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Statische Liquidität: Analyse mit geringer Haltbarkeit

Der Begriff Liquidität stammt aus der Betriebswirtschaftslehre.

Er ist abzuleiten von dem lateinischen Wort liquidus, was so viel bedeutet wie „flüssig“.

Ganz allgemein beschreibt Liquidität die Fähigkeit, im Markt ein Wirtschaftsgut auf schnellstem Wege gegen ein anderes eintauschen zu können.

Mindestens eines der beiden Güter entspricht einem geldwerten Zahlungsmittel.

Aus diesem Grund steht Liquidität gleichzeitig für die Verfügbarkeit über genügend Zahlungsmittel.

Allerdings muss zusätzlich auch ein Tauschpartner vorhanden sein, der die gewünschte Transaktion gegen Geld abwickelt.

Somit ermöglicht Liquidität den Kreislauf der Güter und Nutzleistungen.

Mehr dazu: Bilanzgewinn und Gewinnvortrag: Definition, Berechnung und Verwendung

Die statische Liquidität bringt zum Ausdruck, in welchem Verhältnis liquide Vermögensgegenstände auf der Aktiv-Seite der Unternehmensbilanz zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten auf der Passiv-Seite stehen.

Statische Liquidität: Eine Definition zum einfachen Verständnis

Zur Ermittlung der statischen Liquidität werden vorhandene flüssige Mittel mit den fälligen Zahlungsverpflichtungen verglichen und gegengerechnet.

Anhand der Buchhaltung werden verschiedene Liquiditätskennzahlen gebildet.

Statisch heißt die Liquiditätsanalyse deshalb, weil sie auf einen bestimmten Zeitraum im Unternehmensleben Bezug nimmt.

Im Klartext: Alle Werte beziehen sich nur auf einen festen Zeitpunkt.

Die Instrumente der statischen Liquiditätsermittlung

Zur Analyse der statischen Liquidität werden folgenden Instrumente herangezogen:

  • Liquiditätsbilanz
  • Goldene Bilanzregel
  • Liquiditätsgrade

Liquiditätsbilanz

Die Liquiditätsbilanz dient als Unterlage für Maßnahmen der Finanzierung von Unternehmen.

Gegebenenfalls wird eine Liquiditätsbilanz auch unter Umständen von Sanierungen aufgestellt.

Sie ist das Maß der Zahlungsbereitschaft eines Unternehmens für einen bestimmten Zeitpunkt. Hierzu wird der Finanzierungsbedarf dessen Deckung gegenübergestellt.

Die goldene Bilanzregel

Die goldene Bilanzregel fordert, dass die langfristig an das Unternehmen gebundenen Anlagegüter durch langfristiges Kapital gedeckt sein müssen.

In erster Linie muss es sich hierbei um Eigenkapital handeln.

Mehr dazu: Die Bilanzsumme als Ausdruck der Liquidität

Das Umlaufvermögen hingegen sollte laut der goldenen Bilanzregel durch kurzfristiges Kapital gedeckt sein.

Liquiditätsgrade

Zieht man zur Berechnung der statischen Liquidität die sogenannten Liquiditätsgrade heran, dann unterscheidet man zwischen 3 verschiedenen Graden:

  1. der Barliquidität,
  2. der einzugsbedingten Liquidität sowie
  3. der umsatzbedingten Liquidität.

Die Liquidität 1. Grades oder Cash Ratio

Die Cash Ratio wird folgendermaßen berechnet:

Formel  

Berechnung der Liquidität 1 Grades (Cash Ratio)

?
Die Liquidität 1 Grades, auch Cash Ratio genannt, ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl die Auskunft über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens gibt. Ein Unternehmen wird als „gesund“ eingestuft wenn die Liquidität 1 Grades zwischen 10% bis 30% liegt.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"1 Grades" = [(\text"flüssige Mittel" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

 

Brachliegende Geldmittel erwirtschaften keine Rendite.

Die Liquidität 2. Grades oder Quick Ratio

Mithilfe folgender Formel ermittelt man die Quick Ratio:

Formel  

Berechnung der Liquidität 2 Grades (Quick Ratio)

?
Die Liquidität 2. Grades, auch "Quick Ratio" oder "einzugsbedingte Liquidität" genannt, bezeichnet die Zahlungsfähigkeit zur Begleichung offener Verpflichtungen unter Einbeziehung kurzfristig offener Forderungen.Der Richtwert für die Höhe des 2. Liquiditätsgrads liegt bei etwas über 100%.
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"2 Grades" = [(\text"(flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen)" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Die Liquidität 2. Grades sollte annähernd 100% ergeben.

Die Liquidität 3. Grades oder Current Ratio

Die umsatzbedingte Liquidität sollte in jedem Fall eine deutliche Überdeckung ergeben.

Die Berechnung funktioniert wie folgt:

Formel  

Berechnung der Liquidität 3 Grades (Current Ratio)

?
Laut der sogenannten „Banker’s Rule“ liegt ein optimaler Zielwert für die Liquidität 3. Grades bei 200%
$$\bo\text"Liquidität"↙\text"3 Grades" = [(\text"Umlaufvermögen" / \text"kurzfristige Verbindlichkeiten"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Nachteil der statischen Liquidität: Begrenzte Gültigkeit

Ein Nachteil der statischen Liquidität ist, dass alle Zahlen nur für den Tag der Aufstellung wirklich Gültigkeit besitzen.

Zukünftige Zahlungseingänge und -verpflichtungen finden hingegen keine Berücksichtigung.

11. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.