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Steuern: Gartenbau kann abgesetzt werden

Als Hausbesitzer ist Ihnen natürlich die Verschönerung ihrer Anlagen wichtig. Aber auch steuerliche Vorteile sind nicht ungelegen und wir weisen Sie darauf hin, dass der Gartenbau abgesetzt werden kann.

Der Bundesfinanzhof (BHF) hat ihre Rechte deutlich gestärkt. Wer etwa einen neuen Garten anlegt, darf die Kosten hierfür in seiner Steuererklärung geltend machen.

Denn ob ein vorhandener Garten umgestaltet oder ein neuer angelegt wird, ist für den steuerlichen Abzug unerheblich, entschieden die Richter des Bundesfinanzhofs, wie die Eigentümergemeinschaft Haus & Grund mitteilte (Az.: VI R 61/10).

Garten: Kosten als Handwerkerleistungen absetzen

Im dem verhandelten Fall hatte ein Ehepaar den Garten seines 2003 bebauten Grundstückes anlegen lassen. Die Arbeitskosten von insgesamt rund 7700 € machten die Eheleute in ihrer Steuererklärung geltend.

Finanzamt und Finanzgericht wollten diese Ausgaben aber nicht als haushaltsnahe Handwerkerleistungen anerkennen. Deren Berücksichtigung scheitere daran, dass durch die Neuanlage des Gartens etwas Neues, nicht Vorhandenes geschaffen worden sei, so die Begründung.

Bundesfinanzhof redet Klartext

Dieser Argumentation folgten die Richter vom BFH nicht. Der Wortlaut des Gesetzes beziehe ausdrücklich alle Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten in die Steuerermäßigung ein, befanden die Richter.

Ob ein Garten neu angelegt oder ein naturbelassener Garten umgestaltet werde, sei daher ohne Belang. Auch wenn Sie demnach also einen Garten völlig neu anlegen, gilt diese Maßnahme als Modernisierung des bereits besessenen Grundstücks und ist dementsprechend von der Steuer absetzbar.

Heckenschneiden, Rasenmähen, Gehwegplatten

Gartenbesitzer können generell zwei Steuerboni ausschöpfen: Erstens dürfen sie für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Heckenschneiden oder Rasenmähen in der Steuererklärung Aufwendungen bis zu einer Höhe von 4000 € geltend machen.

Zweitens lassen sich bis zu 1200 € für Handwerkerleistungen absetzen – etwa solche für die Erneuerung von Gehwegplatten. Zusätzlich können noch 510 € für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, bei denen es sich um eine geringfügige Beschäftigung handelt, abgesetzt werden. So kommen maximal 5710 € zusammen.

Gut für Steuerzahler: Die Kosten werden direkt von der Steuerschuld und nicht vom zu versteuernden Einkommen abgezogen.

Rechnungen für die Steuer aufbewahren

In jedem Fall müssen Gartenbesitzer dem Finanzamt auf Nachfrage die Rechnungen und Zahlungsnachweise vorlegen. Hausbesitzer dürfen auch mehrere Rechnungen verschiedener Handwerker bis zum Höchstbetrag von 6000 € sammeln und zusammen einreichen.

Steuerlich geltend machen können sie allerdings nur die Lohn- und Arbeitskosten, nicht das verbaute Material. Wichtig: Es muss eine Rechnung vorliegen, in der Lohn- und Materialkosten getrennt aufgeführt sind, so die ARGE Baurecht.

Zudem müssen die Rechnungen per Banküberweisung beglichen werden, damit das Finanzamt einen Nachweis über die Zahlung der Schuld hat. Ist dies der Fall, steht einer Geltendmachung in der Steuererklärung nichts mehr entgegen.

10. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.