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Steuern sparen beim Spenden: So geht’s

Die Adventszeit naht – und erfahrungsgemäß ist in dieser Zeit die Spendenbereitschaft am größten. Auch bei Ihnen?

Dann sollten Sie unbedingt wissen, wie Sie am wirkungsvollsten spenden, wie Sie überprüfen, ob eine Hilfsorganisation seriös ist, wie Sie Ihre Spende absetzen und welche Nachweise das Finanzamt verlangt, wie Sie auch Sachspenden steuerlich geltend machen.

Richtig spenden: So kommt Ihr Geld wirklich bei Bedürftigen an

Sie wollen mit einer Spende Gutes tun und sollten deshalb dafür sorgen, dass möglichst viel von Ihrem Geld bei Bedürftigen landet.

Folgende Regeln sollten Sie daher beim Spenden beachten:

Regel 1: Spenden Sie nicht nach dem Gießkannen-Prinzip

Verteilen Sie Ihr Spendengeld auf möglichst wenige Organisationen. Mit einer größeren Spende ist mehr erreicht als mit zahlreichen Kleinspenden nach dem Gießkannen- Prinzip.

Denn für die Empfängerorganisation ist jede Spende mit einem gewissen Verwaltungsaufwand verbunden: Sie muss die Spende verbuchen und womöglich sogar einem spezifischen Spendenzweck zuordnen. Sie muss außerdem eine Zuwendungsbescheinigung ausstellen und versenden.

All das kostet Zeit und vor allem Geld – Geld, das dann den eigentlich Hilfsbedürftigen abgeht.

Regel 2: Überlassen Sie dem Empfänger die Verwendung der Spende

Bei größeren Organisationen wie die Rotem Kreuz, Caritas oder Diakonie haben Sie häufig die Wahl, wofür genau Sie spenden wollen: Für Flüchtlingshilfe? Für internationale Soforthilfe? Für Kinder? Für Behinderte? Für Ernährungssicherung? Für Krisen- und Kriegsregionen? Oder für bestimmte Länder oder Projekte?

Die Auswahl ist groß – aber diese treffen Sie besser nicht. Überlassen Sie es getrost der Empfängerorganisation zu entscheiden, wofür sie das Geld verwendet.

Denn wenn Sie einen Spendenzweck festlegen, ist die Organisation daran gebunden. Sie muss das Geld dann für den angegebenen Zweck ausgeben, selbst wenn das Geld an anderer Stelle viel sinnvoller eingesetzt werden könnte.

Ohne (teure) Rückfragen an Sie als Spender darf sie Ihre Zuwendung nicht umwidmen. Vermeiden Sie diesen unnötigen Bürokratieaufwand. Damit erreichen Sie mehr.

Regel 3: Überprüfen Sie den Empfänger auf www.dzi.de

Gerade an Weihnachten werden unzählige Spendenaufforderungen versendet. Nicht alle Absender sind so seriös, wie sie sich geben.

Bei lokalen Initiativen und Vereinen kennen Sie die Empfänger – und können halbwegs einschätzen, wie verantwortungsvoll er mit dem Geld umgeht. Aber was ist mit überregionalen oder gar internationalen Organisationen?

Hier sollten Sie nichts spenden, bevor Sie deren Seriosität nicht überprüft haben. Informationen erhalten Sie vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI).

Es vergibt nach klaren Kriterien ein Spendensiegel an Hilfsorganisationen, die es als seriös einstuft.

Beispiele für den strengen Kriterienkatalog des DZI:

  • Der Vorstand darf nicht komplett aus einer Familie besetzt sein (das reduziert die Gefahr von Vetternwirtschaft).
  • Die Verwaltungskosten dürfen 30% nicht übersteigen (das reduziert die Gefahr überbordender Bürokratie und Mittelverschwendung).
  • Die Organisation darf nur gemäß ihrer Satzung tätig werden (das reduziert die Gefahr der Zweckentfremdung von Mitteln).
  • Die Verwendung aller Gelder muss nachgewiesen werden (das reduziert die Gefahr von Untreue).

Ob eine Organisation das Spendensiegel des DZI trägt, finden Sie im Internet heraus. Gehen Sie auf die Website www.dzi.de und klicken Sie auf „Spenderberatung“.

Hier können Sie den Namen Ihrer favorisierten Hilfsorganisation eingeben. Das DZI verrät Ihnen dann, ob dieser Organisation das Siegel vergeben wurde und wenn nicht, warum nicht.

Sie können sich aber auch eine Liste aller Siegel-Träger anzeigen lassen und dabei nach Arbeitsschwerpunkten der jeweiligen Organisationen filtern.

Achtung: Wenn eine Organisation das DZI-Spendensiegel nicht trägt, heißt das nicht gleich, dass sie unseriös ist. Auch vergleichsweise kleine oder familiengeprägte Organisationen bekommen dieses Siegel nicht immer, etwa weil der ganze Vorstand mit Familienmitgliedern besetzt ist oder weil sie dem DZI keine akribische Auflistung über die Mittelverwendung vorlegen.

Sehen Sie sich auf jeden Fall die Begründung an. Falls eine Organisation wirklich als unseriös eingestuft wird, dann stehen die Gründe dafür beim entsprechenden Eintrag.

So machen Sie Ihre Spende steuerlich geltend

Steuerlich absetzen können Sie Ihre Spende immer, wenn der Empfänger vom Finanzamt als gemeinnützig oder mildtätig anerkannt ist.

Wie hoch die Steuerersparnis ist, hängt von Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz ab. Dieser richtet sich nach der Höhe Ihres Einkommens. Der Spendenbetrag vermin- dert das zu versteuernde Einkommen.

Entsprechend den aktuellen Steuersätzen im Jahr 2015 holen Sie sich somit zwischen 14 und 42% Ihrer Spende wieder vom Fiskus zurück, indem Sie sie steuerlich geltend machen.

Beispielrechnung: Sie haben einen Einkommensteuersatz von 35% und spenden einen Betrag von 200 Euro an eine mildtätige Organisation. Dann beläuft sich die Steuerersparnis auf 70 Euro.

Das heißt: Unterm Strich mussten Sie nur 130 Euro aufbringen, um die Spende zu finanzieren.

So weisen Sie Ihre Spende gegenüber dem Finanzamt nach

Bei Spenden bis 200 € benötigen Sie keine Spendenbescheinigung. Hier genügt ein Kontoauszug, aus dem die betreffende Überweisung oder Lastschrift hervorgeht, bzw. der Bareinzahlungsbeleg der Bank.

Diesen Nachweis senden Sie im Original mit Ihrer Steuererklärung ans Finanzamt.

Bei Spenden von mehr als 200 € brauchen Sie in aller Regel eine Zuwendungsbescheinigung, die Ihnen die Empfängerorganisation ausstellt. Auch diese will das Finanzamt im Original sehen.

Beachten Sie: Manchmal gibt es Sonderkonten von Wohlfahrtsverbänden und Hilfsorganisationen für bestimmte, topaktuelle Spendenzwecke. So bestehen solche Sonderkonten aktuell für die Flüchtlingshilfe.

Wenn Sie Geld auf ein solches Sonderkonto überweisen, dann gilt auch hier der vereinfachte Nachweis über Kontoauszug oder Einzahlungsbeleg. Eine Zuwendungsbescheinigung ist dann ebenfalls entbehrlich.

Spenden ohne Beleg

Falls Sie keine Belege haben – geben Sie Ihre Spende trotzdem im Mantelbogen Ihrer Einkommensteuererklärung an.

Womöglich profitieren Sie dann von der so genannten Nichtbeanstandungsgrenze: Den Finanzamts-Mitarbeitern ist es erlaubt, unbelegte Spenden bis zu einer Höhe von 100 Euro zu akzeptieren.

Darauf haben Sie als Steuerzahler zwar keinen Rechtsanspruch. Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. So etwa bei Spenden, die Sie in der Kirche in den Klingelbeutel werfen oder bei einem Jugendvorspiel des Musikvereins ins Sammelkörbchen legen.

Listen Sie aber Höhe und Spendenempfänger genauso akribisch auf wie die Spenden, für die Sie Belege einreichen.

Wie Sie Sachspenden absetzen

Zwar haben gemeinnützige bzw. mildtätige Organisationen auch die Möglichkeit, eine Zuwendungsbescheinigung über Sachspenden auszustellen. Das Problem ist aber, die Bewertung der gespendeten Sache plausibel zu machen.

Falls Sie eine Sachspende erbringen, machen Sie es dem Empfänger leicht: Recherchieren Sie den Preis bzw. Wert Ihrer Sachspende. Vielleicht haben Sie ja noch einen Kaufbeleg? Oder Sie suchen im Internet (etwa bei Amazon oder Ebay) ein vergleichbares Produkt und drucken das Angebot aus.

Bei gebrauchten Sachen sollten Sie einen Wertabschlag auf den Neupreis vornehmen (je nach Zustand und Brauchbarkeit).

Sachspenden können Sie nur geltend machen, wenn Sie beim Finanzamt eine entsprechende Zuwendungsbescheinigung einreichen und dabei den Wert möglichst wie beschrieben belegen.

8. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.