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Steuerfreibetrag auch für Zinsen und andere Kapitalerträge

Spricht man vom Steuerfreibetrag, ist damit im Allgemeinen der Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer gemeint. So sind beispielsweise für Alleinstehende im Jahr 2016 die ersten 8.652 € steuerfrei. Für Ehepaare gilt der doppelte Steuerfreibetrag – also 17.304 €.

Jedoch gibt es auch bei anderen Steuerarten in Deutschland Freibeträge. Zum Beispiel gibt es den sogenannten Sparer-Pauschbetrag bei der Abgeltungssteuer, dem Solidaritätszuschlag und eventuell der Kirchensteuer.

Steuerfreibetrag auf Zinsen und andere Kapitalerträge

Dank dieses Freibetrags zahlen alleinstehende Anleger keine solchen Steuern auf Kapitalerträge von bis zu 801 €.

Zu Kapitalerträgen zählen unter anderem Zinsen, Kursgewinne und Dividendenzahlungen. Bei Ehepaaren liegt der Steuerfreibetrag für Zinsen und Ähnliches bei 1.602 €.

Die Abgeltungssteuer beträgt normalerweise 25%. Auf die gezahlte Steuer erhebt der Staat noch einmal 5,5% Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer – je nach Konfession und Bundesland.

Steuerfreistellungsauftrag, um den Freibetrag zu nutzen

Um von dem Freibetrag zu profitieren, muss man einen sogenannten Steuerfreistellungsauftrag bei seiner Bank stellen. Dabei muss man persönliche Daten wie Name und Wohnsitz, aber auch die Steuer-Identifikationsnummer angeben.

Banken haben gewöhnlich ihre eigenen Formulare, die man im Internet abrufen kann. Den Steuerfreistellungsauftrag kann man nur einreichen, wenn man einen Wohnsitz im Inland hat. Er gilt rückwirkend zum 1. Januar des laufenden Jahres.

Steuerfreibetrag auf Zinsen verschiedener Konten verteilen

Den Freibetrag für Zinsen und andere Kapitalerträge kann man auch auf mehrere Konten und Banken verteilen. Das lohnt sich vor allem, wenn man durch die auf einem Konto erzielten Zinsen den Steuerfreibetrag nicht vollständig ausnutzt.

So kann man die Zinsen auf einem anderen Konto ebenfalls freistellen lassen. Jedoch darf man insgesamt die Höchstgrenze nicht überschreiten. Das prüft das Finanzamt.

Erstattung der Abgeltungssteuer

In bestimmten Fällen kann man sich auch einen Teil der bezahlten Abgeltungssteuer vom Finanzamt zurückholen. Das gilt zum Beispiel dann, wenn man mit seinem Grenzsteuersatz bei der Einkommenssteuer unter dem Steuersatz der Abgeltungssteuer von 25% liegt.

Der Grenzsteuersatz bezeichnet den Steuertarif, den man auf die letzte verdiente Geldeinheit zahlt. Die Differenz zwischen den beiden Steuersätzen bekommt man erstattet, wenn man eine Einkommenssteuererklärung einreicht.

Wenn man also absehen kann, dass man künftig weniger verdient, lohnt es sich eventuell, Zinserträge in die Zukunft zu verschieben. So kann man zum Beispiel Anlageformen wählen, bei denen die Zinserträge erst am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden.

Niedrig-Verdiener können Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen

Niedrig-Verdiener, wie zum Beispiel Rentner und Studenten, können zudem eine sogenannte Nichtveranlagungsbescheinigung bei Finanzamt beantragen. Dann zahlt die Bank alle Kapitalerträge direkt aus und ein Steuerfreistellungsauftrag ist nicht nötig. Die Nichtveranlagungsbescheinigung gilt für 3 Jahre.

3. März 2016

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Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.