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Steuerhinterziehung bei Selbständigen: Das müssen Sie wissen

Dass Selbständige Steuerhinterziehung eher in Betracht ziehen als Angestellte, liegt ganz einfach an den besseren Möglichkeiten, die eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit dafür bieten.

Selbständig im Sinne des deutschen Steuerrechts ist, wer als alleiniger oder gemeinsamer Eigentümer eines Unternehmens ohne eigene Rechtspersönlichkeit arbeitet oder sein Einkommen ohne Ausübung eines abhängigen Beschäftigtenverhältnisses erzielt. Die Möglichkeiten, selbständig zu arbeiten und entsprechend Einkommensteuer zu zahlen, sind vielfältig.

In dieser Vielfalt liegen allerdings auch die Chancen, mit der Steuerpflicht flexibel umzugehen. Dazu kommt, dass Selbständige in jedem Falle wie ein Unternehmen arbeiten, und entsprechende steuerliche Vergünstigungen anwenden können.

Selbständige: Steuerhinterziehung oder legale Steuertricks?

Die Steuergesetzgebung für Unternehmen hat als oberstes Ziel, die Handlungsfähigkeit von Unternehmen zu erweitern und die Wirtschaft zu fördern. Das ist auch grundsätzlich notwendig, denn die Wirtschaft erarbeitet den Hauptteil des Brutto-Inlandprodukts. Es wäre absolut unklug, ihr dabei noch Steine in den Weg zu legen.

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich dabei jedoch ein solch unübersichtliches Geflecht von Verordnungen herausgebildet, dass Unternehmen ihre Aktivitäten nach verschiedenen steuerlichen Aspekten bewerten können. Im Internet finden sich zahlreiche Tipps und Hinweise – für jede Steuerart. Die Nutzung dieser Möglichkeiten erfüllt in keiner Weise den Tatbestand der Steuerhinterziehung.

Wenn Selbständige Steuerhinterziehung betreiben

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn Selbständige Steuerhinterziehung wirklich planen und durchführen. Denn dann nutzen sie die Gesetze nicht mehr, sondern sie umgehen die rechtsgültigen Vorschriften. Das erfüllt den Steuerstraftatbestand der Hinterziehung.

Selbständige haben immer mehrere Auftraggeber und damit eine breites Netz an unterschiedlichen Einnahmequellen. Das Finanzamt kann erst einmal nur die Einnahmen überprüfen, die auch angegeben werden. Werden Einnahmen verschwiegen, kann dies möglicherweise nicht aufgedeckt werden.

Im Übrigen ist auch die Abhängigkeit von einem einzigen Auftraggeber (Verdacht der Scheinselbständigkeit) eine Form der Steuerhinterziehung.

Selbständige: Steuerhinterziehung mit Betriebsausgaben

Da bei stabilen Auftraggeber-Beziehungen über mehrere Jahre auch verschwiegene Einkünfte auffallen können, geben Selbständige die Einnahmen in der Regel wahrheitsgemäß an. Einige mindern den Gewinn dann aber in der Einnahme-Überschuss-Rechnung so extrem, dass sie z.B. aus der Einkommensteuerstufe für Besserverdienende herauskommen.

Möglichkeiten dazu bietet das Deklarieren von privaten Ausgaben als Betriebsausgaben, wie z.B. Reise- oder Bewirtungskosten.

Selbständige können Hilfskräfte beschäftigen – auch aus der eigenen Familie.

Zudem ist die Selbständigkeit immer mit zahlreichen Geschäftsbeziehungen versehen, so dass auch fiktive Rechnungen von anderen Firmen in der Abrechnung auftauchen können.

Freiraum der Steuergesetzgebung nutzen

Der Gesetzgeber bietet so viele steuer sparende Möglichkeiten für Selbständige, dass der Weg der Steuerhinterziehung eigentlich nicht notwendig ist.

Wer die Steuergesetzgebung als Spielregeln für eine sportliche Herausforderung begreift, kann mit Wissen und Kreativität ausreichend Steuern sparen.

29. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.