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Stada AG im Interview: Gut aufgestellt für die Zukunft

Die Stada Arzneimittel AG mit Sitz im hessischen Bad Vilbel ist vielen durch Produkte wie Grippostad, Lavidal und Mobilat bekannt. Der deutsche Markt ist durch die Preisregulierung der Politik wenig profitabel.

Der Hersteller von Generika-Präparaten setzt daher zunehmend auf Internationalisierung; besonders Osteuropa und Russland sind im Fokus des Unternehmens.

GeVestor sprach mit Dr. Markus Metzger, Vice President Investor Relations der Stada Arzneimittel AG, über die Auswirkungen der Krise um die Ukraine und Russland und die weiteren Wachstumspläne von Stada.

Gevestor: Trotz der politischen Krise um Russland und die Ukraine konnte Stada im ersten Quartal 2014 den Umsatz auf 507,4 Millionen € um 7% steigern. Russland ist allerdings ein wichtiger Absatzmarkt für Stada. Befürchtet das Unternehmen größere Umsatzeinbußen durch die Krise?

Stada: Wir spüren natürlich die Auswirkungen der politischen Unruhen in der Ukraine sowie den schwachen Rubelkurs. Die Nachfrage im 1. Quartal ist sowohl auf Seiten des Großhandels als auch auf Seiten der Endverbraucher in Russland stark zurückgegangen.

Durch unsere lokale Aufstellung und kurzfristig ergriffene Maßnahmen konnten wir diese Effekte auf operativer Ebene zwar abmildern, aber eben nicht vollständig kompensieren.

Wir sind aber davon überzeugt, dass eine Normalisierung der politischen Situation letztendlich auch eine wirtschaftliche Erholung nach sich ziehen wird. Mittel- und langfristig bleiben wir optimistisch und erwarten, dass Russland wieder zu den attraktivsten Wachstumsmärkten zählen wird.

Insgesamt erwarten wir auf Konzernebene trotz des temporär schwierigen Umfelds in der Marktregion CIS/Osteuropa ein leichtes Umsatzplus im Gesamtjahr 2014.

GeVestor: Im wichtigen Heimatmarkt Deutschland verzeichnet Stada einen Umsatzrückgang. Wo liegen die Gründe und wie will Stada dem entgegensteuern?

Stada: Da muss man genau differenzieren. Denn unser Markenprodukt-Geschäft in Deutschland wächst stark und ist hochprofitabel. Hier werden wir auch weiterhin selektiv investieren, wie zuletzt der Erwerb der Marke Claire Fisher bewiesen hat.

Der Umsatzrückgang in Deutschland ist ausschließlich auf die unverändert schwierigen politischen Rahmenbedingungen für unser Generika-Geschäft zurückzuführen.


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Markus_Metzger_Stada

Vice President Investor Relations: Dr. Markus Metzger (c) STADA

Durch den ruinösen Wettbewerb bei der Ausschreibung von Rabattverträgen reduzieren wir teilweise ganz bewusst den Anteil unserer Generika-Aktivitäten, um unsere operative Profitabilität zu unterstützen.

Ungeachtet dessen sind wir aktuell mit einem Anteil von rund 14% im Markt der aus den deutschen Apotheken abverkauften Generika unverändert die klare Nummer 3. Dennoch: Vor dem Hintergrund der schlechten Bedingungen in Deutschland verfolgen wir schon seit Jahren erfolgreich unsere Strategie „Going east, going branded“.

Dabei fokussieren wir uns zum einen konsequent auf den Ausbau und die Internationalisierung unseres Kernsegments Markenprodukte, da dieser Bereich in der Regel unabhängig von regulatorischen Eingriffen ist und attraktivere Margen als der Generikabereich aufweist.

Schon heute generieren wir 58% unseres bereinigten operativen Gewinns der Kernsegmente mit den Markenprodukten – Tendenz steigend.

Zum anderen setzen wir unverändert auf die geographische Expansion, besonders in wachstumsstarke Schwellenländer. Die Übernahme des Aqualor-Produktportfolios in Russland und der Eintritt in den sich öffnenden Markt in Myanmar sind dafür zwei gute Beispiele.

GeVestor: Im europäischen Markt sticht das Umsatzwachstum in Großbritannien durch die Übernahme von Thornton & Ross hervor. Wie sind die weiteren Wachstumschancen in Großbritannien?

Stada: Die Chancen stehen äußerst gut – Großbritannien ist einer der attraktivsten OTC-Märkte in Europa und mit der Übernahme von Thornton & Ross (T&R) haben wir eine starke Position etabliert.

T&R ist die Nummer 5 im britischen OTC-Markt, zeigt das dynamischste Wachstum unter den führenden OTC-Unternehmen und zeichnet sich durch attraktive Margen aus. Durch die Bündelung der Verantwortlichkeiten in Großbritannien versprechen wir uns zudem deutliche Vertriebs-Synergien.

Die Übernahme hat aber auch noch eine andere sehr wichtige strategische Seite: Wir werden die Expertise der Gesellschaft bei der Entwicklung neuer Produkte bzw. Produktfamilien nutzen, um dort ein „Center of Excellence“ für OTC-Produkte aufzubauen.

Damit schaffen wir die Basis für zukünftiges Wachstum im OTC-Bereich.

Insgesamt steht Großbritannien in der Marktregion Zentraleuropa mit einem Umsatz von 30,5 Millionen € im 1. Quartal schon heute an 3. Stelle und könnte schon bald die führende Position in dieser Marktregion einnehmen.

Gevestor: Die Marktregion Asien & Pazifik legte einen deutlichen Umsatzsprung hin, trotzdem beträgt der Umsatzanteil dieser Region nur 4,4%. Welche Pläne verfolgt Stada um in dieser bevölkerungsreichen Region Marktanteile hinzuzugewinnen?

Stada: Bereits im letzten Jahr haben wir durch die Kontrollerlangung über die beiden vietnamesischen Unternehmen Pymepharco und STADA Vietnam die Weichen für weiteres Wachstum in dieser Marktregion gestellt.

Durch die Konsolidierung der beiden Gesellschaften konnten wir eine führende Position im vietnamesischen Wachstumsmarkt einnehmen. Seit dem 1. Quartal konsolidieren wir aus dem gleichen Grund in China die STADA Pharmaceuticals Beijing, die seitdem ebenfalls zum Erfolg in der Marktregion Asien & Pazifik beiträgt.

Nicht zuletzt waren wir im vergangenen Jahr eines der ersten westlichen Pharmaunternehmen, das seine Produkte in Myanmar vertreibt. Aktuell bauen lokale Partner eine Produktionsstätte auf, die den Markt ab Ende 2015 beliefern soll.

GeVestor: Mit dem 2010 aufgelegten Sparprogramm sollen 20 – 30 Millionen € jährlich eingespart werden. Wie liegt das Unternehmen hier im Plan?

Stada: Dieses auf die optimale Strukturierung unserer Produktion konzentrierte Programm haben wir wie geplant zum Ende des vergangenen Jahres erfolgreich abgeschlossen.

Ein letztes großes Projekt war im vergangenen Jahr die Gründung eines eigenen Shared Service Centers in Serbien, in dem wir ausschließlich konzerninterne IT-Dienstleistungen bündeln.

Durch den Verzicht auf externe IT-Berater werden wir ab 2015 zusätzliche Einsparungen von mehr als 3 Millionen € realisieren. Kosteneffizienz ist das A und O im Generikamarkt – das ist bei uns gelebte Kultur.

GeVestor: Einige Analysten bemängeln, dass die Nettoverschuldung von Stada weiter auf 1,4 Milliarden € angewachsen ist. Diese Analystenmeinungen spiegeln sich auch in dem zuletzt nicht so erfreulichen Kursverlauf der Aktie von Stada wider. Was würden Sie diesen Analysten und dem interessierten Anleger gern mit auf den Weg geben?

Stada: Der sogenannte Leverage, also das Verhältnis Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA, liegt derzeit bei 3,1 – bzw. unter Herausrechnung von negativen Währungseffekten bei 3,4 – und damit akquisitionsbedingt leicht über der internen Zielmarke von 3.

Das ist für uns kein Problem, solange wir dieses Verhältnis durch unsere Ertragskraft innerhalb von 12 – 18 Monaten wieder auf 3 zurückführen können. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass wir uns in diesem Rahmen zu attraktiven Konditionen refinanzieren können.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass wir ein eher defensives Geschäftsmodell ohne große Produktrisiken, Entwicklungskosten oder Klumpenrisiken im Produktportfolio verfolgen.

Dies unterscheidet uns sicherlich von forschenden Pharmaunternehmen. Zudem sind wir weitgehend kapitalmarktfinanziert und damit nur sehr begrenzt von Banken abhängig. Sogenannte Covenants, die unser operatives Geschäft eingrenzen würden, haben wir nicht.

24. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.