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Steuerhinterziehung und Geldwäsche hängen eng zusammen

Als Geldwäsche bezeichnet man die Einschleusung illegal erwirtschafteten Geldes bzw. Vermögens in den legalen Wirtschaftskreislauf. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann beispielsweise ein Geschäft gekauft werden, in dem dann höhere Gewinne verbucht werden als tatsächlich eingenommen worden sind. Die US-Serie „Breaking Bad“ zeigt dieses Vorgehen – ein Autowaschanlage dient hier als Ort der illegalen Geldwäsche.

Geldwäsche ist strafbar– nicht nur in Deutschland – und die Bekämpfung von Geldwäsche ist im Kampf gegen die organisierte Kriminalität das wichtigste Element. In welchem Umfang Geldwäsche weltweit betrieben wird, ist schwer zu sagen. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass 2% bis 5% des globalen Bruttoinlandsprodukts illegal beschafft wurde. In Deutschland werden laut Angaben des Bundeskriminalamts 50 Mrd. € jährlich „gewaschen“ – sichergestellt werden davon nicht einmal 0,5%.

Für Rechtsanwälte, Finanzdienstleister und insbesondere Mitarbeiter in Kreditinstituten ist es wichtig, sich mit dem Thema Geldwäsche auszukennen, damit sie erste Anzeichen erkennen können.

Wieso waschen Menschen ihr Geld?

Für eine Geldwäsche gibt es viele Gründe. Waffen- oder Drogenhandel, Erpressung, Raub, Schmuggel, Menschenhandel, Korruption und Steuerhinterziehung können der Auslöser dafür sein, dass Geld gewaschen werden muss. Entweder soll dann das Geld gewaschen werden, das aus illegalen Geschäften erbeutet wurde, oder das Geld, was der Finanzierung illegaler Tätigkeiten dient, soll „legalisiert“ werden.

Wie kann Geldwäsche bekämpft werden?

Gerade für Bankmitarbeiter ist es wichtig, das Einmaleins der Geldwäsche zu kennen, um auf verdächtiges Verhalten von Kunden reagieren zu können. Hierzu zählen hohe Bargeldeinzahlungen, viele verschiedene Konten, das Mitführen oder die Einlagerung von hohen Beträgen zum Beispiel in Schließfächern, Geldtransporte und auch die Akzeptanz von schlechten Konditionen bei einer Geldanlage. Dies alles können Indikatoren für Geldwäsche sein, die kritisch beobachtet und gemeldet werden sollten.

Jede Bank in Deutschland muss sogar einen Geldwäschebeauftragten benennen, dessen Aufgabe die ständige Überwachung von Konten und Transaktionen von Personen ist, die im Verdacht stehen, ihr Geld zu waschen.

Steuerhinterziehung als Vortat der Geldwäsche

Einer Geldwäsche geht stets eine illegale Aktivität voraus. Im deutschen Recht wird in § 261 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4b StGB, genauer gesagt in § 370 AO Steuerhinterziehung als eine Vortat der Geldwäsche genannt.

Die Voraussetzung ist, dass die Steuerhinterziehung entweder als Mitglied einer Bande (drei Personen, die strafbare Handlungen begehen, gelten als Bande) oder gewerbsmäßig passiert. Gewerbsmäßig bedeutet, dass durch das illegale Geld der Lebensunterhalt zum großen Teil bestritten werden soll.

Steuerhinterziehung kann je nach Höhe des Betrages mit 1 bis 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. In Fällen, bei denen es sich um Beträge unter 50.000 € handelt, werden in der Regel Geldstrafen verhängt.

Für Menschen, die in Bereichen arbeiten, in denen es finanzielle Unregelmäßigkeiten geben kann, ist es also wichtig, aufmerksam zu sein und alle verdächtigen Vorfälle zu melden. Nur so können Straftaten wie Steuerhinterziehung, illegale Geschäfte oder ähnliches aufgeklärt werden.

30. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.