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Start-ups im Energiesektor – eine Bedrohung für E.On, RWE & Co?

Anleger, die in den letzten Jahren ihr Geld in vermeintlich sichere Dividendenwerte wie E.On und RWE investiert haben, kennen das Problem: Die Branche der Energieversorger gehört zu den großen Verlierern der Energiewende, entsprechend deutlich waren die Kursverluste für beide deutschen Energieriesen in den letzten Jahren.

Auf 10-Jahressicht verlor die E.On-Aktie rund 60% an Wert, bei der RWE-Aktie summiert sich das Kursminus sogar auf über 70%.

Und die Misere für die großen Energieversorger ist noch nicht vorbei, denn die Energieversorgung der Zukunft ist dezentral. Das heißt, immer mehr Verbraucher erzeugen ihren Strom durch Solarmodule auf dem Dach selbst, speichern diesen im Keller (Batterien) oder versorgen andere mit Strom.

Erneuerbare Energien auf den Vormarsch

Wie weit die Energiewende schon fortgeschritten ist, zeigen aktuelle Daten des Fraunhofer ISE und dem Forschungsinstitut Agora Energiewende. Laut Fraunhofer ISE waren per Ende 2015 rund 1,5 Mio. Solaranlagen in Deutschland verbaut, die rund 40 Gigawatt (GW) an Strom erzeugen. Die installierte Leistung an Sonnenstrom übertrifft damit bereits heute alle anderen Kraftwerkstypen in Deutschland.

Am ersten Maiwochenende 2016 wurden rund 90 % des in Deutschland verbrauchten Stroms dank einer günstigen Wetterkonstellation durch Solar- und Windkraftanlagen abgedeckt – ein neuer Rekord in Deutschland (Quelle: Agora Energiewende).

Start-ups im Energiesektor gestalten die Energiewelt von morgen

Die Energiewende ermöglicht jungen Start-ups wie zum Beispiel dem Unternehmen LichtBlick neue Geschäftsmodelle. Das Hamburger Start-up will eine Plattform anbieten, über die Verbraucher sich und andere mit Strom versorgen können – quasi eine Art AirBnB für Strom (zur Erklärung: AirBnB ist die führende App, wenn es um die Vermittlung privater Unterkünftige gibt).


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Die Idee von Lichtblick: Jeder soll selbst entscheiden können, was mit dem produzierten Sonnenstrom auf den Dach passiert. Die Chancen, dass LichtBlick seine Idee realisieren kann, sind durchaus gegeben, ist das Unternehmen mit 650.000 Privat- und Gewerbekunden bereits Marktführer im Bereich Ökostrom.

Technisch gesehen sollen künftig intelligente Stromzähler dafür sorgen, dass der Strom richtig verteilt wird. Durch Echtzeitmessungen soll festgestellt werden, welcher Haushalt gerade Strom benötigt und welcher Haushalt zum Beispiel gerade zu viel Sonnenstrom auf dem Dach produziert – eine sekundenschnelle Abstimmung zwischen Angebot und Nachfrage.

Neben LichtBlick versuchen sich noch andere deutsche Start-ups Beegy und Buzzn mit ähnlichen Konzepten im Energiesektor. Doch was bedeutet dies für die großen Stromversorger E.On und RWE und vor allem für Anleger, die noch in diesen Werten investiert sind?

Energieversorgung der Zukunft geht an den großen Stromkonzernen vorbei

Noch fehlen die politischen und auch die ökonomischen Voraussetzungen dafür, dass die Konsumenten bald vollends die Kontrolle über die Energieversorgung übernehmen.

Der Gesetzgeber müsste hier erst noch die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Dies dürfte allerdings nur noch eine Frage der Zeit sein, denn das Bundeswirtschaftsministerium will die Entwicklung neuer innovativer Geschäftsmodelle im Energiesektor stärker fördern und die Energiewende trotz hoher Kosten weiter vorantreiben.

Kurzum: Für E.On und RWE werden die nächsten Jahre nicht einfacher, denn auf Deutschlands Energieriesen warten gleich zwei große Herausforderungen:

  1. Die dezentrale Energieversorgung gibt den Bürgern mehr Macht über die Stromversorgung (Autarkie), wodurch die Stromversorgung der Zukunft an den Energieversorgern vorbeigeht.
  1. Der Stromverbrauch in Deutschland ist seit dem Jahr 2007 durch den Einsatz neuer stromsparender Techniken (LEDs, Haushaltsgeräte benötigen immer weniger Strom) tendenziell rückläufig.

Aufgrund dieser Entwicklungen sollten sich Anleger trotz vermeintlich lukrativer Dividendenrenditen von E.On & Co fern halten und sich stattdessen  zukunftsorientierte Unternehmen zuwenden.

8. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands