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Steuervorteile: Die Ehe bietet Vergünstigungen

Zu heiraten ist eine weitreichende Entscheidung, die wohl überlegt sein will. Neben der emotionalen Komponente gibt es einen weiteren Faktor, der die Entscheidung beeinflussen kann.

So kann die Ehe steuerliche Vorteile bringen, die unter bestimmten Umständen zu enormen Ersparnissen führen. Verdient ein Partner sehr viel und ein Partner sehr wenig, so kommt ihnen das Ehegattensplitting oder die Wahl der Steuerklasse zugute.

Mit dem Ehegattensplitting Steuervorteile aus der Ehe ziehen

Dank des Ehegattensplittings wird das Einkommen beider Partner gleichmäßig auf beide verteilt. Das Ehepaar gilt als Wirtschaftsgemeinschaft. Verdient nun einer sehr viel und einer sehr wenig, muss der Vielverdiener deutlich weniger Steuern auf seine Einkünfte zahlen.

Wenn einer von beiden Partnern ein festes Einkommen hat und der andere in einer Selbstständigkeit auch mal im Minus aus einem Monat herausgeht, senkt dieses Minus die Steuerlast des Ehepartners.

Frisch verheiratete Paare können nach der Hochzeit entscheiden, ob sie gemeinsam oder getrennt veranlagt werden möchten. Verdienen beide in etwa gleich viel, dann bringt eine gemeinsame Veranlagung keine wirklichen Steuervorteile.

Steuern sparen mit der optimalen Kombination der Steuerklassen

Eine weitere Möglichkeit, Steuervorteile aus der Ehe zu ziehen ist, Steuerklassen optimal zu kombinieren. So haben Verheiratete die Wahl zwischen verschiedenen Steuerklassen-Kombinationen, mit denen sie das Maximum aus ihrem Gehalt rausholen können.

Falls die Gehälter unterschiedlich hoch ausfallen, bietet sich die Kombination aus Steuerklasse 3 und 5 an. In Klasse 3 sind die Steuern deutlich niedriger als in 5, sodass der Besserverdiener über 3 abgerechnet wird und der Partner über 5. Solange ein Partner 60 % des zusammengerechneten Einkommens verdient, lohnt sich für ihn die Steuerklasse 3 und für den anderen die Steuerklasse 5. Verdienen beide ähnlich viel, lohnt die Steuerklasse 4 für beide.

Verheiratete Steuerzahler müssen ihre Steuerklassenänderung bis zum 30. November eines Jahres beantragen. War die Kombination das Jahr über trotz Ehe ungünstig, können zu viel gezahlte Steuern mittels einer Steuererklärung zurückgeholt werden.

Weitere Steuervorteile dank der Ehe

Auch Freibeträge, zum Beispiel den Sparerfreibetrag für Kapitalerträge, dürfen Verheiratete zusammenlegen und so davon profitieren. Für Einzelpersonen beträgt der Sparerfreibetrag auf Kapitalerträge 801 €, für Verheiratete 1.602 €.

Hat einer der Eheleute jährlich Kapitaleinkünfte von 1.500 € und der andere von 0 €, dann müssen keine Steuern auf die Kapitalerträge gezahlt werden. Wären die Partner nicht verheiratet, müssten von 1.500 € 699 € mit der Abgeltungsteuer versteuert werden.

Was Verheiratete bedenken sollten

Verlobte oder frisch verheiratete Paare sollten für sich durchrechnen, welche Variante für sie am meisten lohnt. Sowohl über die Wahl der Steuerklassen als auch über das Ehegattensplitting können Ehepaare durch Steuervorteile Geld sparen.

Gerade wenn ein Ehepartner deutlich mehr verdient als der andere, lohnen sich die Steuerklassen 3 und 5. Auch bei Kapitalerträgen lohnt es sich verheiratet zu sein, da der Freibetrag von 801 € für beide zusammengelegt wird.

15. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.