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Spekulationssteuer bei Aktien: Der aktuelle Stand

Der Begriff Spekulationssteuer für Aktien oder andere Wirtschaftsgüter bestand in der deutschen Steuergesetzgebung noch nie und ist eine Schöpfung des Volksmundes. Die Begrifflichkeit entstammt einer gesetzlich tatsächlich existierenden Rahmenbedingung: der Spekulationsfrist.

Diese Frist gibt privaten Anlegern einen Rahmen vor, der darüber entscheidet, ob Gewinne aus einem Verkauf von Wirtschaftsgütern wie Immobilien oder Wertpapieren steuerpflichtig sind.

„Spekulationssteuer“ bei Aktien: Seit 2009 allgemeine Regelung

Seit 2009 gibt es eine Spekulationsfrist bei Aktien grundsätzlich nicht mehr. Die Gewinne, die Anleger aus dem Verkauf von Wertpapieren beziehen, sind steuerlich abzugelten. Die Spekulationssteuer ist in diesem Fall die sogenannte Abgeltungssteuer, die rund 25% der Gewinne verkaufter Aktien für das Finanzamt abzieht.

Dieser Prozentsatz kann sich um einige Prozentpunkte erhöhen, da ein Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer in den Satz verrechnet werden. Anders als in den Jahren zuvor wird die Gewinnsteuer von den Banken direkt bei Verkauf für den Staat vom Gewinn abgezogen und muss vom privaten Anleger in seiner Einkommenssteuererklärung nicht gesondert aufgeführt werden.

Die alte Regelung bis 2009

Vor dem Jahr 2009 bestand eine Spekulationsfrist für Wertpapiere von einem Jahr, vor 1999 gar nur sechs Monate. Das Prinzip dahinter: Wurde ein Wertpapier vor Ablauf dieser Frist verkauft, so waren die entsprechenden Gewinne ein Fall für den Fiskus. Erfolgte der Verkauf danach, so konnten Anleger dem Steuerabschlag entgehen.

Anders als verbreitet handelte es sich auch dabei jedoch nicht um eine „Spekulationssteuer“ für Aktien, vielmehr wurden diese Gewinne im Einkommenssteuergesetz über den §23 als sonstige Einkünfte deklariert.

Der Paragraph besitzt allerdings weiterhin Gültigkeit für andere Wirtschaftsgüter und Immobilien. Für erstere weiterhin 1 Jahr, für letztere 10 Jahre. Mitunter kann sich die Zeit verlängern, sollten diese innerhalb der Frist als Einkunftsquelle genutzt werden.

Zweifelsfälle: Vor 2009 gekauft, nach 2009 veräußert

Für Anleger, die bis zum 31.12.2008 Aktien oder andere Wertpapiere (Zertifikate ausgenommen) gezeichnet haben, gilt auch weiterhin die einjährige Spekulationsfrist. Ihre Kursgewinne bleiben also auch bei einem Verkauf nach 2009 von der Abgeltungssteuer ausgenommen, gesetzt dem Fall dass die Jahresfrist abgelaufen ist.

Doch auch wenn die Veräußerung noch innerhalb der Frist liegt, kommt für Käufe vor 2009 nicht die Abgeltungssteuer zum Tragen – sie werden individuell nach Tarif versteuert. Verkaufte der Anleger also im Oktober 2011 ein Wertpapier, welches er im September 2008 erstand, so gilt diese „Spekulationssteuer“ für Aktien nicht, da die einjährige Spekulationsfrist längst abgelaufen ist.

Hätte er sie jedoch erst im Februar 2009 entstanden, so wäre sie ein Fall für die Abgeltungssteuer. Dies ist vor allem für Sparer von Aktienfonds nachteilig, die zur privaten Altersvorsorge einen monatlichen Betrag einzahlen.

Für Einzahlungen ab dem 1.1.2009 wird für sie die Abgeltungssteuer auf den Wertzuwachs der neuen Anteile fällig, wenn sie ihr Depot auflösen. Lediglich ihre Kursgewinne vor 2009 bleiben unangetastet.

5. April 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.