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Steuererklärung abgeben: So holen Sie ihr Geld zurück

Vor dem Wochenende graut mir regelmäßig – genau einmal im Jahr. Immer wieder finde ich Ausreden, weshalb ich etwas besseres vorhaben könnte, und dann verschiebe ich den Termin. Dabei lohnt es sich, das investierte Wochenende.

Denn einige Wochen, nachdem ich meine Steuererklärung abgegeben habe, gibt es einen warmen Geld-Regen. Carola Ferstl vom FrauenFinanzBrief gibt mir Recht: Die Steuererklärung abgeben, das lohnt sich, und ab 2008 hat man noch länger dafür Zeit.

Steuererklärung abgeben: Für viele keine Pflicht

Millionen Deutsche geben keine Steuererklärung ab. Sie müssen das auch oft nicht. Denn zur Abgabe ist nur verpflichtet, wer beispielsweise in seiner Lohnsteuerkarte ein Freibetrag hat eintragen lassen. Ist das bei Ihnen nicht der Fall, wird das Finanzamt Sie auch nicht dazu auffordern, eine Steuererklärung einzureichen.

Schön – dann haben Sie sich diese Arbeit wenigstens schon gespart, denken sich viele. Nur: Wer keine Steuererklärung abgibt und vom Finanzamt auch nicht dazu aufgefordert wird, verschenkt in aller Regel Geld. Im Durchschnitt gibt es pro Haushalt eine Steuererstattung von 350 €. Dafür lohnt es sich schon wieder, sich einen Nachmittag hinzusetzen.

Steuererklärung abgeben lohnt sich

Besonders lohnend ist die Abgabe einer Steuererklärung für Angestellte übrigens in folgenden Fällen:

  • Sie haben nicht in jedem Monat gleich viel verdient. Auch Monate mit Urlaubs- oder Weihnachtsgeld spielen hier eine Rolle. Denn dann hat der Arbeitgeber in aller Regel zu viel Steuern für Sie abgeführt.
  • Sie haben keinen Freistellungsauftrag ausgefüllt, aber Zinsen für Ihr Erspartes bekommen (etwa auf Tages- oder Festgeldkonten). Von diesen Zinsen hat die Bank dann schon Steuern einbehalten, nämlich die so genannte Zinsabschlagssteuer in Höhe von 30 Prozent. Dieses Geld können Sie sich durch Abgabe einer Steuererklärung wiederholen. Dann allerdings müssen Sie die Anlage KAP abgeben.

Anders als früher können Sie übrigens Ihre Steuererklärung auch noch für weit zurückliegende Jahre abgeben: Denn mit dem Steueränderungsgesetz 2008 hat der Gesetzgeber beschlossen, dass Sie dafür künftig vier Jahre Zeit haben. Bisher waren es nur zwei Jahre. Das Gesetz gilt rückwirkend bis zum Jahr 2005. Das heißt: Mit der Steuererklärung für 2005 können Sie sich noch Zeit lassen bis Ende 2009. Und noch ein Tipp, wie Sie das Maximum aus Ihrem Geld heraus holen können:

Einspruch gegen Steuererklärung in 42% der Fälle erfolgreich

Der Einspruch gegen die aktuelle Steuererklärung als einziger Weg, noch eine Steuerrückerstattung zu bekommen? Trauen Sie sich! Denn die Statistik spricht für einen Einspruch: Immer mehr Steuerzahler weigern sich, tatenlos dabei zuzusehen, wie Kürzungen und sogar Streichungen in der Steuererklärung vorgenommen werden. Letztes Jahr wurde mit rund 5,5 Millionen eingereichten Einsprüchen sogar ein neuer Rekord aufgestellt.

Außerdem zeigte sich, dass zahlreiche Einsprüche absolut fundiert und berechtigt waren und nicht nur aus Prinzip und Krawallmacherei eingereicht wurden. Bei 42% der Einsprüche korrigierte das Finanzamt die Steuererklärung zugunsten des Steuerzahlers.

So reichen Sie Einspruch gegen die Steuererklärung ein

Einen Einspruch gegen die Steuererklärung können Sie innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids entweder schriftlich oder zur Niederschrift bei ihrem Finanzamt einlegen. Beachten Sie dabei bitte, dass das Finanzamt den Steuerbescheid in der Regel per Post verschickt und der Steuerbescheid somit am dritten Tag nach der Annahme im Postamt als zugestellt gilt. Allerdings hat sich der Bundesfinanzhof bereits damit auseinandergesetzt, auf wessen Seite die Beweispflicht liegt, dass der Steuerbescheid auch wirklich zugestellt wurde.

Demnach liegt die volle Beweislast beim Finanzamt. Auf dieses Urteil hat der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine hingewiesen (NLV). An dieser Stelle muss allerdings auch eine kleine Lanze für die Finanzämter gebrochen werden, die nicht in jedem Fall unbedingt Schuld an einem Fehler sein müssen. Durch einen Einspruch gegen die Steuererklärung können auch Schätzungen korrigiert sowie abzugsfähige Beiträge noch nachträglich geltend gemacht werden.

Fazit: Seien Sie skeptisch

Sobald Sie auch nur den geringsten Zweifel daran haben, dass in Ihrer Steuererklärung Kürzungen oder sogar Streichungen vorgenommen wurden, die nicht legitim sind, sollten Sie unbedingt Einspruch einlegen. Denn Einspruch lohnt sich, wie die Statistik zeigt.

17. Januar 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.