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Spenden absetzen: Zuwendungsbescheinigung nicht immer vonnöten

Steuerzahler aufgepasst: Bis zum 1. Juni muss Ihre Steuererklärung beim Finanzamt sein – es sei denn, Sie beauftragen einen Steuerberater oder beantragen Verlängerung. Deshalb lohnt es sich, Ihre Unterlagen nach und nach schon einmal zusammenzustellen.

In diesem Artikel im Fokus: das Thema Spenden. Die meisten Menschen hierzulande glauben, Sie könnten Spenden nur absetzen, wenn sie eine Zuwendungsbescheinigung vorlegen. Und da nicht jede gemeinnützige Organisation automatisch eine ausstellt und auch nicht jeder Spender eine verlangt, gerät das bis zur Steuererklärung meist in Vergessenheit.

Das ist schade! Denn der Fiskus beteiligt sich an Ihren Spenden, wenn Sie diese nur in der Steuererklärung geltend machen. Je nach persönlichem Steuersatz können Sie bis zu 42 % des Geldes vom Fiskus in Form einer Steuererparnis wiederbekommen. Beachten Sie dazu folgende Tipps:

Tipp 1: Vermeiden Sie Barspenden

Barspenden sind nicht nachweisbar – es sei denn, der Empfänger stellt Ihnen dafür eine Spendenbescheinigung aus. Da das oft nicht geschieht und das Nachfragen mühsam ist, sollten Sie Ihre Spenden am besten auch nicht in bar entrichten. Besser ist es, Sie tätigen eine Überweisung oder genehmigen eine Lastschrift.

Ihr Vorteil: Bei Spenden bis 200 € genügt der Kontoauszug als Nachweis. Einzige Voraussetzung: Es muss sich um eine gemeinnützige Organisation handeln. Dann fügen Sie Ihrer Steuererklärung einfach den Kontoauszug bei, aus dem die Überweisung oder Lastschrift hervorgeht, und der Fiskus wird den Spendenbetrag ohne Weiteres anerkennen.

Übrigens gibt es auch Fälle, in denen Spenden über 200 € anerkannt werden; nämlich in bestimmten Not- und Katastrophenfällen, etwa Hochwasser-Katastrophen, Tsunamis, Erdbeben etc.

Häufig richten dann die anerkannten Verbände der freien Wohlfahrtspflege sogenannte Sonderkonten ein. Wer Spenden auf ein solches Sonderkonto überweist, der kann diese – unabhängig von ihrer Höhe – ebenfalls einfach mit dem Kontoauszug nachweisen.

Tipp 2: Nicht nachweisbare Spenden bis 100 € angeben

Falls Sie nur kleine Beträge in bar gespendet und keinen Nachweis darüber aufgehoben haben, dann geben Sie die Spende trotzdem in Ihrer Steuererklärung an! Fertigen Sie auf einem gesonderten Blatt eine Liste an: Wie viel Geld hat welche Organisation wann von Ihnen erhalten?

Wenn Sie Glück haben, werden auch diese Beträge anerkannt. Denn bei den Finanzämtern gibt es eine sogenannte Nichtbeanstandungsgrenze. Im Fall von Spenden liegt sie bei 100 €.

Das heißt: Der betreffende Sachbearbeiter darf Spenden in Höhe von 100 € auch ohne Nachweis anerkennen. Das wird er auch tun, wenn Ihre Auflistung halbwegs plausibel wirkt.

Sie sollten sich dann aber auch die Mühe machen, die Beträge, Daten und Empfänger wirklich sauber aufzulisten, damit das Ganze realistisch erscheint.

Tipps sind für Sie sehr lohnenswert

So einfach diese Tipps sind, so wirkungsvoll sind sie auch, denn rund 1/3 Ihrer Spende – bei höheren Einkommen und Steuersätzen bis zu 42 % davon – erstattet Ihnen dann der Staat.

2. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.