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Spotmarkt: Was der tägliche Ölpreis und Aktienkurse gemeinsam haben

Es gibt in der Finanzwelt Begriffe, die man spontan bestimmten Bereichen zuordnet, wo sie typisch sind, die tatsächlich aber viel mehr abdecken – zum Beispiel Öl und Spotmarkt.

Bei Letzterem handelt es sich per Definition um einen Markt, an dem ein Geschäft zum aktuellen Preis spätestens nach zwei Tagen abgewickelt ist – ein Heute-und-jetzt-Markt sozusagen.

Spotmarkt: Definition und Funktion

Somit beschränkt sich ein Spotmarkt nicht nur auf Rohstoffe wie Öl oder Agrarprodukte wie Getreide und Milch, er gilt auch für die Devisen- und Wertpapierbörse.

Jeder Anleger, der etwa mit Aktien handelt, bewegt sich auf dem Spotmarkt. Auch Devisen werden kurzfristig gekauft und verkauft. Der Vertrag ist standardisiert, die Leistungen sind innerhalb von zwei Börsentagen ausgetauscht. Lieferung und Zahlung erfolgen Zug um Zug.

Spotmarktgeschäfte sind damit quasi der Regelfall. Man spricht auch vom Effektiv- oder Kassamarkt bzw. Kassageschäften. Dauert die Abwicklung aber länger als zwei Tage, wird ein Geschäft dem Terminmarkt zugerechnet.


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Mit Termingeschäften lassen sich etwa aktuell günstige Spotpreise auf einen späteren Zeitpunkt hin vereinbaren. Futures und Optionen, die sich auf Basiswerte wie Aktien, Devisen oder Rohstoffe beziehen, sind Termingeschäfte, die jedem Anleger offen stehen. Einer der größten Terminmärkte ist die Börse EUREX.

Der Spotmarkt wiederum, auf dem die Leistungen direkt und sofort ausgetauscht werden, ist mit seinen Preisen die Richtschnur für Geldanlagen und Finanzgeschäfte. Der Begriff Spotmarkt ist per Definition eine Herleitung aus dem Englischen ‚on the spot‘, was für sofortiges Handeln steht.

Spezialfall Spotpreis Gold

Doch wie sieht ein Spotmarkt aus und wie kommen die Spotpreise zustande? Bei Aktien und an der Börse sind es die täglichen Notierungen, die sich aus Angebot und Nachfrage ergeben.

Bei Gold aber geht es nicht um eine Börse. Der Goldmarkt findet unter Profis und außerbörslich statt. Gehandelt werden Good Delivery Barren, die 400 Unzen, also 12,44 kg wiegen. Die Lieferfrist beträgt zwei Tage.

Der Goldpreis, der sich auf eine Unze (31,103 g) bezieht, wird rund um die Uhr durch Angebot und Nachfrage gebildet. Preise und Mengen sind stets Verhandlungssache. Der Spotpreis kommt in drei Stufen zustande: durch den Handel in Tokio, New York und London.

Hier werden die Preise von der London Bullion Market Association notiert und zweimal am Tag festgelegt – das London Gold Fixing. Dessen offizieller Referenzpreis liegt nahe am Spotpreis.

Öl mit mehreren Spotmärkten

Auch beim Öl gibt es nicht den einen Spotmarkt. Grundsätzlich ist zwischen dem Spotmarkt für Raffinerieprodukte und dem für Rohöl zu unterscheiden. Letzterer gliedert sich in drei Märkte. In London wird das Barrel der Sorte Brent notiert, in New York das der Sorte WTI und in Singapur die Sorte Dubai Light. Die wichtigsten Akteure sind natürlich die Erdölgesellschaften.

Die zahlreichen Spotmärkte für Raffinerieprodukte finden sich in der Näher von Raffinerien und Ölumschlagsplätzen. In Europa ist der Spotmarkt in Rotterdam mit seinem Ölhafen maßgebend.

Für Anleger ist der Preis, der sich auf diesen Spotmärkten bildet, für ihre Investments in die Rohstoffe wichtig, die sie in der Regel nur über den Terminmarkt wahrnehmen können. Zieht nämlich der Preis an, müssen entsprechende Futures-Kontrakte, sobald sie auslaufen, durch teurere ausgetauscht werden, was zu Rollverlusten führt. In dieser Contango-Situation liegen die zukünftigen Preise über denen am Spotmarkt. Ist das Verhältnis umgekehrt, ist man im Backwardation, sprich im Kursabschlag, und erzielt Gewinne.

19. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.