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Steuern: Sprachkurs im Urlaub absetzen

Immer mehr Steuerzahler verbinden ihren Urlaub mit beruflichen Fortbildungen wie einem Sprachkurs. Dieser kann bei den Steuern oftmals abgesetzt werden.

Dies funktioniert über sogenannte gemischte Aufwendungen. Seit einem Urteil des Bundesfinanzhofs ist es nämlich möglich, private und berufliche Aufwendungen zu teilen. Bis zu diesem Zeitpunkt war dies durch das Aufteilungs- und Abzugsverbot nicht möglich.

Steuern: Sprachkurs absetzen nach klaren Regeln

Für die Neuregelung gibt es jedoch strikte Regeln. Ganz klar muss sein, dass jeder Steuervorteil durch einen Sprachkurs oder ähnliche Aktivitäten auch wirklich beruflich bedingt sein muss. Das Finanzamt will hier hieb- und stichfertige Beweise sehen, um den Bonus überhaupt zu akzeptieren.

Steuerzahler sollten daher im Anhang ihrer Steuererklärung Nachweise wie das Seminarprogramm anfügen. Besteht das Programm dabei zu mindestens 90% aus beruflichen Themen, können sämtliche Kosten für das Seminar abgesetzt werden. Bei weniger als 10% gibt es hingegen keinerlei Vorteile, dazwischen entsprechende Anteilszahlungen.

Aufsplittung der Kosten vornehmen

In diesen Fällen müssen die Kosten demnach aufgesplittet werden. Am einfachsten geht dies über die Festlegung entsprechender Zeiträume.

Für einen einwöchigen Sprachkurs können daher 7 Tage bei den Steuern abgesetzt werden. Ob sich an diesen Zeitraum dann ein Urlaub anschließt, ist für das Finanzamt in diesem Fall unerheblich.

Anders sieht es hingegen bei Kosten aus, die nicht einfach in einem Zeitmaßstab aufgeteilt werden können. Dazu gehören beispielsweise Summen für die Anreise. In diesem Fall müssen die Kosten prozentual am Verhältnis von Urlaub und Fortbildung aufgeteilt werden.

Sprachkurs steuerlich absetzen im Beispiel

Im Beispiel: Herr Bischof reist für insgesamt 15 Tage nach Spanien. Die Kosten für Hin- und Rückflug betragen dabei 300 €. Während seines Aufenthaltes besucht Herr Bischof 7 Tage lang einen Sprachkurs, 8 Tage entfallen auf seinen Urlaub. Dies bedeutet, dass er die Kosten für den Flug im Verhältnis von 7 zu 8 aufteilen muss.

Die Flugkosten über 300 € werden daher durch 15 Tage geteilt und ergeben so eine tägliche Summe von 20 €. Herr Bischof muss daher 160 € privat tragen (20 € x 8 Tage), den Sprachkurs kann er hingegen bei den Steuern absetzen.

Die entsprechenden 140 € kann er als berufsbedingte Werbungskosten in seiner Steuererklärung vermerken. Können die Kosten hingegen nicht aufgeteilt werden, akzeptiert das Finanzamt in vielen Fällen auch angemessene Schätzsummen.

Die Ausnahmen im Überblick

Aufwendungen, die sowohl privat als auch beruflich veranlasst sein können, werden nur in seltenen Fällen akzeptiert. Außerdem verweigert das Finanzamt auch den Steuervorteil für die sogenannten „unverzichtbaren Aufwendungen für die Lebensführung“.

Darunter fallen beispielsweise Kleidung, Unterkunft, Lebensmittel und weiterer persönlicher Bedarf. Dies gilt natürlich nicht, wenn die Fahrt an sich beruflich bedingt ist. In diesem Fall können Reisekosten inklusive Nebenkosten geltend gemacht werden.

8. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.