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Staatsanleihen: Wenn Privatanleger und Investoren Staaten Geld leihen

Staatsanleihen sind meist festverzinsliche Wertpapiere, die von Staaten ausgegeben und von Anlegern gekauft werden. Ähnlich wie bei einem Kredit erhalten die Käufer der Anleihe Zinsen und nach einer festgelegten Laufzeit – z. B. zehn Jahre – das Geld wieder zurück.

Wesentliche Anleihe-Merkmale

Staatsanleihen gelten eigentlich als recht sicheres und „langweiliges“ Investment, aber das hat sich mit der Eurokrise geändert. Durch die hohe Verschuldung und Zahlungsprobleme von Ländern wie Griechenland und Portugal sind sie häufig in den Nachrichten.

Im Grunde sind Staatsanleihen (Staatsobligationen) ein Pendant zu Unternehmensanleihen.

Während bei letzteren sich Unternehmen Geld bei Anlegern beschaffen, ist es bei Staatsanleihen die öffentliche Hand, die ihre Papiere an Investoren verkauft und sich dadurch refinanziert.

Die wesentlichen Merkmale sind wie bei anderen Anleihen auch: Höhe (Ausgabevolumen), Laufzeit, Verzinsung.

Beim Volumen handelt es sich meist um hohe Beträge im Milliarden-Bereich, die Laufzeit ist in der Regel mittel-bis langfristig zwischen fünf und 30 Jahren. Allerdings gibt es auch kürzere Laufzeiten. Und sei es alleine darum, das Anleihen mit einer ursprünglich langen Laufzeit inzwischen nur noch eine kurze Restlaufzeit haben.

In der Praxis bedeutet das für Sie als Anleger: Sie haben sie Wahl zwischen praktisch allen beliebigen Laufzeiten.

Laufzeit, Marktzins und Bonität entscheiden

Die Verzinsung von Staatsanleihen liegt über dem Zins für Spareinlagen und ist normaler Weise umso höher, je länger die Laufzeit ist.

Wenn ein Staat eine neue Anleihe herausgibt, richtet sich der von ihm festgelegte Zins zudem nach zwei Kriterien: zum einen nach dem aktuellen Zinsniveau am Kapitalmarkt, zum anderen nach der „Sicherheit“ bzw. der Bonität, die der Staat mitbringt.


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Schätzen Investoren (bzw. der „Markt“) die mittel- bis langfristige Zahlungssicherheit eines Staates als nicht sehr hoch ein, verlangen sie einen eher hohen Zins – sozusagen aus Ausgleich für das Risiko.

Hohe Bonität = niedriger Zins

Anders gesagt: Staaten mit hoher Bonität (= niedriges Ausfallrisiko) können einen deutlich niedrigeren Zins festlegen als Staaten mit schlechter Bonität.

Die Bonität (das Rating) hängt von verschiedenen Faktoren ab, u. a. von der Gesamtverschuldung des Staates im Verhältnis zu seiner Wirtschaftskraft (Schuldenquote), von der Entwicklung des jährlichen Staatsdefizits und von seinem Wirtschaftswachstum.

Dabei spielt jeweils nicht nur der aktuelle Stand eine Rolle, sondern insbesondere die Aussichten bzw. Prognosen für die künftige Entwicklung.

Bundesanleihen leicht zu kaufen

Zu den sichersten Staatsanleihen weltweit zählen die deutschen Bundesanleihen. Sie können von jedem Anleger gekauft werden, auch mit kleinen Beträgen, zum Beispiel bei Banken und Sparkassen.

Nach ihrer Ausgabe (Emission) werden Staatsanleihen an der Börse gehandelt und ihre aktuellen Kurse notiert; sie können vom Anleger also auch an der Börse gekauft (und verkauft) werden.

Man muss eine Anleihe also nicht bis zum Ende der Laufzeit halten. Die Rendite einer Anleihe ergibt sich aus ihrem (Kauf-)Kurs, dem Nominalzins und der Restlaufzeit.

Ratingagenturen geben Noten

Ratingagenturen bewerten regelmäßig das Ausfallrisiko bzw. die Bonität von Staaten und haben dadurch großen Einfluss, der zum Teil aber auch deutlich kritisiert wird. Bei einer schlechten Rating-Note muss ein Staat einen höheren Zins bieten, seine Kreditaufnahme verteuert sich.

In Europa hat die Finanzkriese dazu geführt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Staatsanleihen von „wackligen“ Ländern wie Griechenland, Portugal, Spanien und Italien aufkaufte, um deren Zinsen nicht zu stark in die Höhe schießen zu lassen und letztlich ihre Kreditfähigkeit am Finanzmarkt zu erhalten.

Auch die aktuelle Niedrigzinspolitik der Zentralbank dient unter anderem dazu, den Zinssatz auf den Kapitalmärkten niedrig zu halten. So wird es allen Staaten erleichtert, ihre Staatsfinanzen zu stabilisieren. Immerhin sparen sie große Zinsbeträge.

Inflation als langfristige Gefahr

Ein Feind insbesondere von langlaufenden Anleihen ist – aus Anlegersicht – die Inflation. Da der Anleihezins für die gesamte Laufzeit festgelegt ist, frisst eine hohe bzw. steigende Inflation den Zins auf – die reale Rendite wird negativ.

Dies ist auch bei den heute noch so sicheren Bundesanleihen zu berücksichtigen, die selbst bei sehr langen Laufzeiten von mehr als zehn Jahren nur sehr niedrige Zinsen bieten.

Im aktuell ist die Inflation in Europa auf einem historisch niedrigem Niveau. Allerdings kann sich das in Zukunft wieder ändern.

Achten Sie auch auf den Realzins

Ziehen Sie von der Rendite die aktuelle Inflationsrate ab, so erhalten Sie den realen Zins Ihrer Investition. Bedenken Sie, was die hohe Sicherheit von Bundesanleihen für Ihre reale Rendite bedeutet:

Rendite 10 jährige Bundesanleihe, aktuell ca. 1 %

Inflationsrate in 2014 bisher aktuell ca. 1%.

Die reale Rendite Ihrer Geldanlage beträgt 0 %

Die aktuelle Inflationsrate können Sie hier erfahren.

4. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Bernd Frank
Von: Bernd Frank. Über den Autor

Bernd Frank hat sein finanzwirtschaftlichen Hintergrund beim Handelsblatt und der Nachrichtenagentur Reuters über lange Jahre ausgebaut und vertieft und vermittelt heute komplexe Sachverhalte aus der Finanzwelt für die Leser von GeVestor.