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Steuererklärung 2012: So machen Sie alles richtig

Grundsätzlich muss Ihre Steuererklärung für das Kalenderjahr 2012 bis zum 31.05.2013 bei Ihrem zuständigen Finanzamt eingegangen sein. Für den Fall, dass Sie die Steuererklärung nicht fristgerecht abgeben können, sollten Sie beim zuständigen Finanzamt vorsorglich einen Antrag auf Fristverlängerung stellen.

In begründeten Einzelfällen ist ein Zeitaufschub von bis zu 6 Monaten möglich. Dazu reicht ein formloses Schreiben mit der Bitte um Fristverlängerung. Der Grund für eine verspätete Abgabe könnte insbesondere ein Umzug, aber auch Arbeitsüberlastung sowie andere berufliche Anlässe sein.

Banken stellen Ihnen Steuerbescheinigungen aus

Damit Sie die Anlage KAP ausfüllen können, benötigen Sie die Steuerbescheinigungen Ihrer Bank(en). Diese Bescheinigungen werden bis Mitte April per Post verschickt. Einige Banken, vor allem Direktbanken, stellen Ihnen die Bescheinigungen in elektronischer Form zur Verfügung.

Sie müssen sich online über die Webseite bei Ihrer Bank anmelden und dort in Ihr elektronisches Postfach schauen. Dort haben Sie die Möglichkeit, sich die benötigten Dokumente auszudrucken. Bewahren Sie die Dokumente gut auf, da Sie die Originale an das Finanzamt weiterleiten müssen.

Darüber hinaus verschicken einige Banken die Steuerbescheinigungen mittlerweile nur noch auf Anforderung. Informieren Sie sich bei Ihrer Bank darüber; teilweise wird ein Service über das Internet angeboten. Schauen Sie daher auf der jeweiligen Webseite und fordern Sie gegebenenfalls die Steuerbescheinigungen an.

Folgende Formulare sind für Ihre Steuererklärung notwendig:

  • Anlage KAP – wenn die Kapitalerträge nicht dem Steuerabzug unterlegen haben, keine Kirchensteuer auf Kapitalerträge einbehalten wurde, obwohl Kirchensteuerpflicht besteht, oder wenn eine Günstigerprüfung durchgeführt werden soll.
  • Anlage SO – nur noch für sogenannte Alt-Fälle, wenn ein (Alt-)Verlustvortrag besteht.

Tipp: Erstellen Sie Ihre Steuererklärung elektronisch. Die notwendigen Programme erhalten Sie auf der Webseite www.elster.de. Die Bearbeitung Ihrer Steuererklärung beim Finanzamt geht dadurch schneller. Eine mögliche Steuererstattung ist somit schneller auf Ihrem Konto. Natürlich erhalten Sie die amtlichen Formulare auch weiterhin in Papierform bei jedem Finanzamt oder als „Elektronische Steuererklärung“ auf CD-ROM. Außerdem finden Sie die Formulare als PDF-Dateien im Internet.

Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge

Sämtliche Kapitalerträge werden seit 2009 pauschal mit 25% Abgeltungssteuer zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belastet. Die Bank führt bei Gutschrift von Kapitalerträgen für Sie automatisch die Steuern an das Finanzamt ab. So bekommen Sie die Kapitalerträge nach Abzug der Steuern auf Ihr Konto überwiesen.

Im Normalfall erübrigt sich damit die Angabe Ihrer Kapitalerträge in Ihrer Steuererklärung. Denn die Steuer hat eine abgeltende Wirkung. Doch es gibt einige Ausnahmen, die dennoch die Angabe erfordern. Ein Abzug von Werbungskosten ist ab 2009 nicht mehr möglich.

Das Sammeln von Belegen z. B. für die Reisekosten zur Hauptversammlung ist hinfällig. Dafür gibt es den Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 € für Ledige bzw. 1.602 € für Ehepaare. Dieser wird von Ihren Kapitalerträgen abgezogen, um die Einkünfte aus Kapitalvermögen zu berechnen.

Verteilen Sie den Sparer-Pauschbetrag (bei der Bank Freistellungsauftrag genannt) in der oben genannten Höhe auf Ihre Banken. Dann werden erst nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags Steuern fällig. Achten Sie darauf, dass Sie nicht mehr als diese Summe bei Ihren Banken verteilen! Durch bessere Kontrollmöglichkeiten seitens des Finanzamts weiß der Fiskus genau, in welcher Höhe die Freistellungsaufträge verteilt wurden.

Checkliste für Ihre Steuererklärung 2012

  • Bis Mitte April verschicken die Banken alle Steuerbescheinigungen – per Brief oder in elektronischer Form. Sammeln Sie diese für Ihre Steuererklärung. Achten Sie aber darauf, ob auch Ihre Bank ohne Aufforderung die Steuerbescheinigung ausstellt. Informieren Sie sich dazu über die Webseite Ihrer Bank oder rufen Sie dort kurz an.
  • Wenn Sie einen niedrigeren persönlichen Steuersatz als 25% haben, beantragen Sie die Günstigerprüfung. Zu viel gezahlte Abgeltungssteuer wird Ihnen erstattet.
  • Erhalten Sie Zinsen aus privat vergebenen Krediten, müssen Sie die Zinsen in der Anlage KAP erklären. Ist der Kreditnehmer eine Ihnen nahestehende Person und sind die Kreditzinsen bei ihr als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig, sind Ihre erhaltenen Zinsen mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern.
  • Bei Kirchensteuerpflicht müssen Sie die Kapitalerträge nachversteuern, wenn noch keine Kirchensteuer von der Bank automatisch einbehalten wurde. Erteilen Sie Ihrer Bank den Auftrag, dass von Ihren Kapitalerträgen die Kirchensteuer einbehalten wird.
  • Die Verrechnung mit Alt-Verlusten geschieht nur auf Ihren Antrag hin. Diese werden dann mit neuen Gewinnen aus Wertpapiergeschäften verrechnet.

11. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dirk Schöbel
Von: Dirk Schöbel. Über den Autor

Dirk Schöbel ist Diplom-Kaufmann und für einen Steuerberater, wie auch als Finanzredakteur tätig. Zu seinen Themenschwerpunkten zählen die Vermögensberatung und -analyse unter Berücksichtigung der steuerlichen Gegebenheiten.