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Steuerhinterziehung: Strafe und Strafmaßtabelle

An der Börse lässt sich mit der richtigen Anlagestrategie viel Geld verdienen, allerdings sollten Anleger die Gewinne in keinem Fall dem Fiskus vorenthalten, sonst droht schnell Ärger mit den Steuerbehörden.

Dies musste auch FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß leidvoll erfahren, der mit spekulativen Devisengeschäften zwar Millionen verdient, aber diese nicht versteuert hat. Eine Selbstanzeige rettete den Manager nicht vor einer Gefängnisstrafe, denn in Deutschland gibt es eine Strafmaßtabelle, die ohne Rücksicht auf den Promi-Status angewendet wird.

Steuerhinterziehung: Strafe ist gestaffelt

Im Allgemeinen ist das Strafmaß von Region zu Region unterschiedlich. Anleger müssen wissen, dass Steuerhinterziehung zu einer Geld- und Freiheitsstrafe führen kann. Hinterzogene Steuersummen bis zu einer Grenze von 50.000 € werden in der Regel mit einer Geldstrafe belegt. Der Betroffene muss zudem die unterschlagene Summe samt Zinsen (6%) zurückzahlen.

Vorenthaltene Steuern in Höhe von mehr als 50.000 € werden bereits als besonders schwerer Tatbestand eingeordnet. Dadurch droht bereits eine Freiheitsstrafe, die aber zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Neben der Steuernachzahlung kann der Schuldige auch mit einer Zusatzleistung und Hinterziehungszinsen (5%) belegt werden.

Unterschlägt ein Anleger dem Fiskus mehr als 100.000 €, kann das Gericht eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren verhängen. Bei besonders schweren Fällen sind sogar bis zu 10 Jahre Freiheitsentzug möglich, wobei diese Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Bei einem Steuerschaden von 1,0 Mio. € oder mehr ist eine Freiheitsstrafe nicht mehr abzuwenden, außer der Beschuldigte kann außerordentliche Milderungsgründe (vollständige Selbstanzeige) vorweisen. In diesen Fällen kann das Gericht die Strafe zur Bewährung aussetzen.

Strafzahlungen werden in Tagessätzen erhoben

Bei einer Steuerhinterziehung wird die Strafe selbst in Tagessätzen festgesetzt. Hier spielt die Einkommenssituation des Steuerhinterziehers eine Rolle und kann unterschiedlich hoch ausfallen.

Bei einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung ist die Strafe meist ein Dreißigstel des Nettogehaltes. Wird der Beschuldigte zu 90 Tagessätzen (ab einer hinterzogenen Summe von 10.000 €) verurteilt, muss der Steuerhinterzieher mit einem Eintrag ins Führungszeugnis rechnen – damit gilt der Bürger als vorbestraft.

TabelleSteuerhinterziehung

Strafmaßtabelle ist nur eine Orientierungshilfe

Die Strafmaßtabelle ist nur ein Anhaltspunkt. Die tatsächliche Strafe hängt von weiteren Faktoren, wie zum Beispiel der Einkommenssituation des Steuerhinterziehers und des jeweiligen Tatbestands ab. Das letztendliche Strafmaß kann daher je nach Einzelfall variieren.

Ab einem Steuerschaden von mehr als 50.000 € wird es das Gericht jedoch in den meisten Fällen nicht bei einer Geldstrafe belassen. Eine Selbstanzeige garantiert nicht automatisch Straffreiheit. Die Selbstanzeige muss zum einen vollständig sein, zum anderen darf noch kein Ermittlungsverfahren bestehen. Wird ein Tatbestand bei der Selbstanzeige verschwiegen, so ist die gesamte Selbstanzeige hinfällig.

Auch Anleger, die von einer strafbefreienden Selbstanzeige nach § 371 der Abgabenordnung Gebrauch machen, müssen natürlich die Steuern samt Hinterziehungszinsen (5%) nachzahlen.

5. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands