MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Steueroase Dubai: Ein Emirat auf der Suche nach der Zukunft

Dubai ist Teil der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), liegt am Persischen Golf und hat rund 2 Mio. Einwohner. Durch gewaltige Erdölvorkommen kam das Emirat zu Reichtum, welcher es Dubai ermöglichte, große Infrastruktur-Projekte anzustoßen.

Nachdem Dubai jahrelang einen enormen Boom erlebt hatte, wurde jedoch auch das Emirat von der Weltwirtschaftskrise getroffen. Die Immobilienpreise sanken deutlich, viele Bauprojekte und die zuständigen Konzerne gerieten unter Druck. Doch Dubai ist auch eine Steueroase und es wird gemutmaßt, dass immer mehr Schwarzgeld dorthin gelangt.

Dubais Weg zum bedeutenden Finanzplatz

Eine wichtige Voraussetzung für einen bedeutenden Finanzplatz ist eine gewisse politische Stabilität. Diese Voraussetzung wird von Dubai erfüllt. Das allein reicht natürlich nicht, doch Dubai bietet noch andere Anreize für Unternehmen und Vermögende. So ist es beispielsweise ein großes und wichtiges Handelszentrum im asiatischen Raum.

Seine Rolle als Handelszentrum hat eine lange Tradition und wurde durch die gezielten Infrastrukturmaßnahmen gestützt und weiter gefördert. Was Dubai für Unternehmen besonders attraktiv macht, ist die Tatsache, dass nur in wenigen Wirtschaftszweigen eine Unternehmenssteuer erhoben wird. Darüber hinaus gibt es keine Einkommenssteuer.

Dies sind natürlich geeignete Voraussetzungen, um ausländische Unternehmen und Vermögende anzulocken. Entsprechend rasant entwickelte sich der Finanzplatz Dubai. Der Wandel ist offensichtlich: 1990 beruhten noch rund 50% des Bruttoinlandsprodukt auf Einkünften aus der Erdölförderung, heute sind es nur noch etwa 5%.

Steueroase Dubai: Kritik an der Steuerpolitik

Dubais attraktive Steuerpolitik lockt jedoch nicht nur Geschäftsleute, die auf legale Weise bares Geld sparen wollen. Immer wieder wird der Vorwurf laut, dass das Bankgeheimnis dazu geeignet ist, Identitäten zu verschleiern und Vermögen aus zweifelhafter Herkunft unterzubringen.

Dass Dubai gerade in den letzten Jahren für solche Geschäfte interessanter geworden ist, liegt auch daran, dass andere Steuerparadiese stärker unter Druck geraten. In diesem Zusammenhang wird immer wieder kritisiert, dass der internationale Druck auf Dubai noch vergleichsweise gering ist, während andere Steueroasen nach und nach geschlossen werden.

„Man will es sich mit den Ölscheichs nicht verscherzen“, wird ein Offshore-Spezialist in einem Artikel der Financial Times Deutschland diesbezüglich zitiert. Verlässliche Zahlen über die Steueroase Dubai gibt es nicht, so dass schwer nachzuvollziehen ist, in welchem Ausmaß Zahlungsströme wirklich stattfinden.

Dubai auf der Suche nach der eigenen Zukunft

Es ist absehbar, dass der internationale Druck auf die Steueroase Dubai wachsen wird. Das Bankgeheimnis könnte in Zukunft Geschichte sein, wie es in anderen Ländern schon passiert ist. Auch wenn anderen Staaten die Steuergesetzgebung Dubais mitunter sauer aufstößt, so ist Dubais Position nicht ganz unbegründet.

Das Fundament des Reichtums ist das Erdöl. Schätzungen gehen davon aus, dass die Vorkommen in Dubai spätestens in 40 Jahren erschöpft sein werden. Unter anderem durch die Steuerpolitik hat sich Dubai eine gute Ausgangslage geschaffen.

Als Zentrum für Handel und Finanzen ist es schon heute sehr wichtig und auch der Tourismus hat deutlich an Bedeutung gewonnen. Ob das „Geschäftsmodell Steueroase“ Zukunft hat, darf jedoch bezweifelt werden. So hat Deutschland bereits ein Steuerabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten nach OECD-Standards unterzeichnet.

4. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.