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Spitzensteuersatz: Eine Definition nicht nur für Topverdiener

Grundsätzlich gilt: Wer in Deutschland Geld verdient, muss ab einem bestimmten Einkommen die Einkommenssteuer zahlen. Wie viel man dabei an das Finanzamt abführen muss, hängt von der Höhe der Einkünfte ab. Hierzu zählen nicht nur das Einkommen, welches man als Arbeitnehmer erhält, sondern auch Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Renten oder Kapitalvermögen.

Der Spitzensteuersatz ist gleichzusetzen mit dem obersten Grenzsteuersatz. Das ist der Steuersatz, welcher jeweils die nächste Einheit der Steuerbemessungsgrundlage belastet.

Der Spitzensteuersatz und seine Betragshöhen: Ab wann gelte ich als Topverdiener?

In Deutschland liegt der Spitzensteuersatz derzeit bei 42%. Er wird dann fällig, wenn eine alleinstehende Person ein Jahreseinkommen von über 52.152 € hat. Für verheiratete Ehepaare gilt der doppelte Betrag, also 104.304 €. Im Klartext bedeutet das: Für jeden Euro, der über dieses festgesetzte Limit hinausgeht, zahlt man 42 Cent Einkommenssteuer.

Allerdings ist das zu versteuernde Einkommen nicht mit dem Bruttoeinkommen gleichzusetzen. Das heißt nicht jeder, der überdurchschnittlich viel verdient, muss automatisch den Spitzensteuersatz zahlen.

Hat der Steuerzahler zum Beispiel ein jährliches Bruttoeinkommen von 60.000 €, zieht davon jedoch auf legalem Wege zahlreiche Ausgaben und Freibeträge ab, kann es passieren, dass das zu versteuernde Einkommen schlussendlich deutlich unter dem Bruttoeinkommen liegt. In solch einem Fall fällt auch die Steuerhöhe dementsprechend niedriger aus.

Die Entwicklung des Spitzensteuersatzes

Der Spitzensteuersatz wurde in der Vergangenheit mehrfach angepasst.

  • In den 80er-Jahren lag der Satz noch bei 56%.
  • Im Laufe der 90er-Jahre wurde er auf 53% gesenkt.
  • Im Jahr 2000 setzte man den Satz wiederum auf 51% herab.
  • Daraufhin erfolgte eine erneute Senkung im Jahr 2001 auf 48,5%.
  • Zuletzt wurde eine Herabsetzung des Spitzensteuersatzes von 45% im Jahr 2004 auf aktuell 42% beschlossen. Diese sind seit dem Jahr 2005 zu zahlen.

Mit diesen stetigen Veränderungen der Prozentsätze wurden auch die Einkommensbeträge, ab denen der Spitzensteuersatz zu zahlen ist, ständig neu verhandelt und angepasst.

Die „Reichensteuer“: Starke Schultern tragen mehr

Seit dem 1. Januar 2007 gibt es über den Spitzensteuersatz hinaus die sogenannte „Reichensteuer“. Dieser umgangssprachlich verwendete Begriff bezeichnet die Erhöhung der Einkommenssteuer für Personen mit besonders hohen Einkünften. Die Steuer wurde im Koalitionsvertrag vom 11. November 2005 zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart.

Laut dieser gesetzlichen Neuregelung müssen alleinstehende Personen, die ein jährliches Bruttoeinkommen von über 250.731 € haben, 45% Einkommenssteuer zahlen. Für zusammen veranlagte Ehepartner gilt die doppelte Betragsgrenze. Seit dem 1. Januar 2011 entfällt für diesen Personenkreis zusätzlich das Elterngeld.

3. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.