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Steueroase Cayman-Inseln: Ein Extremfall praktisch ohne Steuern

Eine allgemein gültige Definition für Steueroasen gibt es nicht. Steueroasen werden jedoch allgemein als Länder mit sehr niedrigen oder ohne Steuern auf Gewinne und Einkommen angesehen. Teilweise geht das einher mit niedrigen Sozialabgaben.

Steueroasen: Der Extremfall Cayman-Inseln

Die Steueroase Cayman-Inseln in der Karibik ist der Extremfall. Das britische Hoheitsgebiet erhebt praktisch keine Steuern – weder auf Einkommen, noch auf Gewinne, Erbschaften, Löhne oder Verkäufe. Der Staat finanziert sich größtenteils durch Import-Zölle, Arbeitnehmer-Lizenzen und eine Steuer auf Touristenunterkünfte.

Daneben locken die Inseln mit politische Stabilität, einer stabilen Währung und guter Infrastruktur. So ist das Land das fünftgrößte Offshore-Zentrum der Welt. 40 der weltweit größten Banken und 40% der Hedgefonds auf der Welt haben ihren Sitz auf den Cayman-Inseln.

Jeder profitiert von geringen Steuern und Abgaben

Diese Steuerpolitik schätzen nicht nur Einheimische, sondern auch ausländische Arbeitskräfte, die knapp die Hälfte der gut 50.000 Einwohner stellen.

Schließlich profitieren sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber auf den Cayman-Inseln davon, dass sie keine Steuern und Abgaben zahlen. Das hält sowohl die Gehälter als auch die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig niedrig.

Die Weltwirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren

Weil die Cayman-Inseln jedoch ein internationales Finanzzentrum sind, hängt ihre Wirtschaft stark von der Weltkonjunktur ab. Die Weltwirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat so zu einem Haushaltsdefizit von 590 Mio. € geführt. Ein Versuch des Premierministers William McKeeva Bush im Jahr 2008, dies zu stopfen, stieß jedoch auf heftige Reaktionen.

Er wollte ausländische Arbeiter mit einer Steuer belasten – und zwar diejenigen, die mehr als 36.000 $ im Jahr verdienen. Doch nicht nur ausländische, sondern auch heimische Arbeiter rebellierten gegen den Vorschlag.

Und nach 2 Wochen sah sich McKeeva Bush gezwungen, die Maßnahme zurückzuziehen. Während der Weltwirtschaftskrise gingen die Cayman-Inseln durch eine Phase der Rezession – die Wirtschaft schrumpfte also.

Die Wirtschaft ist wieder im Aufschwung

Inzwischen ist das Bruttoinlandsprodukt jedoch wieder auf dem Wachstumspfad. Jedoch hat die Krise aufgezeigt, wie riskant es für die Wirtschaft der Cayman-Inseln ist, größtenteils auf 2 Sektoren zu bauen: den Finanzbereich und die Tourismusbranche.

Die Regierung versucht deswegen, durch Anreizprogramme eine stärkere Diversifizierung der Wirtschaft zu fördern.

Cayman-Inseln sind nun auf der weißen Liste der OECD

Zumindest in Sachen Transparenz hat die Steueroase Cayman-Inseln jedoch in den vergangenen Jahren Fortschritte gemacht. Wurde sie früher auf der sogenannten grauen Liste der OECD geführt, ist das heute nicht mehr der Fall: Die Cayman-Inseln erfüllen gewisse Mindeststandards an Transparenz.

Unter anderem haben sie mit mindestens 12 Ländern Abkommen zum Informationsaustausch über Steuerzahler abgeschlossen. Dies soll auch im Kampf gegen internationale Geldwäsche helfen.

25. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.