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Steuerprogression in Deutschland: Fortschreitend und fortschrittlich

Wer im Begriff „Steuerprogression Deutschland“ die Ableitung des Adjektivs „progressiv“ entdeckt, hat gleich zwei wesentliche Erkenntnisse gewonnen.

Denn die Wortbedeutung „fortschreitend“ informiert zum einen, dass die Steuerbelastung wächst und zum anderen lässt die zweite Wortbedeutung „fortschrittlich“ zumindest die Hoffnung aufkommen, dass dieses Wachstum auch für Gerechtigkeit sorgen kann.

Genau so hat es das deutsche Steuerrecht auch eingerichtet: Denn die Steuerbelastung wächst mit steigendem Einkommen und harte Brüche werden dennoch vermieden.

Steuerprogression Deutschland – die Grenzsteuersätze

Ganz harmonisch jedoch kann es auch bei der Steuer nicht zugehen, denn sie richtet sich ja nach den Gegebenheiten der Gesellschaft. Aus diesem Grund gibt es die so genannten Grenzsteuersätze.

Diese Grenzsteuersätze richten sich nach typischen Einkommensverhältnissen der Bürger. Nach unten bildet der Freibetrag von 8.652 € eine Größe, die steuerfrei bleibt und Geringverdienern die Zahlung von Einkommensteuer erspart.

Gleichzeitig bildet der Freibetrag aber auch einen allgemeinen Steuerminderungsbetrag für alle anderen Einkommensgruppen in Deutschland. Nach oben stellt der Spitzensteuersatz eine angemessene Beteiligung der Großverdiener am Steueraufkommen des Staates dar.

Da die Skala noch oben sehr viel offener ist, gibt es den Spitzensteuersatz zu 42% ab einem Einkommen von 52.882 € für Alleinstehende (105.764 € für Verheiratete), und den Spitzensteuersatz von 45% für ein Einkommen von über 250.731 € für Alleinstehende (501.642 € für Verheiratete).

Steuerprogression in Deutschland: die Tarifzonen

Durch die Grenzsteuersätze ergeben sich auch Eckpunkte in der Steuerprogression, zwischen denen sich Tarifzonen ausbilden. Innerhalb dieser Tarifzonen steigt der Steuersatz ständig an.

Dabei sind zwei Tarifzonen von ganz besonderer Bedeutung für die Allgemeinheit. Mit Überschreiten des Grundfreibetrages wird der Einstiegssteuersatz von 14% fällig. Er steigt dann relativ schnell innerhalb von knapp 7.000 € um fast 11% auf 24,7% an.

Für die fünffache Strecke bis zum Spitzensteuersatz von 42% beträgt die Steigerung jedoch nur noch rund 17%. Die anderen Tarifzonen werden durch den Freibetrag sowie die beiden Spitzensteuersätze gebildet.

Steuerprogression in Deutschland – die lineare Entwicklung

Bis zum Jahr 1989 wurde der stetige Anstieg in den Tarifzonen durch eine Steuerkurve charakterisiert, die bei den höheren Einkommen deutlich abflachte. Im Jahr der deutschen Einheit wurde eine nahezu linear ansteigende Steuerprogression eingeführt. Diese Steuerprogression ist auch für den Einzelnen leichter zu berechnen.

Einen weiteren Vorteil bringt der Durchschnittssteuersatz. Dieser errechnet sich aus dem Abzug des Freibetrages. Denn zum jeweils höheren Tarif werden ja nur die Einkommen versteuert, die über die Grenzsteuersätze hinausgehen.

Ein Einkommen von 10.000 € liegt also bei einem realen Steuersatz von 2,9% , bei einem Einkommen von 40.000 € steigt dieser Satz auf 22,5% und bei einem Einkommen von 60.000 € sind durchschnittlich nur noch 28,3% Steuer fällig.

20. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.