MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Steuer-Know How: Ihre Steuertipps zum Jahresende

Das Jahr neigt sich dem Ende. Damit wird es höchste Zeit für Sie, sich um steuerliche Aspekte der Geldanlage zu kümmern. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei.

1. Die Verlustverrechnung bei Kapitalanlagen

Die Verrechnung von Verlusten mit Gewinnen aus Kapitalanlagen hilft Ihnen, Ihre Steuerlast zu senken. Verluste aus Kapitalanlagen werden grundsätzlich nicht mit anderen Einkunftsarten (z. B. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) verrechnet. Sondern Ihre Bank verrechnet bereits intern die Verluste mit Gewinnen aus Kapitalanlagen sowie Zinserträgen über sogenannte Verlustverrechnungstöpfe.

Erst, wenn die Verlustverrechnungstöpfe mit Gewinnen wieder aufgebraucht sind, wird automatisch von der Bank die Kapitalertragsteuer sowie der Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer einbehalten und der (Netto-)Ertrag Ihnen anschließend gutgeschrieben.

Doch nicht jeder Verlust kann mit anderen Erträgen, wie z. B. Dividenden, Zinsen und Kursgewinnen verrechnet werden. So können Veräußerungsverluste aus Aktiengeschäften nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften ausgeglichen werden.

So verrechnet die Bank bereits intern Gewinne mit Verlusten

Für jeden Gläubiger werden bei den Banken drei Verlustverrechnungstöpfe geführt. Haben die Anleger neben einem Einzeldepot noch ein Gemeinschaftsdepot, so werden sie als zwei Gläubiger behandelt. Die drei Verlustverrechnungstöpfe sind

  • Aktien-Verlustverrechnungstopf
  • Allgemeiner Verlustverrechnungstopf
  • Ausländischer Quellensteuer-Verrechnungstopf

Negative Kapitalerträge (z. B. Verlust aus dem Verkauf von Aktien), die nicht sofort mit positiven Kapitalerträgen des laufenden Jahres verrechnet werden können, werden fortan in die Verlustverrechnungstöpfe eingestellt und mit späteren positiven Kapitalerträgen verrechnet.

Dabei ist darauf zu achten, dass Veräußerungsverluste aus Aktiengeschäften nur mit entsprechenden Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden können. Veräußerungsgewinne aus Aktiengeschäften dürfen hingegen mit allen anderen negativen Kapitalerträgen verrechnet werden.

Veräußerungsverluste aus Zertifikaten, Fonds und gezahlte Stückzinsen beim Erwerb von Anleihen können mit allen positiven Kapitalerträgen (z.B. Dividenden, Zinsen, Veräußerungsgewinnen aus allen Wertpapiergeschäften) verrechnet werden. Verbleiben Verluste im Aktien-Verlustverrechnungstopf und im Allgemeinen Verlustverrechnungstopf, so werden diese mit positiven Kapitalerträgen gegeneinander aufgerechnet.

Der umgekehrte Fall ist nicht möglich; Aktienverluste lassen sich nur mit Aktiengewinnen verrechnen. Der ausländische Quellensteuer-Verrechnungstopf dient dazu, die ausländische Quellensteuer aufzusummieren, mit der die Anleger belastet werden. Auf die Abgeltungsteuer wirkt sich der nicht rückforderbare Anteil der ausländischen Quellensteuer mindernd aus.

Verlustverrechnung bei Ehegatten

Haben Ehegatten bei einer Bank Einzelkonten und Einzeldepots, so ist auf Bankebene eine Verlustverrechnung zwischen diesen Konten und Depots der Ehegatten möglich. Voraussetzung ist ein gemeinsamer Freistellungsauftrag der Ehegatten.

In diesem Fall nimmt die Bank die Verlustverrechnung automatisch vor. Dabei reicht ein Freistellungsauftrag über 0,00 € aus. Liegt kein Freistellungsauftrag vor, so kann die Verlustverrechnung nur über die Steuererklärung durchgeführt werden.

Stichtag 15.12.: Verlustbescheinigung für die bankenübergreifende Verlustverrechnung

Liegen Depots und Konten bei verschiedenen Banken, so gibt es keine Verrechnung von positiven und negativen Kapitalerträgen. Die bankenübergreifende Verlustverrechnung kann nur über die Einkommensteuererklärung durchgeführt werden.

Dazu benötigen Sie eine Verlustbescheinigung, die die depotführende Bank auf Antrag ausstellen muss. Der Stichtag für diesen Antrag ist jeweils der 15.12. des laufenden Jahres. Stellt die Bank die Verlustbescheinigung aus, wird der Verlustverrechnungstopf wieder auf 0 € zurückgesetzt.

Falls Sie in diesem Jahr also Verluste gemacht haben, die mit Gewinnen bei einer anderen Bank verrechnet werden sollen, sollten Sie die Bescheinigung in den nächsten Tagen bei Ihrer Bank beantragen. Ihrer Steuererklärung für das Jahr 2014 fügen Sie diese Verlustbescheinigung bei und füllen die Anlage KAP aus.

2. Freistellungsaufträge richtig verteilen

Wenn Sie Freistellungsaufträge bei Ihren Banken verteilt haben, achten Sie darauf, dass Sie maximal bis zu 1.602 € (Verheiratete) bzw. 801 € (Alleinstehende) verteilt haben. Die Banken ziehen bei Kapitalerträgen bis zu den genannten Höhen keine Abgeltungsteuer ab. Erst bei Erträgen, die höher sind, erfolgt eine Steuerbelastung.

Das Finanzamt nimmt mittlerweile einen Abgleich vor. Überhöht verteilte Freistellungsaufträge fallen somit auf. Achten Sie daher auf die Obergrenzen, um Nachfragen seitens des Finanzamtes zu vermeiden. Eine Erhöhung des Freistellungsauftrages bewirkt eine rückwirkende Änderung bereits versteuerter Kapitalerträge. Hierbei kann es zu einer Erstattung von bereits gezahlter Abgeltungsteuer kommen.

Eine Verminderung des Freistellungsauftrages kann nur insoweit erfolgen, wie das bisherige Volumen noch nicht mit Kapitalerträgen ausgeschöpft wurde. Achten Sie bei Ihrer Bank auf den letztmöglichen Termin in diesem Jahr, bis zu dem eine Änderung des Freistellungsauftrages möglich ist.

3. Fordern Sie Ihre Kreditgebühren bis zum Jahresende zurück

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Bearbeitungsgebühren bei Privatkrediten unzulässig sind, und dass im Hinblick auf die Verjährungsfristen sogar bis zu 10 Jahre zurück (Az. XI ZR 348/13 und Az. XI ZR 17/14). Zu den Privatkrediten zählen insbesondere Raten- oder Autokredite, aber auch Immobilienkredite.

Die Bearbeitungsgebühr liegt meistens zwischen 1 bis 4% der Darlehenssumme. Der Zeitrahmen, für den Sie die Bearbeitungsgebühren zurückholen können, wurde in den o.g. Urteilen verlängert. Grundsätzlich gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Da aber eine unsichere Rechtslage bis 2011 bestand, begründet dies einen Aufschub der Verjährungsfrist, so die Richter. Sie müssen aber selbst aktiv werden.

Die Banken werden Ihnen von sich aus die Bearbeitungsgebühren nicht zurückzahlen. Daher seien Sie schnell, denn schon jetzt und bis zum 31.12.2014 verjähren Ihre Ansprüche aus dem Jahr 2004. Die 10jährige Verjährungsfrist beginnt nämlich mit dem Tag, an dem Sie die Bearbeitungsgebühren bezahlt haben. Haben Sie z.B. am 13.12.2006 die Kreditbearbeitungsgebühr bezahlt, so endet die Verjährungsfrist am 13.12.2016.

Bis zum Ende diesen Jahres enden also alle Ansprüche aus dem Jahr 2006. Für Kreditaufnahmen ab 2011 zählt die dreijährige Verjährungsfrist, diese läuft dann allerdings jeweils bis zum 31.12. Es verjähren zum 31.12.2016 alle Ansprüche aus dem Jahr 2013. Prüfen Sie daher Ihre Kreditverträge und fordern Sie Ihre gezahlten Gebühren zurück.

4. Neue Regeln zur strafbefreienden Selbstanzeige

Der Staat will Steuerhinterziehung konsequent bekämpfen. Aus diesem Grund sollte die strafbefreiende Selbstanzeige erneut verschärft werden. Die folgenden wichtigsten Änderungen gelten seit dem 01.01.2015:

  • Steuerhinterziehung bleibt bei einer Selbstanzeige nur noch dann straffrei, wenn der hinterzogene Betrag nicht mehr als 25.000 € beträgt. Bisher galt eine Grenze von 50.000 €.
  • Die Berichtigungspflicht soll sich auf die letzten 10 Jahre ab Abgabe der Selbstanzeige erstrecken.
  • Von einer Strafverfolgung bei höheren Beträgen kann nur bei Zahlung eines Zuschlags abgesehen werden. Dieser beträgt bei einer Summe von mehr als 25.000 Euro 10%, ab 100.000 Euro 15% und bei mehr als einer Million Euro 20%.
  • Neben den hinterzogenen Steuern fallen wie bisher 6% pro Jahr Hinterziehungszinsen an, die sofort gezahlt werden müssen, damit die Selbstanzeige wirksam wird.

Sollte eine Selbstanzeige bei Ihnen notwendig sein, ist es sinnvoll einen Steuerberater zu konsultieren, denn nur ein kleiner Fehler kann die Selbstanzeige unwirksam machen.

6. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dirk Schöbel
Von: Dirk Schöbel. Über den Autor

Dirk Schöbel ist Diplom-Kaufmann und für einen Steuerberater, wie auch als Finanzredakteur tätig. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen die Vermögensberatung und -analyse unter Berücksichtigung der steuerlichen Gegebenheiten.