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Sprinterzertifikate Definition – Sprintstrecke für doppelten Gewinn

Ein Anleger, der sich für Zertifikate interessiert, hat es nicht leicht. Er steht vor einem erdrückenden Angebot mit abertausenden Produkten. Selbst der Versuch, sich über die verschiedenen Formen einen Überblick zu verschaffen, kann bei der Suche nach bestimmten Zertifikaten zum Problem werden.

Sprinterzertifikate Definition: Verwirrende Begriffsvielfalt

Beispiel Sprinterzertifikate. Wie üblich, gibt es auch hier nicht nur einige Varianten. Je nach Anbieter ist zudem der Name unterschiedlich. Jeder will sich mit eigenen Begriffen hervorheben. Wer nun etwas von Sprinterzertifikaten gelesen hat und nach einer Definition sucht, findet zunächst nicht Sprinterzertifikate, sondern meist Sprint-Zertifikate.

Dabei handelt es sich um ein und dasselbe. Nicht nur das: Sprinterzertifikate sind eigentlich Bandbreitenzertifikate. Deren Definition wiederum zeigt, dass Sprint-Zertifikate die allgemeine Bezeichnung ist, während etwa Goldman Sachs vom Impact-Zertifikat spricht. Die Deutsche Bank hält es traditionell mit Double-Chance-Zertifikat, wobei auch sie mittlerweile ein Sprinterzertifikat auf den DAX bewirbt. Noch Fragen?

Unterform der Outperformance-Zertifikate

Um das Ausmaß beim Wirrwarr der Begriffs-Definition auf einen Satz zu bringen: Sprinterzertifikate können auch Sprint-Zertifikate, Bandbreitenzertifikate, Double-Chance-Zertifikate, Katapult-Zertifikate, Kick-Start-Zertifikate, Runnerzertifikate, Speederzertifikate oder Speed-Zertifikate heißen.

Dass sie als Unterform der Outperformance-Zertifikate gelten, sei ebenfalls noch erwähnt. Grund: Sprinterzertifikate funktionieren vom Prinzip her ähnlich.

Sprinterzertifikate: Bandbreite mit erhöhter Rendite

Nun aber zum Inhalt. Ein Sprinterzertifikat bezieht sich meist auf eine Aktie als Basiswert. Ein Anleger profitiert innerhalb einer festgelegten Bandbreite verstärkt von Kurssteigerungen.

Das ist die Strecke, über die das Zertifikat besonders schnell sprintet. Entscheidend ist der Kursstand am Ende der Laufzeit. Alle Gewinne werden aber nach oben hin begrenzt. Bei diesem Cap ist die Maximalrendite erreicht.

Sinkt die Aktie indes, so fällt auch der Wert des Sprinterzertifikats – ohne jede Absicherung, allerdings auch ohne Hebel. Wer dies nicht mag, ist mit einem Bonuszertifikat besser bedient.

Das ganze in anderen Worten: Steigt die Aktie, kann man innerhalb der Sprintstrecke zwischen Kaufpreis und Cap die doppelte Rendite kassieren. Diese 200% sind die übliche Partizipationsrate als Hebel, es können aber auch 300% oder mehr sein.

40% Rendite bei 20% Kursanstieg

Beispiel: Die Aktie kostet anfangs 100 €. Der Hebel hat den Faktor 2. Der Cap liegt bei 150 €. Ist die Aktie am Ende auf 120 € gestiegen, erhält der Anleger nicht nur 20 €, sondern 40 € Rendite und damit insgesamt 140 €. Steht aber die Endnotierung z.B. bei 130 €, so erhält er nicht etwa 160 €, sondern nur 150 €. Hier liegt das obere Ende des Sprintkorridors. Die restlichen 10 € kassiert der Emittent.

Das ganze funktioniert ebenso umgekehrt. Wenn man nur bei sinkenden Kursen doppelt kassieren will, nimmt man ein Reverse-Sprinterzertifikat.

Bei Sprint-Plus-Zertifikaten wiederum – noch eine Spielart – gibt es zusätzlich eine Barriere gegen sinkende Kurse. Läge die im oben genannten Beispiel etwa bei 80 €, bekäme der Anleger dennoch seine 100 € Kaufpreis garantiert, solange es nicht unter diese Grenze geht. Geschieht dies aber auch nur einmal, so verfällt die Garantie.

Der Basiswert von Sprinterzertifkaten kann auch ein Index wie der Dax oder EuroStoxx50 sein.

Übrigens, im Cap und dem Hebel liegt der wesentliche Unterschied zu einem Outperformance-Zertifikat. Vorteilhaft ist ein Sprinterzertifikat nur, wenn man eine klare Vorstellung von moderaten Kurssteigerungen hat, die man doppelt nutzen will.

5. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.