von Janne Joerg Kipp

Spanische Anleihen: Euro Crash mit Vorboten

Spanische Grippe - dauerhaftes Problem.

Michael Mross hat in seinen "MM News" schon vor zwei Jahren vor diesem Szenario gewarnt: Spanische Anleihen sind nur noch Schrott.

Immer deutlicher wird, dass die Staaten in der Eurozone sich kaum noch bei anderen Institutionen und Investoren als den Zentralbanken verschulden können. Jetzt hat es Spanien erwischt. Nur eine Frühjahrsgrippe oder die "spanische Grippe" mit weit reichenden Folgen? Der Euro Crash geht weiter, das ist die Antwort.

Euro Crash bei spanischen Anleihen sichtbar: Schulden zu hoch

Spanien hat versucht, 4 Milliarden Euro am Markt aufzunehmen. Das ist ein überschaubares Sümmchen, da Spanien um ein Vielfaches mehr Geld als Griechenland braucht.

Selbst dieses Geld aber kann sich Spanien nicht mehr leihen. Der Markt hat nur etwa 80% abgenommen. Ein Alarmzeichen - besonders für Sie als Anleger.

Spanische Anleihen: 5,4% reichen nicht

Dabei ist die Rendite für die spanischen Anleihen bereits auf 5,4% gestiegen. Eine gewaltige Zinsanstrengung für Spanien, die zu dieser Mindereinnahme führte.

Das Muster, nach dem das Alles in den kommenden Wochen immer wieder vorkommen wird, auch in anderen Staaten:

Wenn die Anleihen nicht verkauft werden können, sinken die Kurse. Diese sinkenden Kurse bei gegebenen Zinsen jedoch steigern die Rendite für Investoren.

Sie können an steigenden Renditen also direkt ablesen, wie hoch das Misstrauen an den Märkten mittlerweile ist.

Umgekehrt müssen Staaten über die sinkenden Kurse mit weniger Einnahmen bei gleich bleibenden Schulden-Versprechen rechnen. Die Rückzahlung erfolgt kalkulatorisch zu 100% (wenn sie denn klappt).

Aus diesem Grund springen die Notenbanken ein und kaufen selbst Anleihen, um niedrige Zinsen und stabile Kurse zu gewährleisten.

Notenbanken kaufen: reine Kosmetik

Diese Käufe aber sind langfristig betrachtet reine Kosmetik. Zeitkosmetik, denn sie "verlängern" die Bilanzen der Banken.

Diese horten die Anleihen auf ihren Konten und schaffen dadurch mehr Geld. Das Versprechen aber steht: Die Anleihen sollen eines Tages auf den Märkten wieder abgesetzt werden.

Spanische Anleihen sind aber genau aus diesem Grund schlicht ein weiterer Bote für den Euro Crash. Die Anleihen haben eine Laufzeit von 10 Jahren. Die Notenbank kann sich aus ihrer Sicht alle Zeit der Welt lassen, um die Anleihen auf den Markt zu bringen - Abnehmer gibt es derzeit ohnehin kaum. Das "Mehr" an Geld wird daher auf dem Markt bleiben.

GeVestor.de meint: Nebenher hat Griechenland genau dasselbe Problem. Die Anleihenrenditen sind nun auf ein Rekordniveau gestiegen - die Verschuldung klappt kaum noch. Gerüchteweise sind institutionelle Investoren sogar gebeten worden, deren Anleihen noch zu halten, um den Markt nicht zusammenbrechen zu lassen.

Zeitkosmetik, wie oben beschrieben. Rüsten Sie sich dagegen - die Währung der Zukunft sind Goldbestände.

Zwar sichern diese Sie nicht zu 100% ab, aber einen Teil Ihres Depots und Ihrer Handlungsfähigkeit. Barren und Münzen bleiben jenseits aller Tageskurse eine Empfehlung. Lassen Sie am besten die Finger von den spanischen Anleihen.

 
 

Autor:

Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.