MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Steuern aus dem Weg gehen – die NV-Bescheinigung

Das Finanzamt ist immer dann zur Stelle, wenn Bürger Einkünfte erzielen. Dies gilt vor allem auch für Erträge aus Kapitalanlagen, die ja meist unmittelbar von der Bank an die Finanzbehörden abgeführt werden. Unter besonderen Umständen jedoch können Privatanleger dies mithilfe einer Nichtveranlagungsbescheinigung umgehen.

Wer mit seinen Erträgen aus Kapitalanlagen über den gesetzlichen Pauschalbeträgen liegt und ansonsten lediglich mit einem niedrigen zu versteuernden Einkommen auskommen muss, sollte über einen Antrag für eine Nichtveranlagungsbescheinigung nachdenken.

Aktuell beläuft sich der Grundfreibetrag auf 8.652 €. Darüber hinaus müssen die Kapitalerträge oberhalb der geltenden Freibeträge liegen. Für Ledige sind dies 801 €, für Verheiratete 1.602 € im Jahr.

Wer kommt für eine Nichtveranlagungsbescheinigung in Frage?

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung ist möglicherweise sinnvoll für geringfügig Beschäftigte mit einem relativ hohen Kapitaleinkommen, die beispielsweise durch eine Erbschaft zu einem Vermögen gekommen sind. Gleiches gilt für Rentner, Kinder oder Studenten.

Nach einem entsprechenden Antrag erhält der Steuerpflichtige die Nichtveranlagungsbescheinigung von dem Finanzamt, das für seinen Wohnort zuständig ist. Allerdings erfolgt die Erteilung nur dann, wenn das Einkommen so niedrig ist, dass eine entsprechende Veranlagung zur Einkommenssteuer nicht erwartet wird.

Diese Personen müssen die Bescheinigung ihrem Geldinstitut vorlegen und bewirken auf diese Weise, dass die Einkünfte aus dem Vermögen nicht mit der ansonsten fälligen Abgeltungssteuer belastet werden. Die Bank meldet die Höhe der steuerfreien Erträge dem Bundeszentralamt für Steuern. Daraufhin prüft das Finanzamt, ob die Kapitaleinkünfte korrekt angegeben wurden.

Wie eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragt werden kann

Einen Antrag auf eine Nichtveranlagungsbescheinigung erhält man beim zuständigen Finanzamt. Außerdem kann dieses Formular auch auf verschiedenen Websites heruntergeladen werden oder je nach Bundesland (hier für Baden-Württemberg).

Im Antrag müssen die Einnahmen aus Kapitalerträgen, Nebentätigkeiten, Mieten, Renten usw. angegeben werden. Auch Positionen, die die Steuern verringern wie Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen sind aufzuführen. Schließlich wird der Antrag beim zuständigen Finanzamt eingereicht.

Nach Prüfung der Angaben wird die Behörde eine Nichtveranlagungsbescheinigung erteilen. Diese wird wiederum wird der Bank bzw. sämtlichen Banken vorgelegt, bei denen ein Konto mit Kapitalerträgen besteht. Wichtig ist bereits im Antrag zu vermerken, wie viele Bescheinigungen benötigt werden. Wichtig zu beachten: Die Bescheinigung muss alle 3 Jahre neu beantragt werden.

Vorteile der Nichtveranlagungsbescheinigung nutzen

Mithilfe der Nichtveranlagungsbescheinigung kann die Abgeltungssteuer vermieden oder zumindest reduziert werden. Dies freilich nur dann, wenn die anderen Erträge relativ niedrig sind und daraus folgend keine Einkommenssteuer anfallen würde.

Wer die Voraussetzungen für eine Nichtveranlagungsbescheinigung erfüllt, sollte diese auch beantragen. Er erleichtert sich damit die Anfertigung der Steuererklärung ganz erheblich. Zumindest spart der Steuerpflichtige Zeit, da er die Nichtveranlagungsbescheinigung nur alle 3 Jahre beantragen muss.

11. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.