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Steuerprogression: So berechnen Sie Ihren Steuersatz

Bei einem steigenden zu versteuerndem Einkommen erhöht sich auch der Steuersatz. Begrifflichkeiten wie Eingangssteuersatz, Grenzsteuersatz und Spitzensteuersatz fallen häufig im Zusammenhang mit der Steuerprogression und sind bei der Berechnung des progressiven Steuersatzes von großer Bedeutung.

Steuerprogression berechnen

Die Berechnung des kontinuierlichen Anstiegs des Grenzsteuersatzes wurde bis Ende 1989 noch durch Polynome durchgeführt. Je höher das zu versteuernde Einkommen hierbei ausfiel, desto mehr verflachte jedoch der Anstieg des Grenzsteuersatzes.

Daraufhin wurde ab 1990 ein neues, vereinfachtes System eingeführt, um die Steuerprogression berechnen zu können. Eine oder mehrere Geradengleichungen werden seit dieser Zeit eingesetzt, um einen oder mehrere linear ansteigende Grenzsteuersätze der Steuerprogression zu berechnen.

Steuerprogression: System und Umsetzung

Die Festlegung der kontinuierlich steigenden Steuerlast bei steigendem Einkommen ist Erwägungen des Gerechtigkeitsprinzips und des Sozialstaatsprinzips geschuldet.

Jeder Steuerzahler wird somit in die Pflicht genommen, gemäß seiner individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zur Staatsfinanzierung beizutragen. Je höher hierbei die ökonomische Leistungsfähigkeit ausfällt, desto stärker erhöht sich auch die Steuerlast.

Die lineare Progression wird in der Bundesrepublik angewendet, um die Steuerprogression berechnen zu können. Dieser Anstieg des Steuersatzes erfolgt konstant vom Eingangssteuersatz bis zum Erreichen des Spitzensteuersatzes.

Bei dieser Methode der linearen Progression kommt es in Bereichen zwischen dem Eingangssteuersatz und dem Spitzensteuersatz auch zu einem linearen Anstieg des Grenzsteuersatzes.

Erhöhung des Grenzsteuersatzes möglich

Der Grenzsteuersatz gibt im Allgemeinen den Steuersatz des letzten zu versteuernden Euros des Einkommens an. Von Bedeutung ist dieser Steuersatz insbesondere bei Zins- oder Kapitalerträgen aus Geldanlagen. Die lineare Steuerprogression führt zu einer Erhöhung des Grenzsteuersatzes mit fließenden Übergängen. Der Anstieg des Grenzsteuersatzes als auch des Durchschnittsteuersatzes geschieht stetig.

Keinesfalls jedoch ermöglicht das System der linearen Progression Verluste des Nettoeinkommens bei Steigerungen des Bruttoverdienstes. Denn nicht das gesamte Einkommen unterliegt dem höheren Grenzsteuersatz, sondern stets nur das zusätzliche, über der Grenze liegende Einkommen.

Steuerprogression bei Eingangssteuersatz und Spitzensteuersatz

Eine Versteuerung des jährlichen Einkommens wird notwendig, sobald ein Grundfreibetrag überschritten wird. Dieser Grundfreibetrag beläuft sich derzeit auf 8.004 €, soll aber weiter angehoben werden. Der Eingangssteuersatz wird demnach erst bei einer Überschreitung des Grundfreibetrags fällig.

Dann wird jedoch der Steuersatz ab dem ersten Euro, der über dem Grundfreibetrag liegt, prozentual berechnet. Der Steuersatz unterliegt dann der linearen Progression.

Mit steigendem Einkommen verflacht die Steuerprogression. Ein kontinuierlicher Anstieg der Steuerlast ist allerdings vom Eingangssteuersatz bis zum Erreichen des Spitzensteuersatzes von 42% zu vermerken. Die sogenannte „Reichensteuer“ von zusätzlichen 3% fällt bei einem Jahreseinkommen von über 250.000 € ebenfalls an.

26. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.