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Steuern: Wer Schwarzgeld erbt, lebt gefährlich

Hintergrund dieser Warnung sind die weiterhin zunehmenden Erbschaftsvermögen. In Deutschland hat sich immer mehr Vermögen gesammelt, das jetzt weitergereicht wird. Beachten Sie Ihre Pflichten! Sie werden Kontoauszüge „zu Gesicht“ bekommen. Aus diesen ist nicht unmittelbar ersichtlich, ob Sie Schwarzgeld erben. Allerdings müssen Sie vergleichen.

Denn recht schnell sehen Sie mögliche Differenzen, wenn Sie Steuerbescheide und Kontoauszüge vergleichen. Weichen die Beträge stark voneinander ab, müssen Sie Schwarzgeld vermuten. Die Folge: Sie müssen diese Differenz melden. Sonst machen Sie sich strafbar – und Finanzämter kontrollieren seit 2011 verschärft.

Wird Erbe nicht ausgeschlagen, verlangt der Fiskus sein Recht

Dieses Erbe kann teuer werden: Wer Schwarzgeld erbt und das Erbe nicht binnen 6 Wochen ausgeschlagen hat, übernimmt auch alle steuerlichen Pflichten. Dr. Erhard Liemen vom „Deutschen Wirtschaftsbrief“ erläutert: Falsche Steuererklärungen muss der Erbe berichtigen, hinterzogene Steuern nachzahlen – zuzüglich 6% pro Jahr.

Wichtig: Deklarieren die Erben das Schwarzgeld nicht, begehen sie ebenfalls Steuerhinterziehung. Die Steuerhinterziehung des Erblassers ist für den Erben dabei natürlich strafrechtlich nicht von Bedeutung. Denn auch wenn auf diesen durch das ererbte Schwarzgeld viele Unannehmlichkeiten zukommen, kann man Straftaten zumindest nicht erben.

Schwarzgeld – ein teures Erbe

Hat der Verstorbene nur Kapitalerträge verschwiegen, halten sich die Nachforderungen des Finanzamts noch in Grenzen. Stammt das Geld aber aus Einnahmen, die in Deutschland nicht versteuert wurden, langt der Fiskus richtig zu. In vielen Fällen wird von der Erbschaft dann kaum etwas übrig bleiben, wenn das Finanzamt seine Steuerschulden beglichen hat. Unter Umständen kann es dann sogar zu einer Überschuldung des Erbvermögens kommen.

Für diese ist dann der Erbe verantwortlich, da sie zu den Nachlass-Verbindlichkeiten zählen, die ein Erbe mit sich bringt. Eine Verjährung bietet nur in seltenen Fällen Rettung. Die steuerliche Verjährungsfrist beträgt 10 Jahre. Sie beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die unzutreffende Steuererklärung eingereicht wurde. Ohne Erklärung verlängert sich diese Frist bis zum 3. Kalenderjahr nach dem Jahr der Steuerentstehung.

Das Finanzamt kann seine Ansprüche so bis zu 13 Jahre lang rückwirkend geltend machen. Eine andere Möglichkeit des Erben wäre es, die Erbschaft auszuschlagen. In dem Fall gilt diese als niemals erfolgt.

Erfährt der Erbe erst nach Beendigung der Ausschlagungsfrist von 6 Wochen von dem Schwarzgeld, kann er durch eine gerichtliche Anfechtung versuchen, die Erbschaft wegen Irrtums doch noch anzunehmen. Gibt es noch Miterben oder Pflichtteils-Berechtigte, ist auch diesen das gefundene Schwarzgeld zu offenbaren. Ansonsten begeht der Erbe ihnen gegenüber möglicherweise Betrug.

Tipp: Erbe noch zu Lebzeiten regeln

Wer Erben Schwarzgeld auf Auslandskonten hinterlässt, tut ihnen damit folglich keinen Gefallen – schon gar nicht, wenn mehrere Berechtigte im Spiel sind, die sich untereinander zerstreiten könnten.

Es sollten deshalb alle Möglichkeiten geprüft werden, die Kuh noch zu Lebzeiten vom Eis zu bringen, so der Rat des Experten vom „Deutschen Wirtschaftsbrief“.

18. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.