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Steuern bei Erbschaft: So retten Sie Ihre Immobilien vor dem Fiskus!

Wer rechtzeitig Vorkehrungen trifft kann seine Immobilienerben davor bewahren eine hohe Steuerlast tragen zu müssen. Obwohl viele Experten davon ausgehen, dass der Staat in Zukunft noch höhere Steuern auf geerbte Häuser plant, können Sie und Ihre Angehörigen durch richtige Planung viel Geld sparen.

Denn klar ist: Wenn Ihre Kinder oder Ihr Ehepartner beziehungsweise Ehepartnerin die Immobilie erben, fallen damit auch Kosten an. Denn die geerbte Immobilie muss versteuert werden. Deshalb suchen Immobilienbesitzer die Alternative und verschenken die Immobilie schon vorher.

Denn hiermit sorgen Sie dafür, dass die Erbschaftssteuer später einmal eingespart wird. Aber auch gegenwärtige Vorteile entstehen, wie Unterhaltskosten sparen oder das Eigentum vor dem Zugriff durch den Fiskus schützen.

Doch Vorsicht: Schenkung nicht für jeden geeignet!

Allerdings ist das Problem der Steuern mit einer Schenkung nicht gelöst. Denn für diese fallen genauso Steuern an wie für eine Erbschaft – zumindest wenn der jeweilige Freibetrag überschritten wird.

Dieser liegt bei Ehe- und eingetragenen Lebenspartnern bei 500.000 Euro. Kinder können bis zu einem Wert von 400.000 Euro steuerfrei beschenkt oder beerbt werden. Enkelkinder haben einen Freibetrag von 200.000 Euro.

Im ersten Schritt gilt es also für Sie abzuwägen, wie hoch der Wert Ihrer Immobilie einzuschätzen ist und wem Sie diese vererben möchten. Wenn Sie Ihr Haus im Wert von 450.000 Euro an Ihre Ehefrau vererben, greift der Freibetrag von 500.000 Euro und es fallen somit keine Steuern an.

Vorsicht: Unverheiratete Paare

Doch nicht selten kommt es vor, dass man sich im Alter bereits in einer neuen Partnerschaft nach der Ehe befindet. Und hier ist die Übertragung der Immobilie nicht so einfach. Denn das Steuerrecht behandelt einen unverheirateten Partner wie eine fremde Person. Damit sind nur 20.000 Euro des Erbes steuerbefreit.

Das wirkt sich nicht nur auf den Freibetrag sondern auch auf die Steuern aus. Beim Steuersatz sieht es wie folgt aus: Auf die ersten 75.000 Euro, die über den Freibetrag hinausgehen, zahlen Kinder und Ehepartner 7%. Werden sehr große Vermögen vererbt, steigt die Steuer auf bis zu 30 Prozent.

Vorteile einer Schenkung

Wie Sie die Übertragung Ihres Vermögens handhaben möchten, liegt natürlich in Ihrer Entscheidung. Als Hilfestellung kann man sagen: Bei größeren Vermögen lohnt sich eine Schenkung. Denn: Bei einer Schenkung können die Freibeträge alle zehn Jahre neu ausgeschöpft werden.

Wenn Sie also eine teure Immobilie im Millionen-Bereich haben, können Sie diese zu Lebzeiten über einen längeren Zeitraum verteilt auf Ihre Kinder übertragen. So können die Freibeträge dann bei einer Erbschaft noch einmal ausgeschöpft werden. So können die Steuern gespart werden. Aber der Zeitraum von zehn Jahren sollte unbedingt eingehalten werden. Sonst wird der Betrag später doch dem Erbe zugerechnet.

Geht es beim Erbgegenstand nur um ein kleines Häuschen, lohnt sich die Schenkung weniger. Wenn dann nämlich zum Beispiel der Fall eintritt, dass Sie im Alter auf das Geld angewiesen wären, können Sie die vorzeitige Schenkung nicht mehr rückgängig machen.

Denken Sie unbedingt an das Wohnrecht bei der Schenkung!

Wenn Sie sich für eine Schenkung entscheiden, sollten Sie unbedingt daran denken, dass Sie auch weiterhin in der Immobilie wohnen dürfen

BFH: Wann Erben keine Erbschaftsteuer zahlen müssen

Das Erbschaftsteuer-Gesetz in seiner aktuellen Form ist verfassungswidrig, entschied im Jahr 2012 der Bundesfinanzhof. Seitdem liegt der Fall beim Bundesverfassungsgericht, das eigentlich schon 2013 darüber urteilen sollte. Doch bis heute steht diese Entscheidung noch aus.

Jetzt hat der Bundesfinanzhof die Notbremse gezogen, damit die vorläufige Steuerfestsetzung nicht zu unbilligen Härten führt (BFH, Beschluss v. 21.11.13, Az. II B 46/13). Eine lebenslange, monatliche Rente von 2.700 € erbte eine Frau von ihrem Ehemann. Das Finanzamt setzte auf den Wert der Rente insgesamt eine Erbschaftsteuer von 71.000 € fest, die die Frau sofort zahlen sollte. Dafür hätte sie sich aber verschulden müssen.

Das geht nicht, entschieden die Richter. Solange noch nicht endgültig über die Verfassungsmäßigkeit des Erbschaftsteuer-Gesetzes entschieden sei, dürfe das Finanzamt die Steuer nicht verlangen. Das gelte in allen Fällen, in denen die Barmittel aus der Erbschaft nicht ausreichten, um die Steuerschuld zu begleichen.

Was bedeutet dieser Beschluss für Immobilienerben?

Auch als Immobilienerbe können Sie sich auf diese Entscheidung berufen. Denn: Auch wer ein Haus erbt, muss nach aktueller Gesetzeslage oft Erbschaftsteuer in erheblichem Umfang zahlen. Falls Sie diese Steuer nicht ohne Hausverkauf bestreiten können, legen Sie Einspruch ein und verweisen Sie auf den oben zitierten Beschluss.

Aber Achtung: Es drohen Nachzahlungszinsen

Ob Ihnen die Erbschaftsteuer wirklich erspart bleibt, hängt vom abschließenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts ab. Beurteilt es diese nicht als rechtswidrig, droht eine Steuernachzahlung. Außerdem verzinst sich die Steuerschuld ab dem Zeitpunkt der Fälligkeit mit 0,5% pro angefangenem Monat.

14. Mai 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.