MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Steuer geringwertige Wirtschaftsgüter – clever absetzen

Durch die Veränderungen in der Gesetzgebung bezüglich der Steuer geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) 2007 und 2010 existieren derzeit drei Abschreibungsmodelle für GWG nebeneinander.

Von den Freien Berufen über das Kleingewerbe bis hin zu großen Unternehmen eröffnen sich damit für jeden Selbstständigen mehrere Möglichkeiten, kreativ mit betrieblichen Anschaffungen im Wert von 150 bis 1.000 Euro umzugehen.

GWG machen als Einzelposten zwar keine großen Beträge in der Bilanz aus, bilden in der Summe jedoch ein erhebliches steuerminderndes Potenzial.

Denn kein Unternehmer kann auf die kleinen Helfer im Betrieb verzichten, und der ständige Zuwachs an technischer Innovation sorgt dafür, dass selbst im Home-Office eines Freiberuflers mittlerweile ein größeres Anlagevermögen versammelt ist.

Steuer: geringwertige Wirtschaftsgüter können unkompliziert abgeschrieben werden

In der Regel werden Wirtschaftsgüter über längere Zeit nach AfA-Liste abgeschrieben. Das betrifft sogar Einrichtungen wie das häusliche Arbeitszimmer.

GWG haben den Vorteil, dass sie im Jahr der Veranlagung im vollen Umfang der Aufwendungen oder als Betriebsausgaben abgesetzt werden können. Das Verfahren ist einfach und erspart dem Steuerpflichtigen größeren Aufwand.

Wer bei der Steuer geringwertige Wirtschaftsgüter jedoch mit gutem Augenmaß absetzt, kann sich weitere Vorteile verschaffen. Als GWG gelten nach § 6 Abs. 2 EStG alle abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgüter, die selbstständig genutzt werden können, und deren Netto-Einzelanschaffungspreis oder Sacheinlagewert 410 Euro nicht übersteigen.

Steuer geringwertige Wirtschaftsgüter: 3 Abschreibungsmodelle

Bis 150 Euro werden GWG als solche gar nicht erfasst und können sofort bei den Betriebsausgaben aufgeführt werden. Die sofortige Abschreibung ist bis zu einem Netto-Wert von 410 Euro möglich. GWG mit einem Einzelwert von 150,01 Euro bis 410 Euro lassen sich in einem Pool von bis zu 1.000 Euro zusammenfassen und als Sammelabschreibung zu 20 % über 5 Jahre handhaben.

Ab 1.000,01 Euro greift dann die AfA-Tabelle. Die Pool-Regelung und die 150-Euro-Grenze hatte der Gesetzgeber im Jahr 2007 als generelles Verfahren eingeführt. 2010 jedoch kam es zum Wiedereinsatz des 410-Euro-Limits, so dass beide Regelungen nun nebeneinander bestehen.

Steuer geringwertige Wirtschaftsgüter – die Vorteile

Als Kombi-Modell ist die Pool-Abschreibung sehr sinnvoll. Zum einen betrachtet die Steuer geringwertige Wirtschaftsgüter nicht als solche, wenn sie nicht selbständig genutzt werden können.

Ein solches Beispiel wäre ein Bildschirm, der nur im Zusammenhang mit einem PC Sinn macht. Im Abschreibungspool dagegen sind beide Geräte, sofern sie zusammen einen Nettopreis von 1.000 Euro nicht übersteigen, gut aufgehoben.

Zum Zweiten kann ein Unternehmer mit dem Abschreibungspool eine Steuerminderung zeitlich nach hinten verlagern. Das ist dann ratsam, wenn die aktuelle Ertragssituation gerade ungünstig ist.

Bei jedem GWG lassen sich auch Nebenkosten wie die Herstellung der Betriebsbereitschaft, Liefer- oder Versandkosten sowie erforderliche Versicherungen in den Anschaffungspreis einbeziehen.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.