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Steueroasen weltweit: Hier liegen die größten Vermögen

Im Jahr 2012 wurde eine Studie veröffentlicht, die das in Steueroasen geparkte Geld auf 21 bis 32 Billionen US-$ schätzte.

Spiegel Online hat daraus errechnet, dass bei einer jährlichen Rendite von 3% dieses Kapital um rund 630 Mrd. US-$ anwachsen würde – ausgehend von 21 Bio. US-$ in den Steueroasen.

Würde dieser Betrag mit der Kapitalertragssteuer von 25% versteuert, entspräche dies jährlichen Steuereinnahmen von rund 157,5 Mrd. US-$. Man sieht also, dass es sich nicht um Peanuts handelt. Dieses Geld fehlt den Staatshaushalten dieser Welt.

Eine Frage der Definition

Es kann keine perfekte und vollständige Liste der Steueroasen weltweit geben, da es keine allgemein anerkannte Definition gibt.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Cooperation and Development; kurz: OECD) hat jedoch einige Merkmale zusammengefasst. Es wird davon ausgegangen, dass sich eine Steueroase durch bestimmte Eigenschaften auszeichnet.

Dazu gehört vor allem eine fehlende oder niedrige Besteuerung von Einkommen und Kapital. Auch gibt es in den betreffenden Ländern häufig ein strenges Bank- und Geschäftsgeheimnis; auch wenn dessen Ruf manchmal besser ist als die Realität.

Häufig verfügt eine Steueroase naturgemäß über einen großen und aktiven Finanzsektor und lässt sich auch daran erkennen. Wichtig ist zudem eine gut ausgebaute Kommunikations-Infrastruktur. Auch politische Stabilität spielt eine wichtige Rolle. Schließlich soll die Sicherheit des Kapitals nicht gefährdet sein.

Die „perfekte“ Steueroase gibt es nicht. Es hängt viel davon ab, wie die Umstände der Person oder des Unternehmens sind. Doch es gibt eine Reihe von Staaten, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden.

Steueroasen weltweit – von der Karibik bis nach Deutschland

Da es keine einheitliche Definition für den Begriff Steueroase gibt, ist eine vollständige Liste von selbigen schwer zu erstellen. Die Organisation Netzwerk Steuergerechtigkeit hat dennoch eine Liste erstellt. Diese umfasst auf der einen Seite viele häufig genannte Steueroasen wie die Bahamas, die Virgin Islands oder die Cayman Islands.

Auf der anderen Seite finden aber auch Israel, Ungarn, Deutschland und die USA Erwähnung. Letztere vor allem wegen des Bundesstaates Delaware, der über besonders attraktive Besteuerung für Unternehmen verfügt.

In Europa wird immer wieder die Schweiz genannt. Doch auch Liechtenstein, Monaco und Luxemburg können durchaus als Steueroasen bezeichnet werden.

Das Problem wird angegangen

Doch gerade in den letzten Jahren ist sehr viel Bewegung in die Sache gekommen. Das Problem wird verstärkt erkannt und angegangen. So werden beispielsweise immer mehr Steuerabkommen verhandelt und abgeschlossen – zuletzt starteten Deutschland und die Schweiz einen Versuch.

Auch die Bahamas planen eine Steuerreform und die Cayman Islands ziehen Gebühren auf Hedgefonds als Einnahmequelle in Betracht. Hintergrund solcher Überlegungen ist vielfach die Finanznot der betroffenen Staaten, die durch die Finanzkrise ausgelöst oder verschlimmert wurde.

Und es geht dabei nicht nur den aktiven Steuersündern an den Kragen. Auch wer durch eine Erbschaft in den Besitz von Schwarzgeld kommt, muss vorsichtig sein. Es zeichnet sich ab, dass sich weiterhin viel tun wird im Bereich der weltweiten Steueroasen. Bleibt zu hoffen, dass letzten Endes auch der ehrliche Steuerzahler davon profitieren wird.

4. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.