von Jan Aalto

Spekulation auf Schwellenländer und Währungen: Fondsanalyse

Fonds können dreistellige Performance bringen.

Anleihen in Fremdwährungen können doppelt riskant sein.

Vorsicht, meinen wir angesichts der niedrigen Zinsen an den Finanzmärkten.

Populärer werden dabei Fonds, die auf Anleihen aus Schwellenländern setzen.

Sofern damit noch Währungsspekulationen einhergehen, scheinen die Chancen besonders groß zu sein. So suggeriert es derzeit etwa die Medienlandschaft in Deutschland, in der Anleihefonds auf Schwellenländer ein Berichts-Comeback feiern.

Wir warnen: Die Risiken solcher Fonds sind größer als etwa Aktienfonds, die besser kalkulierbar sind. Dem müssten entsprechende Chancen gegenüberstehen. Meist aber trügt diese Hoffnung.

Fonds bringen wenige Prozente

Der Blick auf die Ergebnisse einiger fonds ist dabei ernüchternd So schaffen es einzelne Fonds, mit Renditen von -0,8%, 2,5%, 1,8% oder 3,5% weniger zu erwirtschaften als deutsche Lebensversicherungen.

Deren Geschäftsmodell aber ist im Vergleich um Etliches sicherer. Das bedeutet:

Entweder ein Anleihe-Fonds mit hohem Schwellenländer-Anteil bringt ordentlich mehr oder Sie setzen afu die sehr konservative Versicherungsvariante (beziehungsweise ähnlich sichere Geldanlagen).

Lokalwährungen: die besondere Gefahr

Reine Anleihefonds auf Schwellenländer schafften in den vergangenen zwölf Monaten bis zu knapp 12% Rendite. Immerhin: in den vergangenen drei Jahren betrug die Gesamtperformance dieser Vermögen sogar knapp 100%.

Dies bedeutet bezogen auf die jährliche Rendite Werte von etwa 27%. Wer dabei auf das Risiko von Lokalwährungen verzichtete, konnte damit ungefähr das Doppelte dessen erzielen, was Fonds mit Währungsbezug verdienten.

Beachten Sie allerdings:

  • Auch die 3-Jahres-Performance von Anleihefonds auf Schwellenländer ist keine Gewähr für annähernd hohe Profits in Zukunft.
  • Denn: Schwellenländer werden bei einer heraufziehenden Konjunkturkrise ebenso in Schwierigkeiten geraten, etwa wenn die USA als nachfragestarkes Land ausfallen.
  • Vorsicht auch vor den Schwankungen, die Zinsanlagen in diesen Regionen mit sich bringen können. Wer sein Geld jederzeit braucht, ist hier an der falschen Stelle.
  • Wer investiert, ist zudem auf ein hohes Fondsvolumen angewiesen. Denn: Wenn Sie Anteile verkaufen wollen, darf das Fondsmanagement nicht in die Verlegenheit geraten, selbst zu Billigstpreisen aus dem Fondsvermögen heraus verkaufen zu müssen.

Währungsspekulationen: der Risiko-Hebel

Alle Empfehlungen gelten ebenso für Anleihe-Fonds, die Länderwährungen mit einbeziehen. Aber: darüberhinaus ist es zu empfehlen, die Risiken weiter zu reduzieren.

Setzen Sie Stop-Loss-Kurse, da währungsbasierte Fonds stark schwanken können. Reduzieren Sie Ihre Investments auf allenfalls 10% des gesamten Vermögens - und: kaufen Sie Fonds, die Sie an der Börse handeln können.

GeVestor meint: Insgesamt ist es nicht empfehlenswert, die Anleihe-Risiken mit Währungsrisiken noch zu kombinieren. Wer auf Währungen setzen möchte, kann dies über Geldkonten besser steuern.

Überweisen Sie dabei Geldvermögen auf entsprechende Konten im Ausland. So reduzieren Sie das Risiko auf den Umtauschkurs und bestimmen damit selbst, wie und wann Sie die Währungs"umstellung" wieder rückgängig machen wollen.

 
 
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