MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Steuerklassen in Deutschland: Der Familienstand ist maßgeblich

Wer in Deutschland einen festen Wohnsitz hat, ist gesetzlich dazu verpflichtet, Einkommenssteuer an den deutschen Fiskus abzuführen. Die Lohnsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommenssteuer und wird bei Auszahlung des Arbeitslohns vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt.

Die Steuerklassen in Deutschland

Zur korrekten Erhebung werden Arbeitnehmer auf die Klassen der Lohnsteuer aufgeteilt, welche wiederum auf der bekannten Lohnsteuerkarte ausgewiesen wird. Hier sind auch die Freibeträge einzutragen.

Die genauen Rahmenbedingungen für die Steuerklassen in Deutschland werden im Einkommenssteuergesetz (EStG) kodiert. Insgesamt bestehen hierzulande 6 Steuerklassen. Alleinstehende Arbeitnehmer bekommen vom Finanzamt automatisch die Steuerklasse I zugewiesen. Nur verheiratete Steuerzahler haben die Möglichkeit in eine der anderen Klassen zu fallen.

Steuerklassen I – V im Überblick

Zur Steuerklasse I gehören alle ledigen Arbeitnehmer (die nicht der Steuerklasse II zugeordnet werden können) sowie Verheiratete, Verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer, die dauerhaft getrennt leben und nicht den anderen Steuerklassen zugewiesen werden können. Für diese Klasse sind monatliche Einkünfte bis zu 920 € steuerfrei.

Die Steuerklasse II Ist die Klasse für Alleinstehende, die sonst in Steuerklasse I geführt werden würden, jedoch alleine ein Kind erziehen. Diese Sonderaufgabe wird vom Staat entsprechend berücksichtigt, indem der Steuerfreibetrag gegenüber der Steuerklasse I wesentlich angehoben wurde. Für diese Klasse sind daher monatliche Einkünfte bis zu 1.051 € steuerfrei.

Komplexer wird das System der Steuerklassen in Deutschland erst für Verheiratete. Die haben nämlich die Wahl zwischen mehreren Klassen, was nicht zuletzt von der individuellen Einkommenssituation abhängig gemacht werden sollte. Ehepartner haben so die Wahl, ob beide in der Steuerklasse IV (IV/IV) untergebracht werden möchten, oder ob der eine Partner in Klasse III, der andere in Klasse V geführt werden soll (III/V).

Eine gemeinsame Unterbringung in Klasse IV sollte demnach dann von den Ehegatten angestrebt werden, wenn beide berufstätig und über in etwa gleich hohe Einkommen verfügen. Verdient der eine Ehepartner deutlich mehr als der andere, so sollte dieser in der Klasse III, der andere, geringer verdienende, in die Klasse V gezeichnet werden. Als Faustregel gilt: Verdient ein Ehepartner mindestens 50% mehr als der Partner, lohnt sich diese Aufteilung. Für die Steuerklasse III sind monatliche Einkünfte bis zu 1.736 €, für die Klasse IV 920 € und für die Klasse V 104 Euro im Monat steuerfrei.

Last but not least: Steuerklasse VI

Die sechste Steuerklasse gilt für sämtliche Nebenerwerbstätigkeiten, denen ein Arbeitnehmer zusätzlich zu seinem Hauptberuf nachgeht. So wird das erste Arbeitsverhältnis je nach Familienstand den Steuerklassen I bis V zugeordnet, jede weitere Tätigkeit wandert der Steuerklasse VI zu.

Achtung: Hat ein Arbeitnehmer versäumt, seinem Arbeitgeber seine Lohnsteuerkarte auszuweisen, so ist dieser dazu verpflichtet, den Arbeitnehmer in der Steuerklasse VI zu führen. Dies gereicht stets dem Arbeitnehmer zum Nachteil, weist diese doch unter allen Steuerklassen in Deutschland den höchsten Steuersatz auf. Für die Steuerklasse VI besteht nämlich keine Freibetragsgrenze, sämtliches Einkommen ist zu versteuern.

9. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.