsbau – die drei Förderungsarten

Im Laufe der Jahre wurde der soziale Wohnungsbau auf verschiedene Weise gefördert. Dabei gab es drei verschiedene Vorgehensweisen, die in den jeweiligen Phasen bevorzugt wurden.

In den Anfängen – also in den 60er Jahren – wurde der soziale Wohnungsbau über direkte Baukostenzuschüsse für die Neubauten gefördert. Diese Vorgehensweise dominierte die Förderung beim sozialen Wohnungsbau in dieser Zeit.

Ab den 70er Jahren wechselte man die Methode. Statt der direkten Baukosten wurden die Eigentümer sozial geförderter Bauprojekte durch Aufwendungshilfen unterstützt.

Die Wende bedeutete dann auch eine Wende bei der Förderung. Die Förderung für den sozialen Wohnungsbau wurde fortan in Form pauschalisierter Grundstückkosten und Baukostenansätze berechnet und als vereinbarte Förderung bezeichnet. Die Mietpreise für diese Objekte wurden als Sozialmiete festgelegt.

Sozialer Wohnungsbau am Beispiel Berlin

Sozialer Wohnungsbau – unter diesem Stichwort wurden gerade vor der Wende in Berlin ganze Stadtteile hochgezogen.

Sozial geförderte Wohnungen gehörten besonders in Westberlin zum Programm wie die Planwirtschaft zum Osten. Über 30 Jahre wurde das Baugeschehen vom sozialen Wohnungsbau bestimmt.

2. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.