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Steuererklärung: Diese Ausgaben können Sie belegfrei geltend machen

Bahntickets, Tankquittungen oder Kinderbetreuungskosten – wer seine Steuererklärung abgibt, muss diese Ausgaben seit 2016 nicht mehr belegen. Die Finanzämter wollen das Belegaufkommen reduzieren und ihre Arbeit beim Prüfen der Steuererklärungen somit einfacher und effizienter gestalten.

Schließlich müssen Belege auch immer gesichtet, sortiert und geprüft werden, was sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und die Abläufe verzögert. Allein in Bayern werden im Schnitt jährlich 6,7 Mio. Belege eingereicht, was auf ein Drittel reduziert werden soll. Die Finanzämter vertrauen auf die allgemeine Lebenserfahrung der Steuerpflichtigen und fordern die belegfreie Steuererklärung.

Für diese Ausgaben sind keine Belege nötig

Verzichten können Steuerpflichtige in Zukunft auf Nachweise für den Weg zur Arbeit, wenn nicht mehr als 230 Tage im Jahr gearbeitet wurden und die einfache Entfernung weniger als 66 km beträgt. Bei einer 6-Tage-Woche werden bis zu 280 Tage ohne Nachweis akzeptiert.

Die Anschaffung, Reinigung oder Reparatur von Arbeitsmitteln kann bis zu 110 € belegfrei angegeben werden. Spenden bis 100 € können ohne Beleg abgesetzt werden, bis 200 € gilt noch die vereinfachte Nachweispflicht. Wer sich bewirbt, kann dies ebenfalls ohne Belege absetzen – 8,50 € pro postalische Bewerbung mit einer Mappe und 2,50 € pro E-Mail hält das Finanzamt für angemessen.

Auch die Anschaffung eines PCs kann ohne Beleg zu 50 % geltend gemacht werden, wenn der Wert 410 € nicht überschreitet. Ab 410 € Anschaffungswert ist eine Abschreibung nötig, die belegt werden muss.

Erstmalige oder außergewöhnliche Umstände müssen belegt werden

Bescheinigungen zum Elterngeld, Arbeitslosengeld oder zu Unterhaltszahlungen sollen ab 2016 nicht mehr mit abgegeben werden. Auch Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen, außergewöhnlichen Belastungen oder zur Unterhaltsbedürftigkeit müssen nicht mehr belegt werden. Die Finanzämter akzeptieren diese Kosten meist ohne genauere Prüfung.

Liegen allerdings erstmalige oder außergewöhnliche Umstände vor, sollten die Unterlagen besser gleich mitgeschickt werden. Dazu zählen zum Beispiel Umzugskosten, das Absetzen eines Arbeitszimmers, das erstmalige Anwenden des Behinderten-Pauschbetrags oder eine erstmalige doppelte Haushaltsführung.

Nachweise von Rentenzahlungen, Lohnsteuerdaten oder Krankenversicherungsbeiträgen sind hingegen überflüssig, da das Finanzamt diese Angaben automatisch übermittelt bekommt.

Eine belegfreie Steuererklärung kann schneller bearbeitet werden

Wer zu viele Quittungen einreicht, riskiert lange Bearbeitungszeiten, was gerade bei einer zu erwartenden Rückzahlung ärgerlich sein kann. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass trotz einer belegfreien Steuererklärung die Belege trotzdem vorhanden sein und aufbewahrt werden müssen.

Das Finanzamt prüft die eingereichten Steuererklärungen stichprobenartig und fordert hier und da nachträglich Belege ein. Werfen die getätigten Angaben Rätsel auf, taucht plötzlich eine Spende auf, die in Relation zum Gehalt sehr hoch ist oder haben sich die Angaben im Vergleich zu den Vorjahren stark verändert, wird das Finanzamt stutzig. Der Steuerzahler ist dann in der Pflicht, alle geforderten Belege nachzureichen.

Abgabe bis zum 31. Mai

Dank der belegfreien Steuererklärung soll sich die Bearbeitungszeit von im Schnitt zehn auf zwei bis drei Wochen verkürzen. Die Abgabefrist für die Steuererklärung ist wie jedes Jahr am 31. Mai, unter Mitwirkung eines Steuerberaters haben Steuerpflichtige bis zum 31. Dezember Zeit.

18. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.