MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Steuern sparen: Familie als große Entlastungschance

Die Familie gilt als große Steuerbastion – durch den weiträumigen Begriff der „außergewöhnlichen Belastungen“. In vielen Fällen haben Gerichte in den letzten Jahren hierbei zu Gunsten der Steuerzahler entschieden. Eine Entwicklung, die jede Familie nutzen sollte.

Außergewöhnliche Belastungen nur zum Teil anrechenbar

Dabei sollte jedoch direkt zu Beginn beachtet werden, dass außergewöhnliche Belastungen jedweder Form nicht in gesamter Höhe zum Steuern sparen beitragen.

Eine Familie mit zwei Kindern und einem Einkommen von 50.000€ im Jahr muss beispielsweise mehr als 1.500€ der angefallenen Kosten selber tragen. Die jeweilige Grenze berechnet sich dabei nach dem Einkommen sowie der Anzahl der Familienmitglieder. Erst Kosten, die diesen Grenzbetrag überschreiten, können dann steuerlich abgesetzt werden.  Vorher zahlt der Fiskus keinen Cent.

Steuern sparen: Familie sollte Kosten zusammenlegen

Daher sollte versucht werden, Kosten möglichst in einem Jahr zusammen zu legen. Der Steuerzahler sollte hierzu Belege sammeln, die Kosten addieren und sich ausrechnen, wie hoch seine außergewöhnlichen Belastungen im laufenden Jahr bereits ausfallen.

Liegen diese bereits über der für ihn geltenden Grenze, kann eine teure Krankheitsuntersuchung eventuell noch in den Dezember vorgezogen werden, um die absetzbare Summe weiter zu erhöhen. Und die Möglichkeiten, diese Summe nach oben zu treiben, sind vielfältig, meist jedoch mit einer Bedingung verknüpft.

Belastungen meist mit Bedingungen verknüpft

Die Kosten für eine Beerdigung müssen beispielsweise zunächst aus dem Nachlass des Verstorbenen bezahlt werden. Reicht das Geld hierfür jedoch nicht aus, können die Begräbniskosten als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden.

Hierbei sollte jedoch klar sein, dass dabei nur die Kosten für eine normale Begräbnis angegeben werden. Die Ausrichtung einer großen Gedenkfeier hilft hingegen nicht beim Steuern sparen. Eine Familie, die eine Pflegekraft für Angehörige bezahlt, kann diese Kosten im Normalfall ebenfalls geltend machen.

Krankheitskosten absetzen in vielen Fällen möglich

So makaber es klingt: Eine Familie kann ihre Krankheitskosten in vielen Fällen noch in Geld umwandeln. Eine neue Brille kann nämlich ebenso abgesetzt werden wie ein Rollstuhl, ein Zahnimplantat oder Medikamente.

Wichtig dabei ist jedoch ein Nachweis über die Notwendigkeit der Anschaffung, beispielsweise durch ein Attest vom Amtsarzt oder einer weiteren Stelle. Außergewöhnliche Belastungen greifen jedoch auch in weiteren Fällen, beispielsweise bei Unterhaltszahlungen, nötigen Renovierungen oder der Schuldentilgung für nahe Angehörige.

Notwendigkeit muss nachgewiesen werden

In allen Fällen muss der Steuerzahler jedoch beweisen, dass für die angefallenen Summen eine Notwendigkeit besteht und die Kosten angemessen sind.

Diese Notwendigkeit sollte übrigens nicht erst im Nachhinein bestätigt worden sein. Ist beispielsweise eine Umbaumaßnahme an einer Immobilie von Nöten, sollte ein entsprechendes Gutachten bereits vor dem Baubeginn vorliegen, um Steuern sparen zu können.

Und falls es mit der Familie am Ende übrigens doch nicht so gut klappt: Die Prozesskosten für eine Scheidung können ebenfalls in der Steuererklärung eingesetzt werden.

22. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.