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Steuererklärung – Anlage KAP muss weiterhin beachtet werden

Einkünfte aus Kapitalvermögen sind seit Einführung der Abgeltungssteuer zum 01.01.2009 grundsätzlich schon vorab besteuert.

Aus diesem Grunde kann auf ein Ausfüllen der Anlage KAP in der Steuererklärung im Allgemeinen verzichtet werden. Allerdings bestehen auch Ausnahmen von dieser Regel.

Die Anlage KAP in der Steuererklärung

Seit Inkrafttreten der Abgeltungssteuer gelten Einkünfte aus Kapitalvermögen durch die einbehaltene Steuer generell als abgegolten.

Einige Anleger müssen sich trotz dieser neuen Regelung weiterhin mit der Anlage KAP in ihrer Steuererklärung beschäftigen. Während manche zu der Abgabe der KAP verpflichtet sind, können sich andere über Vergünstigungen durch die Anlage KAP freuen.

Abgabe trotz Abgeltungssteuer

Manche Kapitalerträge unterliegen nicht der Abgeltungssteuer. Dann ist die Abgabe der Anlage KAP mit der Einkommensteuererklärung unumgänglich.

Zu diesen Kapitalerträgen gehören beispielsweise Zinserträge aus privaten Darlehen oder Erträge aus ausländischen Kapitalanlagen. Auch bei ausländischen Depots muss noch zusätzlich die Abgeltungssteuer in Deutschland beachtet werden.

Die Kirchensteuer ist ebenfalls nicht zu vergessen. Bei einer Kirchensteuerpflicht wegen einer Religionszugehörigkeit wird die Kirchensteuer mit der Kapitalertragsteuer einbehalten. Geschieht dies nicht, etwa weil der Bank keine Angaben zur Kirchenmitgliedschaft vorliegen, muss das zusätzliche Formular KAP der Steuererklärung beiliegen.

Bei Kapitallebens- und Rentenversicherungsverträgen mit Kapitalwahlrecht gelten Sonderregelungen. Nach § 32d Abs.2 EStG kommt die abgeltende Wirkung des Kapitalertragsteuerabzugs aufgrund der Ausnahmeregelung nicht in Betracht. Die Anlage KAP muss ausgefüllt werden.

Freiwillig Kapitaleinkünfte angeben kann sich lohnen

Für manche Anleger kann sich die Anlage KAP auf die Steuererklärung auch vorteilhaft auswirken. Dies geschieht, wenn der persönliche Steuersatz unter dem Abgeltungssteuersatzes von 25% liegt. Bei Rentnern oder Studenten mit Kapitalerträgen ist dies oft der Fall. Hier sollte eine Günstigerprüfung beantragt werden.

Eine Faustregel besagt: Der Grenzsteuersatz liegt unter 25%, wenn das zu versteuernde Einkommen und Kapitalerträge zusammen nicht mehr als 15.000 € oder 30.000 € (ledig/verheiratet) beträgt.

Ein freiwilliges Ausfüllen der Anlage KAP in der Steuererklärung ist ebenfalls für diejenigen sinnvoll, die ihren Sparer-Pauschbetrag noch nicht voll ausgeschöpft haben.

Durch einen Freistellungsauftrag sind die Kapitaleinkünfte bis zu der Höhe des Pauschbetrag von 801 € für Alleinstehende und 1.602 € bei Zusammenveranlagung von der Abgeltungssteuer befreit.

Anlage KAP weiterhin zu beachten

Durch die Abgeltungssteuer kommt der Anlage KAP zur Steuererklärung nur noch eine eingeschränkte Bedeutung zu. Jedoch kommt sie in einigen Fällen immer noch zur Anwendung. Wer sich also schon auf eine Vereinfachung seiner Steuererklärung freute, muss sich nun vielleicht auch weiterhin mit der Anlage KAP auseinandersetzen.

Doch für einige Anleger lohnt sich der Aufwand. Steuerzahler mit geringen Einkommen profitieren von der Günstigerprüfung und bekommen durch die Anlage KAP zu viel gezahlte Steuern wieder zurück. Auch fehlerhafte oder nicht eingereichte Freistellungsaufträge können mit der Anlage KAP nachträglich richtig gestellt werden.

4. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.