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Steuer: Sonderausgaben mindern Steuerschuld

Vielen Steuerpflichtigen graut es immer wieder vor der Steuererklärung. Dabei kann eine etwas intensivere Auseinandersetzung mit diesem Thema einiges an Geld ins Portemonnaie zurückbringen. Beispielsweise die Sonderausgaben können das zu versteuernde Einkommen erheblich mindern.

Steuer: Sonderausgaben absetzen

Im Steuerrecht wird unterschieden zwischen allgemeinen Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und den sonstigen Sonderausgaben. Die Regelungen zu diesen Ausgaben finden sich im § 10 EStG sowie im § 10a EStG.

Steuerpflichtige können Sonderausgaben steuerlich absetzen, insofern sie nicht zu den Werbungskosten oder Betriebsausgaben gezählt werden. Der Abzug als Werbungs- oder Betriebskosten bekommt im Steuerrecht immer den Vorzug. Die Sonderleistungen werden vom Finanzamt mit eventuell vorhandenen Pauschbeträgen verrechnet. So kann eine Steuernachzahlung verringert werden oder eine Steuererstattung anfallen.

Allgemeine Sonderausgaben

Unter die allgemeinen Sonderausgaben fallen Unterhaltszahlungen, Renten und die Kirchensteuer.

Zudem sind die Kinderbetreuungskosten und die erstmalige Berufsausbildung bis zu einem Betrag von 4.000 €  bzw. 6.000 € absetzbar. Auch Spenden- und Mitgliedsbeiträge werden steuerlich berücksichtigt.

Altersvorsorgeaufwendungen

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen werden die Beiträge zu gesetzlichen und privaten Rentenversicherungen (zum Beispiel Riester- oder Rürup-Rente) gezählt. Auch eine betriebliche Altersvorsorge kann die Steuerlast mindern. Bei den Vorsorgeaufwendungen ist jedoch Obacht geboten. Diese werden seit 2005 in Altersvorsorge- und sonstige Aufwendungen unterteilt.

Seit 2005 gilt das Alterseinkünftegesetz. Dabei kommt es zu einer stufenweisen Besteuerung der Renten, der nachgelagerten Besteuerung. Alle Alterseinkünfte sollen bis zum Jahr 2040 steuerlich voll geltend gemacht werden.

Eine verminderte Steuerbelastung durch erhöhte Abzugsmöglichkeiten bei den Altersvorsorgeaufwendungen sorgt hingegen während des aktiven Erwerbslebens für eine verminderte Steuerbelastung.

Bei einer sogenannten Günstigerprüfung durch das Finanzamt wird entschieden, welche Steuervariante die bestmögliche für den Steuerpflichtigen ist. Insbesondere bei den Altersvorsorgeaufwendungen ist eine Günstigerprüfung oftmals notwendig.

Das Finanzamt prüft noch bis ins Jahr 2019, ob zum Beispiel für Rürup-Renten die alte Rechtslage bis 2004 oder die neue Rechtslage des Alterseinkünftegesetzes (mit Änderungen im Jahr 2010) für den Steuerpflichtigen günstiger ausfällt.

Sonstige Vorsorgeaufwendungen

In diese Rubrik fallen die Aufwendungen zur Arbeitslosenversicherung, zur Berufsunfähigkeitsversicherung und zur Kranken- und Pflegeversicherung. Durch das Bürgerentlastungsgesetz von 2010 kann die Kranken- und Pflegeversicherung vollständig abgesetzt werden.

Wer die Höchstgrenzen nicht ausschöpft, kann auch die Beiträge zur Unfall-, Haftpflicht-, Risiko- und Lebensversicherung absetzen. Die Basisversorgung der Kranken- und Pflegeversicherung ist jedoch in jedem Falle abzugsfähig.

Sonstige Sonderausgaben

Aufwendungen zur Sanierung und Wiederherstellung von Gebäuden, die privat genutzt werden und dem Baudenkmalschutz unterstehen, können bei der Steuer ebenfalls zu den Sonderausgaben gezählt werden.

Auch Gebäude in einem Sanierungsgebiet und schutzwürdiges Kulturgut sind als Sonderausgaben vermerkt. Der Abzug erfolgt jedoch nicht sofort in voller Höhe, sondern mit einem Abschlag von 9 % über einen Zeitraum von 10 Jahren.

Viele Möglichkeiten der Steuerminderung

Unter die Rubrik der Sonderausgaben kann eine Menge zusammengefasst und steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings sind auch immer die Höchstbeträge im Auge zu behalten, die die Freude wieder trüben können.

6. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.