MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Steuerverschwendung: 10 Fälle zum Haare raufen

Jahr für Jahr veröffentlicht der Bund der Steuerzahler Deutschlands e. V. das so genannte Schwarzbuch. Hierin führt er die schlimmsten Fälle von Steuerverschwendung des betreffenden Jahres auf.

So manch einer mag sich denken, dass das irgendwann einmal ein Ende nehmen wird. Die Hoffnung scheint allerdings unbegründet, krasse Beispiele für die Dummheit so mancher Behörden wird es wohl immer geben. Hier 10 aktuelle und drastische Fälle der Steuerverschwendung des Bundes der Steuerzahler:

1. Der G7-Gipfel in der bayerischen Provinz

Steuerzahler klagen darüber, dass der G7-Gipfel der 7 führenden Staats- und Regierungschefs der Erde auf Schloss Elmau im bayerischen Nirgendwo einen dreistelligen Millionenbetrag gekostet haben. Die Sicherheitsmaßnahmen für Obama, Merkel und Co. waren entsprechend umfangreich.

2. Ein Aussichtsturm, der keiner ist

Für eine Gartenschau des Jahres 2019 wird im baden-württembergischen Remstal ein Aussichtsturm geplant, der aber von Vorneherein nicht begehbar sein wird. Die voraussichtlichen Kosten: etwa 85.000 €.

3. Aufwändiger Fußgängertunnel statt Baustellenabsicherung

Vor dem Gebäude der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurde 2014 ein aufwändiger Fußgängertunnel gebaut, der Passanten vor herabstürzenden Fassadenteilen bewahren soll. Eine herkömmliche Baustellenabsicherung hätte es statt der angefallenen Kosten in Höhe von 206.000 € auch getan.

4. Eine neue Feuerwache – komplett verplant

Bereits kurz nach der Eröffnung der neuen Feuerwache in Berlin-Pankow beschwerten sich die dort tätigen Feuerwehrleute über bauliche Defizite. Stattdessen gab es an der Fassade ein Kunstwerk, das Feuerwehrschläuche darstellt und immerhin 32.312,96 € kostete.

5. Teure Brücken im nordrhein-westfälischen Hamm

Obwohl in der Nähe bereits Brücken exis­tieren, plante die Stadt Hamm in Nordrhein-Westfalen zwei Brücken über den Datteln-Hamm-Kanal und den Fluss Lippe. Durch notwendige begleitende Maßnahmen u. a. für den Naturschutz summierten sich die Gesamtkosten auf mehr als 6 Mio. €.

6. Radweg rein, Radweg raus

In der Hamburger HafenCity wurde ein Radweg um den Preis von immerhin 444.000 € verlegt, der erst vor 3 Jahren eröffnet worden war. Wie die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen mitteilte, gebe es eine geänderte Rechtslage.

7. Erneut Kostenexplosion bei Lichtinstallationen

Bei Lichtinstallationen der Berliner S-Bahn ist bei zwei neuen Objekten im Jahr 2015 zu Kostenüberschreitungen gekommen. Bereits im Jahr zuvor hatte der Bund der Steuerzahler Mehrkosten in Höhe von etwa 50 % bei einem Vorgänger-Bauwerk bemängelt.

8. Repräsentatives Dach für eine S-Bahn-Haltestelle

Die Bundeshauptstadt Berlin scheint ein Eldorado für Steuerverschwender zu sein. Am Hauptbahnhof leistete man sich repräsentative S-Bahn-Haltestellen inklusive erforderlicher Flickschusterei kurz nach Fertigstellung für insgesamt mehr als 1 Mio. €.

9. Stadionneubau von Rot-Weiß-Essen (RWO) „querfinanziert“

Eigentlich war das Geld ja für die Erhaltung des 2010 eröffneten Folkwang-Museum bestimmt. Aber die Grundstücksverwaltung der Stadt Essen (GVE) war anderer Ansicht. Insgesamt 5,4 Mio. € wurden zur Behebung von Finanzierungsprobleme verwendet, die beim Bau des neuen Stadions des Regionalligisten Rot-Weiß Essen entstanden waren.

10. Sportliche Regenwürmer

Bergen auf Rügen hat wohl ein ganz besonderes Verhältnis zu Regenwürmern. 2009 kaufte die Stadt 200.000 Exemplare dieser Spezies für mehr als 7.000 € zur Auflockerung des neuen Sportplatzes. Nachdem die Tiere aber nicht den gewünschten Erfolg brachten, sollen diese nach dem Bau einer neuen Drainage wieder aus dem Boden. Voraussichtliche Kosten für die städtische Entwurmungskur: 19.500 €.

10. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.