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Steuern: Was beim Nebenjob zu beachten ist

In Deutschland gehen so viele Arbeitnehmer wie noch nie einem Zweitjob nach. Ende 2012 waren es etwa 2,66 Millionen Menschen, die ihr Einkommen aus einer regulären Hauptbeschäftigung mit einem Minijob aufbesserten.

Das entspricht einem langjährigen Trend. Dennoch gilt es einige Regeln zu beachten, wenn Sie vorhaben, einen solchen Nebenjob anzunehmen. Ansonsten können Sozialabgaben, Krankenversicherungen und Steuern dem Arbeitnehmer schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

Ab 2012 wurde die Entgeld-Grenze für einen Minijob von 400 auf 450 € erhöht. Wer also nicht mehr als 450 € monatlich verdient, ist unfallversichert. Jedoch muss er – von einigen Ausnahmen abgesehen – keine Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung leisten. Möglich ist auch eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht.

Wie hoch ist die steuerliche Belastung für Minijober?

Der Arbeitgeber trägt bei einer geringfügigen Beschäftigung Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Hierbei werden jeweils pauschale Beträge berechnet: 15% gehen an die Rentenversicherung und 13% an die Krankenkasse. Wenn das Gehalt nicht über die Lohnsteuerkarte abgerechnet wird, fallen 2% als Pauschsteuer an.

In der Realität wird meist die pauschale Besteuerung angewandt. Dies sind bei einem vollen 450-€-Job monatlich 9 € an Steuern. Diese werden ebenfalls normalerweise vom Arbeitgeber übernommen.

Wenn Minijobber ihr Einkommen jedoch ganz normal versteuern, können sie vom Werbungskostenfreibetrag in Höhe von 1.000 € pro Jahr profitieren. Dies kann sich wiederum bei der gesetzlichen Krankenversicherung positiv auswirken.

Besteuerung eines Minijobs neben dem Hauptberuf

Es kann sich durchaus lohnen, neben einem Hauptberuf noch eine Nebenbeschäftigung in Form eines 450-€-Jobs zu ergreifen. Dabei deckt die Hauptbeschäftigung sämtliche Leistungen der Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung ab.

Der Minijob gilt in diesem Fall als abgabenfreier Zusatzverdienst. Der Hauptberuf wird regulär auf der Lohnsteuerkarte des Arbeitnehmers in den Lohnsteuerklassen eins bis fünf geführt. Für den 450-€-Job werden höchstens 2% Pauschalsteuer fällig.

Wer noch eine 3. Beschäftigung aufnimmt, muss diese in der Steuerklasse 6 anmelden und ist damit voll versicherungspflichtig. Vorsicht: Wer einen Nebenjob zusätzlich zu seiner hauptberuflichen Tätigkeit aufnehmen möchte, sollte sich vergewissern, dass der Hauptarbeitgeber dies gestattet. In besonderen Fällen Arbeitnehmer auf einer schriftlichen Genehmigung bestehen.

Minijobs liegen im Trend. Der Hauptgrund ist sicher der, dass immer mehr Beschäftigten das Gehalt aus einem Job nicht ausreicht. Die Besteuerung einer zusätzlichen Einkommensquelle ist durchaus erträglich. Und wer einem angemeldeten Minijob nachgeht, setzt sich auch nicht der Gefahr aus, unter Umständen wegen Steuerhinterziehung belangt zu werden.

24. Oktober 2014

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.