von Jan Aalto

Spanien 2012: Land ärmer als gedacht, Crash in Reichweite

Land ist schlechter aufgestellt.

Meldungen aus Spanien alarmieren - reagieren Sie rechtzeitig.

Die Signale sind eindeutig. Der Euroraum steht vor der nächsten Kraftprobe.

Vorsicht, meinen wir mit Blick auf diese bedenklichen spanischen Zahlenwerte.

Der Haushalt in Spanien ist deutlich schlechter aufgestellt, als es die Politik versprochen hatte.

Sowohl die spanische Regierung als auch die Regierungen der Eurozone sind dabei auch nur annähernd zuverlässig in ihren Prognosen gewesen. Vorsicht heißt es, wenn Sie auf Geld-Werte Setzen.

Spanien: die ganze Wahrheit

Spanien ist weit überschuldet, stellt(e) sich jetzt heraus. Kürzlich erst kam eine neue Regierung ins Amt - und die darf ausbaden, was die alte Regierung ihr hinterlassen hatte.

35 Milliarden Euro soll das Einsparvolumen groß sein. Ein schönes Vorhaben, dennoch meinen wir: es wird schwierig. Verpasst sie das Ziel, wird die Verschuldungsquote sogar noch größer als die jetzt avisierten 4,4 vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) sein.

Selbst diese Quote aber ist eindeutig zu hoch. Versprochen hatte die Politik, dass die EU-Staaten maximal 3% vom BIP an neuen Schulden erzeugen dürfen. Weit verfehlt, stellt sich jetzt heraus. Noch schlimmer: Spanien geht in zwischen davon aus, dass es in einer Rezession sein kann.

Weitere Sparmaßnahmen... und die Folgen

Um aber das Geld wie versprochen einzusparen, spart Spanien weiterhin an Ausgaben. Der Arbeitsmarkt erhält weniger Kapital als zuletzt. Dabei war die Arbeitslosenquote zuletzt bereits bemerkenswert hoch.

Vor allem jüngere Arbeitssuchende leiden: die "Jugend"arbeitslosigkeit liegt bei weit über 20%. Einsparmaßnahmen betreffen die Bildungsausgaben. Achtung:

Nicht nur Einsparungen sollen den Haushalt sanieren, sondern ebenso höhere Steuern.

Sechs Milliarden Euro plant die Regierung. Die Steuer bezieht sich auf Einkommen wie auch auf Immobilien - hier über die höhere Grundsteuer. Nachdem selben Muster hat kürzlich erst Griechenland daneben gelegen. Vorsicht:

  • Demnächst muss Spanien mit den neuen Zahlen an den Markt, um sich neues Geld zu leihen. Die Laufzeit der Anleihen: Drei Jahre.
  • Konkurrent wird an dem Tag Italien sein - ebenfalls mit längerer Laufzeit. Sehr gefährlich würde es, wenn nur eines der beiden Länder "siegte". Denn: das andere Land wird dann automatisch als Staat mit schlechterer Bonität wirken.
  • Folge: die Zinsen werden weiter steigen und gegebenenfalls die Konjunktur weiter drosseln.
  • Sowohl Spanien als auch Italien kämpfen 2012 bereits mit der schwachen Konjunktur. Daher ist hier größte Vorsicht geboten.

GeVestor meint: Die neuen Zahlen überraschen uns nicht. An dieser Stelle warnten wir mehrfach vor den wahren Risiken im Euroraum, speziell in Südeuropa.

Das Rad aber dreht sich weiter. Höhere Grundsteuern in Spanien werden das Immobiliendesaster für Eigentümer, die Schulden nicht zurückzahlen können, noch vergrößern. Daher: kaufen Sie keine Staatsanleihen aus dem Euroraum - auch nicht aus Deutschland.

Investieren Sie in Sachwerte - klassisch in Aktien. Nestlé bleibt eine sehr  konservative Empfehlung.

 
 
Bildquelle: Tilio & Paolo - Fotolia