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Steuerprogression: So wird das Verfahren bei der Einkommensteuer definiert

Eine Steuerprogression besagt per Definition grundsätzlich zunächst einmal den fortschreitenden Anstieg eines Steuersatzes. Genauer gesagt erfolgt in Deutschland eine progressive Erhöhung des Einkommenssteuersatzes.

Deutschland und die Steuerprogression – Definition und Funktion

Die Erhöhung des Steuersatzes orientiert sich am zu versteuernden Einkommen. So steigt der Steuersatz mit steigendem Einkommen. In Deutschland stellt der Eingangssteuersatz den Anfangspunkt der Steuerprogression dar, die schließlich im Spitzensteuersatz mündet. Der Durchschnittssteuersatz liegt dabei inmitten der beiden Grenzsteuersätze.

Im Rahmen der deutschen Steuerprogression nimmt der Anteil am Einkommen, der versteuert werden muss, überproportional zu. Das heißt, je geringer das zu versteuernde Einkommen eines Steuerzahlers ist, desto geringer fällt prozentual die Steuerlast aus. Im Umkehrschluss ergibt sich daraus, dass die Steuerlast prozentual größer wird, je höher das zu versteuernde Einkommen ausfällt. In Deutschland bewegt sich die Steuerlast zwischen minimal 14% und maximal 45%.

Alternative Formen der Einkommensbesteuerung

Die progressive Steuerbelastung der Bürger ist nicht die einzige Möglichkeit der Einkommenssteuererhebung. Hierfür gibt es durchaus Alternativen. Die einfachste ist wohl die Kopfsteuer, bei der jeder Bürger per Definition denselben Steuersatz zahlt, unabhängig vom Einkommen. Durch diesen absoluten Steuersatz fällt die Steuerlast für Bürger mit geringem Einkommen vergleichsweise höher aus als für solche mit hohem Einkommen.

Zahlen zum Beispiel alle 1 € Einkommenssteuer, so wären dies für jemanden, der 10 € verdient, 10% seines Einkommens, für jemanden, der 100 € verdient, dagegen nur 1%. Eine weitere Möglichkeit ist die des konstanten Steuersatzes. Hier zahlt jeder denselben Prozentsatz, unabhängig vom Einkommen. Bei einem Steuersatz von 10% würde jemand, der 10 € verdient, also 1 € Einkommenssteuer zahlen, jemand, der 100 € verdient, dagegen 10 €.

Begründung für die progressive Besteuerung

Auf den ersten Blick erscheint eine progressive Besteuerung unfair. Schließlich müssen diejenigen, die mehr verdienen, prozentual deutlich mehr Einkommenssteuern zahlen als diejenigen mit einem niedrigen Einkommen.

Die Steuerprogression in Deutschland wird unter anderem durch den abnehmenden Grenznutzen gerechtfertigt. Hierbei geht man davon aus, dass die ersten Euros, die jemand verdient, einen deutlich höheren Nutzen haben als die letzten Euros. Denn die ersten Euros tragen vermutlich eher zur Grundsicherung des Lebensunterhaltes bei.

Zur Verdeutlichung ein kurzes Beispiel: Ein Jahreseinkommen von 36.000 € sichert dem Beschäftigen seinen Lebensunterhalt. Verdient jemand dagegen im Jahr 72.000 €, so stehen ihm ebenfalls (mindestens) 36.000 € zur Bestreitung seines Lebensunterhalts zur Verfügung.

Die übrigen 36.000 € benötigt er hierfür jedoch nicht zwingend, sie dienen eher zur Steigerung des Lebensstandards. Daher geht der Staat davon aus, dass ein Bürger mit einem höheren Einkommen eben auch einen höheren Steuersatz verkraften kann.

30. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.