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Diese Steuerarten gibt es in Deutschland

In Deutschland existieren etliche verschiedene Steuerarten. Durch Steuereinnahmen kann der Staat zum Beispiel in die soziale Sicherung, die innere und äußere Sicherheit, Gesundheit, Bildung und Infrastruktur des Landes investieren.

Direkte und indirekte Steuern

Steuern sind nicht gleich Steuern, sondern können vielfältig unterschieden werden. Zu nennen ist hierbei zum einen die Unterscheidung zwischen direkter und indirekter Steuer.

Zu den direkten Steuern zählen alle Steuern auf Einkommen und Vermögen, die der Steuerpflichtige direkt zu zahlen hat, wie etwa die Einkommensteuer, Lohnsteuer, Körperschaftsteuer oder Abgeltungssteuer.

Indirekte Steuern werden über den Preis einer Ware oder Dienstleitung erhoben, etwa über die Umsatzsteuer, Energiesteuer, Tabaksteuer oder Mineralölsteuer. Hierbei führt also ein Dritter die Steuer für den steuerpflichtigen Bürger ab.

Das Steueraufkommen wird aktuell etwa zu gleichen Teilen von direkten als auch indirekten Steuern getragen.

Steuerarten und Steueraufkommen in Deutschland

In Deutschland existieren fast 40 unterschiedliche Steuerarten, wobei jedoch nur ein Teil davon für jeden Bürger relevant ist. Während beispielsweise jeder Bürger beim Einkauf mit der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) in Kontakt kommt, richten sich Steuern auf spezielle Produkte wie die Abgaben auf Tabak- oder Alkopopverkäufe nur an bestimmte Käufergruppen.

Diese Unterschiede lassen sich auch in der Statistik erkennen. Während die „Steuern vom Umsatz“ mit Einnahmen von mittlerweile mehr als 200 Mrd. € den größten Steuerposten ausmachen, verschafft die Alkopopsteuer dem Bund und den Gemeinden „nur“ Beträge zwischen 1 und 2 Mrd. € pro Jahr.

Insgesamt stiegen die Steuereinnahmen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6% an und beliefen sich auf über 673 Mrd. €. Die Ländersteuern konnten insgesamt sogar um 15,9% zulegen und die 20-Milliarden-Euro-Marke knacken. Grund dafür sind höhere Erbschaft- und Grunderwerbsteuereinnahmen.

Unterscheidung der Steuerarten

Die Steuergesetzgebungshoheit liegt beim Bund und den Ländern. Besteuert werden kann der Besitz, der Ertrag, der Umsatz und der Verbrauch.

Die Erträge werden dann unterteilt in Gemeinschaftsteuern (etwa veranlagte Einkommensteuer oder Lohnsteuer), Bundessteuern (Zoll, Energiesteuer, Tabaksteuer, Kaffeesteuer), Ländersteuern (Erbschaftsteuer, Biersteuer, Grunderwerbsteuer) und Gemeindesteuern (Grundsteuer, Gewerbesteuer, Hundesteuer).

Während sich die Gemeinschaftssteuern sich auf Bund und Länder sowie in kleinen prozentualen Anteilen auch auf die Gemeinden aufteilen, finanziert der Bund durch die Bundessteuern unter anderem Renten- und Arbeitslosenversicherungen, die Bundeswehr und das bundesweite Verkehrswesen.

Die Ländersteuern kommen hingegen beispielsweise Bildungseinrichtungen, der Polizei sowie dem Gesundheitswesen zu Gute. Von den Gemeindesteuern werden schlussendlich die Wasser- und Energieversorgung, die Müllabfuhr, Grünanlagen und der öffentliche Nahverkehr bezahlt.

Eine weitere Unterscheidung der Steuerarten in Deutschland liegt in der Differenzierung von Produktions- und Importabgaben, die von einem Unternehmen aufgrund ihrer Produktionstätigkeit erhoben werden. Beispielhaft dafür sind die Grundsteuer oder Abgaben auf Umweltverschmutzung sowie die Unterscheidung von einkommens- und vermögenswirksamen Steuern.

Kapitalertragssteuer: Die Steuer für Anleger

Eine Steuerart in Deutschland ist hingegen besonders für Anleger wichtig. Wurden Einkommen aus Kapitalvermögen wie inländische Zinsen, Dividenden sowie Erträgen aus Wertpapieren in der Vergangenheit noch vom Anleger selber abgeführt, wurde die Kapitalertragssteuer 2009 in eine Abgeltungssteuer umgewandelt.

Dies bedeutet, dass die Steuern direkt an der Quelle der Auszahlung, also meist von einer Bank, an das Finanzamt abgeführt werden. Zuzüglich zum Kapitalertragssteuersatz, welcher aktuell 25% beträgt, wird ein Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls eine Kirchensteuer erhoben.

Zusammengerechnet werden so zwischen 26% und 28% der Kapitaleinkommen direkt an den Fiskus abgeführt. In der jährlichen Einkommenssteuererklärung muss das Kapitalvermögen dann nicht mehr erfasst werden.

Als Teil der Einkommenssteuer fließt die Kapitalertragssteuer ebenfalls in den Gemeinschaftshaushalt, kommt also Bund, Ländern und Kommunen zu Gute.

Eine gute Übersicht über die Steuer- und Abgabenlast eines durchschnittlichen deutschen Haushaltes bietet die Bundeszentrale für politische Bildung auf ihrer Internetseite (Stand: 2014). Aktuelle Zahlen zu den Steuereinnahmen in Deutschland bietet hingegen die Online-Präsenz Finanzministerium.

25. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.