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Statischer Verschuldungsgrad: So wird er interpretiert

Der statische Verschuldungsgradist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, welche über die Verschuldung eines Unternehmens informiert. Bei der Bewertung von Unternehmer ist der statische Verschuldungsgrad interessant, um Chancen zur Erhöhung der Eigenkapitalrentabilität auszumachen.

Auch die Abhängigkeit von unternehmensfremden Finanzierungsquellen (Banken, Verbindlichkeiten mit zukünftigen Zahlungszielen etc.) kann aus dem statischen Verschuldungsgrad herausgelesen werden.

Berechnung des statischen Verschuldungsgrads

Um den statischen Verschuldungsgrad eines Unternehmens zu berechnen, muss der Marktwert des Fremdkapitals durch den Marktwert des Eigenkapitals dividiert werden. Als Fremdkapital gelten Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

Als Eigenkapital gilt das gezeichnete Kapital inklusive der ausstehenden Einlagen, Gewinnrücklagen und Kapitalrücklagen.

Formel  

Statischen Verschuldungsgrad berechnen

?
Der statische Verschuldungsgrad bildet das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital ab. Dieser sagt somit etwas über die Finanzierungsstruktur des Unternehmens aus. In der Regel gilt: Je höher der statische Verschuldungsgrad desto höher das Kreditrisiko der Gläubiger.
$$\bo\text"statischer Verschuldungsgrad" = (\text"Fremdkapital" / \text"Eigenkapital"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Je niedriger der statische Verschuldungsgrad, desto höher ist die Eigenkapitalfinanzierung. Je höher der statische Verschuldungsgrad, desto mehr Fremdkapital setzt das Unternehmen im Verhältnis zum Eigenkapital ein.

In der Mathematik kann bekanntlich nicht durch 0 dividiert werden, daher spricht man bei nicht vorhandenem Eigenkapital von einem statischen Verschuldungsgrad, der gegen unendlich tendiert.

Nachhaltiger statischer Verschuldungsgrad

Als Indikator für die Interpretation des statischen Verschuldungsgrads gilt die 2:1-Regel. Der statische Verschuldungsgrad eines Unternehmens soll demnach nicht mehr als 200% betragen. Dann kann ein Unternehmen nachhaltig arbeiten.

Falls Unternehmen diesen Verschuldungsgrad deutlich überschreiten, steigt die Anfälligkeit für Krisen und sinkt die Flexibilität, während die Abhängigkeit von Finanzinstituten wächst.

Es gilt hierbei die Grundregel: Ein Unternehmen sollte mindestens 30% seiner Investitionen mit Eigenkapital finanzieren, um einen nachhaltigen statischen Verschuldungsgrad zu erreichen.

Zusätzlich zum statischen Verschuldungsgrad ist es wichtig, den dynamischen Verschuldungsgrad zu bewerten, um ein Gesamtbild der Verschuldung des Unternehmens zu erhalten.

Beispielrechnung: Statischer Verschuldungsgrad

Die Bilanz eines Unternehmens zeigt einen Fremdkapitalanteil von 350 Mio. €. Der Eigenkapitalanteil liegt bei 200 Mio. €.

Statischer Verschuldungsgrad: 350/200 * 100 = 175%

Der statische Verschuldungsgrad des Unternehmens kann damit als krisensicher eingestuft werden. Auch in Zukunft kann das Unternehmen erwägen, Investitionen mit Fremdkapital zu tätigen.

Statischer Verschuldungsgrad: Möglicher Steuervorteil

Bei der Entscheidung, ob Fremdkapital oder Eigenkapital für Investitionen genutzt werden soll, kommt den steuerlichen Aspekten eine wichtige Rolle zu. Fremd- und Eigenkapital werden in Deutschland derzeit steuerlich unterschiedlich behandelt.

Bei Finanzierung einer Investition mit Eigenkapital ist die Steuerbelastung höher als bei einer Finanzierung mit Fremdkapital. Grund dafür ist die steuerliche Absetzbarkeit von Zinsaufwendungen als Betriebskapital. Der Renditeausfall durch den Einsatz von Eigenkapital ist steuerlich nicht absetzbar.

Bei der Entscheidung, ob ein niedriger statischer Verschuldungsgrad erhöht werden soll oder nicht, muss zusätzlich zum Leverage-Effekt auch der Steuervorteil miteinberechnet werden.

Besonders bei hohem Kapitaleinsatz kann durch die Aufnahme von Fremdkapital ein entscheidender Steuervorteil erreicht werden.

Fazit: Statischer Verschuldungsgrad

Der statische Verschuldungsgrad ist eine wichtige Kennzahl – sowohl für Investoren als auch für Unternehmer. Für Unternehmer ist die Kennzahl entscheidend, um abzuwägen, ob eine Investition mit Eigen- oder Fremdkapital getätigt werden soll.

Dem Investor zeigt die Kennzahl das Potential, das ein Unternehmen noch hat, um die Hebelwirkung von Fremdkapital einzusetzen. Zudem können auch die Risiken des Investments nach Betrachtung des statischen Verschuldungsgrades besser eingeschätzt werden.

26. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.