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Steuerschätzung: So legen Sie Einspruch ein

Die Steuererklärung absichtlich nicht abgegeben, nur unvollständig ausgefüllt oder schlichtweg vergessen? Reagiert ein Unternehmer oder ein Unternehmen nicht auf Mahnungen oder wird die Steuererklärung fehlerhaft abgegeben, wird die Steuerlast durch das Finanzamt geschätzt. Diese Schätzung fällt in der Regel zu Lasten des Unternehmers aus, da sie meist zu hoch angesetzt wird.

In manchen Fällen kann der festgesetzte Steuersatz auch zu Gunsten des Unternehmers ausfallen, das bedeutet aber nicht, dass die Steuern erlassen werden und die Differenz zur tatsächlichen Steuerlast nicht bezahlt werden muss.

Einspruch einlegen und die Steuerschätzung berichtigen

Unternehmer müssen sich nach einer zu niedrigen Steuerschätzung beim Finanzamt melden und ihre Erklärung nachreichen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass man einer Steuerhinterziehung beschuldigt wird, die sogar strafrechtlich verfolgt werden kann.

Um einer zu hohen Steuerschätzung entgegenzuwirken, besteht die Möglichkeit Einspruch zu erheben. Dabei müssen allerdings einige Aspekte berücksichtigt werden:

1. Einspruchsfrist

Betroffene haben bis zu einen Monat Zeit, Einspruch gegen ihre Steuerschätzung zu erheben. Der Monat läuft ab dem Zeitpunkt der Bekanntgabe des geschätzten Steuerbescheids.

2. Einspruchsform

Die Form, in der der Einspruch eingereicht wird, ist variabel. Sowohl per E-Mail als auch per Brief oder Fax kann Einspruch gegen einen Steuerbescheid eingelegt werden. Bei einer E-Mail oder einem Fax sollte eine Eingangsbestätigung erbeten werden, ein Brief sollte per Einschreiben versendet werden. Nur so hat man einen Beleg darüber, dass das Finanzamt den Einspruch auch fristgemäß erhalten hat. Auch beim Finanzamt vor Ort kann der Einspruch eingelegt werden. Ein Sachbearbeiter nimmt dann den Einspruch auf und der Steuerzahler unterschreibt diesen vor Ort.

3. Inhalt des Einspruchs

Der Inhalt kann relativ formlos gehalten werden und sollte nur den Zeitraum, für den die Steuer geschätzt wurde, berücksichtigen. Wichtig ist es dabei, klar zu kommunizieren, dass Einspruch eingelegt wird, eine Begründung kann im Rahmen der Steuererklärung für das betroffene Jahr nachgereicht werden.

Was bedeutet der Einspruch gegen die Steuerschätzung?

Durch den Einspruch wird erst einmal nur erwirkt, dass die Steuerschätzung nicht rechtskräftig ist. Die festgelegte Summe muss trotzdem zunächst gezahlt werden. Erst mit dem Einreichen einer Steuererklärung kann die zu hohe Nachzahlung umgangen werden.

Die Steuererklärung muss dann gleich mit dem Einspruch eingereicht werden, um die zu hohe Zahlung zu umgehen. Wird die Steuererklärung erst später eingereicht, wird die zu viel gezahlte Steuerlast rückwirkend zurückbezahlt.

Mit einer Fristverlängerung der Steuerschätzung vorbeugen

Wer die Frist für den Einspruch verpasst, hat Schwierigkeiten seine Steuerschätzung noch zu korrigieren. Zwar kann auch nachträglich mit guter Begründung noch ein Einspruch eingelegt werden, diesen dann anzunehmen, liegt allerdings im Ermessen des Finanzamts.

Um einer Steuerschätzung vorzubeugen, ist es aber möglich eine Fristverlängerung beim Finanzamt zu beantragen, sobald absehbar ist, dass die ursprüngliche Frist nicht eingehalten werden kann.

31. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.