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S&P Rating: Tabelle mit gravierenden Folgen

Die Ratingagentur Standard & Poor’s gibt regelmäßig neue Einschätzungen zur Finanzkraft von Staaten heraus. Diese S&P Rating-Tabelle hat immense Auswirkungen auf die Wirtschaftsstärke eines Staates.

Denn gemeinsam mit den beiden anderen führenden Agenturen Moody’s und Fitch regeln Standard & Poor’s die Finanzierungskosten von Staaten am Kapitalmarkt. Durch ein schlechtes Rating wird es für Staaten so teurer, sich neues Geld zu beschaffen, was eine Krise weiter verstärken kann.

S&P Rating-Tabelle: Die Noten

Standard & Poor’s benutzt in ihrer Rating-Tabelle Noten, um die Finanzkraft eines Schuldners zu verdeutlichen. Genau wie die Agenturen von Moody’s und Fitch vergibt S&P als Bestnote „AAA“, auch „Prime“ genannt. Unter dieser Höchstnote folgen sechs weitere Abstufungen im A-Bereich, von AA+ bis A-, welche zusammen mit den drei „BBB“-Noten eine mehr oder weniger gesicherte Zahlungsfähigkeit bescheinigen.

Beginnend mit der Benotung „BB+“ fängt der spekulative Bereich an. So sind Anleihen von Staaten, die mit BB+ oder schlechter bewertet wurden, zwar deutlich renditeträchtiger, das Ausfallrisiko ist jedoch ebenfalls sehr viel höher. Ist ein Staat oder Unternehmen in der S&P Rating-Tabelle hingegen mit „CCC-“, „CC“ oder „C“ bewertet, dann ist die Zahlungsunfähigkeit bereits eingetreten, bei der schlechtesten Note „D“ ist ein Ausweg fast unmöglich.

S&P Rating-Tabelle: Deutschland weiterhin mit Bestwertung

Am Beispiel von Ländern sähe diese Einstufung folgendermaßen aus: Deutschland besitzt aktuell zusammen mit anderen finanzstarken Ländern wie England, Kanada, der Schweiz und den skandinavischen Staaten die Bestnote „AAA“.

Die Vereinigten Staaten sind zwar ebenfalls finanzstark und die Zahlungsunfähigkeit ist auch hier weiterhin gegeben, die Streitereien zwischen Republikanern und Demokraten haben jedoch bereits 2010 zu einer Herabstufung auf die Note „AA+“ geführt. Entgegen des üblichen Verlaufs haben die USA jedoch auch weiterhin keine Schwierigkeiten, sich auf dem Weltmarkt günstig Geld zu leihen.

Auf der anderen Seite der S&P Rating-Tabelle befinden sich hingegen Krisenstaaten wie Spanien und Zypern. Letzteres ist mit einer Bewertung von D bereits als „bankrott“ gekennzeichnet. Übrigens: Nicht jedes Land wird von Ratingagenturen bewertet. Länder wie Syrien oder ein Großteil des afrikanischen Kontinents, in denen keine Anleihen durch die Regierung ausgegeben werden, sind in den Tabellen nicht berücksichtigt.

Ratingagenturen weiterhin unter starker Kritik

Auch wenn Kritiker Standard & Poor’s und anderen Ratingagenturen oftmals vorwerfen, dass sie die Weltwirtschaft mit ihren Einschätzungen zu stark manipulieren könnten, sehen die Agenturen selbst ihre Ratings nur als Meinungen, denen andere Marktteilnehmer folgen können, aber nicht müssen.

Nichtsdestotrotz wurden in Europa in den vergangenen Jahren Stimmen laut, die die Einführung einer europäischen Ratingagentur fordern, um vom amerikanischen Monopol unabhängiger zu werden. Denn eins bleibt: Die Macht der Ratingagenturen, ausgedrückt auch in der S&P Rating-Tabelle.

24. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.